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Premiere im Kulturhaus

Kyritz Premiere im Kulturhaus

Die Kyritzer Knattermimen luden für Samstagabend zur Uraufführung ihres neuen Stückes „Der keusche Lebemann“ ein. Die Premiere fand erstmals nicht im Klostergarten statt. Dort wird demnächst gebaut.

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Gerty weiß, was sie will: den Lebemann Heinz Fellner. Aber Vater Julius Seibold (r.) hat seinen uncharmanten Kompagnon Max Stieglitz für die Tochter ausgesucht.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Die Kyritzer Knattermimen haben am Samstagabend im Kulturhaus doppelte Premiere gefeiert. Ihr neues Stück „Der keusche Lebenmann“ wurde zum ersten Mal aufgeführt und die Uraufführung fand erstmals im Kulturhaus statt. Wegen der geplanten Bauarbeiten im Klostergarten und der Vorbereitungen dafür finden alle Vorstellungen der Mimen in diesem Jahr im Kyritzer Kulti statt.

Das Stück erzählt die Geschichte von Gerty, der Tochter des Kyritzer Zahnstocherfabrikanten Julius Seibold. Sie kommt nach einem Jahr in Berlin zurück nach Hause und hat den vermögenden Lebemann und Nichtstuer Heinz Fellner im Schlepptau, den sie unbedingt ehelichen will. Vater Julius ist schockiert. Auch über des Töchterchens moderne Ansichten über Liebe und Ehe. Der Vater hat schon längst einen anderen für die Tochter ausgesucht. Es ist sein Kompagnon Max Stieglitz, der aber alles andere als charmant und gutaussehend ist. Kurzum wird der Auserwählte aufgeputzt und Vater Seibold verschafft ihm gleich noch eine illustre Vergangenheit. Und ein Verhältnis mit dem bekannten Filmstar Ria Ray. Gerty beißt an. Doch dann kommt plötzlich die Schauspielerin nach Kyritz und das Lügengebäude der Geschäftspartner fällt zusammen. Aber Seibold wäre nicht Seibold, wenn er nicht auch dafür eine Lösung hätte.

Die Knattermimen hatten nicht zu viel versprochen, als sie ankündigten, dass das Publikum aus dem Lachen nicht herauskommen wird. Eckhard Kutzer hatte den Schwank von Franz Arnold und Ernst Busch für die Knattermimen bearbeitet und auf Kyritz zugeschnitten. Er führte auch Regie und diesmal hatte er auch eine Rolle. Als schnoddriger Droschkenkutscher sorgte Kutzer gleich zu Anfang für Beifallsstürme, als er die Handtasche der Liebschaft von Seibold bei seiner Frau Regine abgab und dafür auch noch frech ein dickes Trinkgeld verlangte. „Bei Hemmerling sind ’se abjestiegen“, hatte der Kutscher verkündet. Ein Name, der den Kyritzern bekannt ist. Auch sonst kamen viele bekannte Namen vor. Zum Beispiel gab es Brötchen von der Bäckerei Haupt, die es aber schon seit Jahren nicht mehr gibt. Ein Geschäftspartner von Seibold ist die Firma Petermann. Die Knattermimen forderten das Publikum mit ihrer gewohnt lustigen Situationskomik heraus. Die Mimik von Seibold (Peter Ackermann) war nicht zu übertreffen. Max Stieglitz (Thomas Reiche) ließ keinen Zweifel daran, dass charmant zu sein nicht zu seinen Hauptaufgaben gehört. Seibolds Frau sagte er, wie schrecklich alt sie aussieht. Seinem Chef sagte er: „Bin ich dreckig oder hab ich Durst?“, als Seibold ihn nach Wasser oder Bier fragte. Auch die angebotene Nestor-Zigarre brachte dem Miesepeter kein Hochgefühl.

Seit Jahresbeginn haben die Kyritzer Knattermimen fast jedes Wochenende im Kulturhaus für die Premiere des neuen Stückes geprobt. Sie kennen sich dort aus. Sind sie doch bereits seit Jahren im Kulti besonders in den Wintermonaten zu Gast.

Die nächsten Vorstellungen des Stückes „Der keusche Lebenmann“ sind am 17. Juni, 8. Juli und am 7. Oktober jeweils um 20 Uhr im Kulturhaus zu sehen. Eintrittskarten dafür können online unter www.knattermimen.de oder bei der Vorverkaufsstelle im Kulti gekauft werden.

Von Sandra Bels

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