Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Preußische Schatzsuche in Wustrau

Museum öffnet alle Türen Preußische Schatzsuche in Wustrau

Wie schwer ist eigentlich ein Ritterhelm? Wie fühlt sich ein echtes Schwert an? Und was ist das teuerste Buch? Für kleine Besucher blieb am Sonnabend im Brandenburg-Preußen-Museum in Wustrau nichts verborgen. Zum deutschlandweiten Türöffnertag der Sendung mit der Maus durften Kinder alles erkunden, was für Besucher sonst nicht sichtbar ist.

Wustrau 52.848435567587 12.862818575147
Google Map of 52.848435567587,12.862818575147
Wustrau Mehr Infos
Nächster Artikel
Puhdys rocken in Neuruppin

Alles zeigte Stephan Theilig den Kindern. Natürlich auch die Schwerter – gefährlich scharf.

Quelle: Reyk Grunow

Wustrau. Stephan Theilig zieht einen Schlüssel aus seinem Bund und hat sofort die gesamte Aufmerksamkeit bei sich. Gebannt gucken die sechs Kinder um ihn herum auf das, was der Leiter des Brandenburg-Preußen-Museums Wustrau da vor ihrer Nase in die Luft hält. Dabei ist der Schlüssel weder eine gefährliche Waffe, noch ist er wirklich alt. Aber das kleine silbrige Metallstück gibt den Weg frei zu all den Schätzen, die die Jungs und Mädchen an diesem Tag entdecken wollen. Es ist der Generalschlüssel, der alle Türen öffnet.

Auf den kam es am Sonnabend an. Das Wustrauer Museum beteiligte sich am diesjährigen Türöffnertag der Sendung mit der Maus. Weit mehr als 600 Einrichtungen in ganz Deutschland haben sich der Aktion des Westdeutschen Rundfunks angeschlossen. Sie alle haben Kinder am Sonnabend eingeladen, sich anzusehen,was sonst hinter Schlössern verborgen ist.

Das größte Buch der Sammlung ist so groß, dass Malea (3) es kaum halten konnte

Das größte Buch der Sammlung ist so groß, dass Malea (3) es kaum halten konnte.

Quelle: Reyk Grunow

In Wustrau standen die Kinder fast schon Schlange, um die Geheimnisse der Historiker erkunden zu können. Mehr als 200 Besucher waren gekommen, sieben Führungen schleuste Stephan Theilig über den Tag verteilt bis in die letzten Winkel des Hauses.

Fasziniert hörten sie zu, wie der Museumschef ihnen die komplizierte Technik erklärte, die ein Museum braucht, um all die wertvollen Stücke sicher aufzubewahren. Oder wie er ihnen erklärte, dass die vielen alten Männer mit den komischen Hüten auf den Bildern an den Wänden der Ahnengalerie alle den gleichen Vornamen hatten: Friedrich nämlich.

So ein Ritterhelm ist ganz schön schwer

So ein Ritterhelm ist ganz schön schwer.

Quelle: Reyk Grunow

Die Mädchen und Jungs mussten Stephan Theilig helfen – irgendwie hatte er ein paar wichtige Ausstellungsstücke verlegt. Julias (7) versuchte es an einer alten Kommode. In einer Schublade steckte ein Schlüssel, aber der ließ sich nicht bewegen. Fragend schaute er zu Stephan Theilig. „Wie rum muss man den denn drehen?“ Theilig zuckte mit den Schultern: „Keine Ahnung, ich mach das ja auch nicht so oft.“ Julius musste noch mal ran. Ein bisschen Druck und die Kommode gab ihren Schatz frei: eine goldene Krone, wie sie einst eine Prinzessin getragen hat. Alle wollten sie sofort aufsetzen – vor allem die Jungs. „Aber die ist für Prinzessinnen“, warnte Theilig. Linus machte das nichts: „Na und, dann bin ich eben eine Prinzessin.“

Im Büro von Stephan Theilig durften die Kinder das wertvollste Buch des Museum untersuchen: die Geschichte von Flüchtlingen, die vor mehr als zwei Jahrhunderten nach Brandenburg kamen. Die dreijährige Malea durfte das größte und schwerste Buch halten und das kleinste der Ausstellung bekamen die Kinder auch in die Hand. Jeder durfte einmal einen echten Ritterhelm aufsetzen und ein scharfes Schwert anfassen – ganz vorsichtig.

Schon zum zweiten Mal haben sich die Wustrauer am Türöffnertag beteiligt. Stephan Theilig findet es toll zu sehen, wie neugierig die Kinder sind. In diesem Jahr fällt die Aktion mit dem 15-jährigen Bestehen des Museums zusammen. Für 2016 gibt es große Pläne: Ab Dezember wollen die Museumsmitarbeiter die Dauerausstellung umgestalten, Besucher sollen mehr über Brandenburg im Mittelalter erfahren. Die Bibliothek mit ihren fast 7000 Bänden will das Museum auch öffnen. Und eine große Sonderausstellung ist 2016 ebenfalls geplant: „Preußen und Polen – Prusy i Polska“. Dazu gehört ein riesiges Modell der Marienburg. Viel Neues zu erkunden, nicht nur für Kinder.

Von Reyk Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg