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Prettl gibt Teil der Neuruppiner Produktion auf

27 Mitarbeiter betroffen Prettl gibt Teil der Neuruppiner Produktion auf

Die Lichter gehen aus – im Treskower Werk von „Prettl Electrical Systems“ wird nur noch bis Ende Mai hochkomplexe Technik für die Gas- und Ölförderung produziert. Aufgrund des „schwierigen wirtschaftlichen Umfelds“ hatte es in den letzten zwei Jahren bereits zweimal Entlassungen gegeben. Der Weißware-Zulieferer PAS indes ist nicht betroffen.

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Hochkomplexe Fördertechnik aus Neuruppin wird es künftig nicht mehr geben.

Quelle: Peter Geisler/Archiv

Neuruppin. Prettl gibt zum 31. Mai dieses Jahres seine Sparte „Prettl Electrical Systems“ am Standort Neuruppin auf. Das teilte die Pfullinger Unternehmensgruppe am Dienstag mit. Von der Schließung betroffen sind 27 Mitarbeiter. Sie sollen nach Möglichkeit in „umliegenden Unternehmen“ unterkommen. In den vergangenen zwei Jahren hatte das Unternehmen bereits zweimal Mitarbeiter entlassen und versucht, durch die verstärkte Produktion hochkomplexer Technik für die Gas- und Ölförderung Fuß zu fassen. Vergeblich, wie sich nun zeigt.

Als Grund für die Standortschließung nennt das Unternehmen das „schwierige wirtschaftliche Umfeld“. „Mit dem rasant steigenden Kostendruck und dem gerechtfertigten Lohnniveau qualifizierter Mitarbeiter ist ein Weiterführen der Produktion in Deutschland nicht möglich“, so Unternehmenssprecher Daniel Stuckert. Vor allem in Osteuropa werde bis zu 20 Prozent günstiger produziert. Der zum Stellenabbau der betroffenen Mitarbeiter angesetzte Sozialplan sei bereits vom Betriebsrat verabschiedet worden. In Absprache mit diesem sei man derzeit in Gesprächen mit umliegenden Unternehmen und einer Job-Agentur, um die Mitarbeiter weiterzuvermitteln. An welchem Standort die bisher auf dem Gelände der ehemaligen Elektrophysikalischen Werke in Treskow gefertigte Technik künftig produziert wird, sei noch nicht geklärt, sagte Stuckert.

PAS ist nicht betroffen

Die Produktion bei PAS, dem größeren der beiden Standbeine von Prettl in Neuruppin, ist von der Maßnahme indes nicht betroffen. Prettl hatte PAS als Produzenten von Zulieferteilen für Weißware erst im vergangenen Jahr zu 100 Prozent übernommen. Hier sind derzeit 260 Mitarbeiter in Neuruppin beschäftigt. „Dieses Segment ist weiterhin im Wachstum begriffen“, betonte Stuckert. In wie weit Mitarbeiter von Prettl Electrical Systems zu PAS wechseln können, werde geprüft, allerdings seien die Marktsegmente sehr unterschiedlich, entsprechend schwierig eine Übernahme, so Stuckert.

Die angespannte wirtschaftliche Situation von Prettl Electrical Systems hatte sich bereits im Jahr 2014 angedeutet. Damals war der Geschäftsbereich „Bahntechnik“ geschlossen worden. Bis dato waren in diesem Bereich vor allem Kabelstränge in Neuruppin gefertigt worden. Durch die Umstrukturierung und die Fokussierung auf Gas- und Ölfördertechnik waren zunächst rund 30 Mitarbeiter entlassen worden, Ende vergangenen Jahres wurden weitere 20 Stellen gestrichen. Nun also das endgültige Aus.

Mitarbeiter sollen in anderen Unternehmen unterkommen

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde sprach von einer „negativen Nachricht“ für die Fontanestadt, zeigte sich aber zugleich erleichtert, dass die wesentlich größere Sparte PAS nicht betroffen ist. „Prettl Electrical Systems hat seit 2014 intensiv versucht, sich dem Wettbewerb zu stellen“, sagte Golde. Letztlich sei der Preisdruck aber zu groß gewesen. Golde betonte, dass die Zusammenarbeit mit Prettl seit mittlerweile mehr als 20 Jahren gut funktioniere. „Man kann nicht nur in guten Zeiten zusammenstehen“, so der Bürgermeister. Er zeigte sich optimistisch, dass die hoch qualifizierten Fachkräfte mit Hilfe des Jobcenters und des kommunalen Dienstleisters Inkom neue Arbeitsplätze finden.

Insgesamt beschäftigt die Prettl-Unternehmensgruppe über 9500 Mitarbeiter an weltweit mehr als 35 Standorten. Der Jahresumsatz liegt bei knapp einer Milliarde Euro.

Von Mischa Karth

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