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Prignitz-Express: Kreis fordert massiven Ausbau

Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express: Kreis fordert massiven Ausbau

Spätestens ab 2020 muss der Prignitz-Express zwischen Wittstock, Neuruppin und Berlin alle halbe Stunde fahren statt wie bisher nur stündlich. Das und weitere Verbesserungen beim Bahnverkehr im Nordwesten Brandenburgs fordert der Landkreis Ostprignitz-Ruppins. Ohne mehr Bahn sei die Entwicklung Neuruppins und der ganzen Region in Gefahr.

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Der Landkreis fordert, dass der Prignitz-Express öfter fahren muss – viele Fahrgäste wären schon froh, wenn er pünktlich kommen würde.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin fordert einen massiven Ausbau des Angebotes auf der Strecke des Prignitz-Expresses bis spätestens 2020. Das geht aus der Stellungnahme zum Entwurf des Landesnahverkehrplans hervor, den Landrat Ralf Reinhardt jetzt an die Landesregierung geschickt hat.

Er erwartet, dass der RE 6 so schnellstens einen Halbstundentakt zwischen Berlin und Wittstock bekommt. Neuruppin und Wittstock müssten wenigstens alle 30 Minuten von der Bahn pro Richtung angefahren werden, alle anderen Orte einmal in der Stunde.

Der Landrat geht davon aus, dass sich das Ziel schnell erreichen lässt – wenn Land und Bahn investieren. Zwischen Hennigsdorf und Neuruppin müsste auf einem längeren Abschnitt ein zweites Gleis gebaut werden, damit sich dort Züge begegnen können. Das wäre aus Sicht der Kreisverwaltung bei Wall machbar. Damit der Zug auch bis Wittstock im Halbstundentakt fahren kann, fordert der Landkreis zudem eine Ausweichstelle zwischen Neuruppin West und Dossow. Beide Gleise sollen innerhalb der nächsten drei Jahre gebaut werden.

Ab 2022 soll der Prignitz-Express bis Tegel fahren

Gleichzeitig besteht der Landkreis auf einer Verlängerung des Prignitz-Expresses nach Berlin-Tegel bis 2022. Dort könnten Pendler nicht nur in die Berliner S-Bahn erreichen, sondern auch die U-Bahn. Der Stopp in Tegel wäre aus Reinhardts Sicht eine akzeptable Zwischenlösung, bis der RE 6 irgendwann direkt bis ins Berliner Zentrum fährt. Verbesserungen erwartet der Landkreis auch auf anderen Bahnstrecken in die Region. So soll die RB 54 von Berlin nach Rheinsberg nicht nur in der Saison fahren, sondern das gesamte Jahr über.

Im Oktober hatte das Land seinen Entwurf für einen Nahverkehrsplan bis 2030 vorgestellt. Darin sind für den Bahnverkehr nach Neuruppin, Wittstock oder Rheinsberg kaum Veränderungen vorgesehen. Der Kreis hatte daraufhin zusammen mit Neuruppin eine Initiative für den Ausbau des Schienenverkehr gestartet. Bis jetzt kamen 2000 Unterschriften für den Ausbau der Bahnverbindung in die Region zusammen. Neuruppin als aufstrebendes Zentrum im Nordwesten und die gesamten Region würden in ihrer Entwicklung gehemmt, wenn das Land nicht dafür sorgt, dass sich der Nahverkehr deutlich verbessert, so Reinhardt: „Die vorliegende Planung ist nicht hinnehmbar.“

Bahn entschuldigt sich für viele Verspätungen und Zugfälle

Zurzeit scheinen sich die Bedingungen beim Prignitz-Express eher zu verschlechtern. Vor allem Berufspendler leiden seit Monaten unter zunehmenden Problemen. Manche brauchen statt der eigentlich geplanten anderthalb Stunden vom Berliner Zentrum nach Berlin oft zweieinhalb Stunden. Inzwischen hat die Bahn schon Reisegutscheine an die Fahrgäste verteilt, um sich für deren Geduld zu bedanken. „In den letzten Monaten haben wir ihre Nerven kräftig strapaziert: Zugausfälle, fehlende Wagen und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten waren eine echte Zumutung“, heißt es in einem Entschuldigungsbrief der Bahn-Tochter DB Regio Nordost an die Fahrgäste. Die Bahn arbeite „mit Hochdruck daran, diese Situation zu verbessern“.

Von Reyk Grunow

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