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Prignitz-Express: Landrat fordert zweites Gleis

Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express: Landrat fordert zweites Gleis

Ostprignitz-Ruppins Landrat Ralf Reinhardt fordert vom Land den schnellen Bau einer Ausweichstelle auf der Bahnlinie des Prignitz-Express. Das würde vielen Pendlern helfen, sagt er. Nach der Stadt Neuruppin übt damit nun auch der Landkreis Kritik am Entwurf des Landesnahverkehrsplanes: Für den wichtigen RE 6 löst der kaum ein Problem.

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Der Bahnhof Neuruppin Rheinsberger Tor gehört mit 1500 Fahrgästen am Tag laut Infrastrukturministerium zu den meistgenutzten Regionalbahnstationen im Land.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Nach Neuruppin übt jetzt auch Ostprignitz-Ruppins Landrat Ralf Reinhardt (SPD) Kritik an dem Konzept des Landes für den Bahnverkehr der Zukunft. Zwar habe die Landesregierung in ihrem Nahverkehrsplan einen Punkt aufgenommen, der dem Kreis und der Stadt Wittstock wichtig war: Im Jahr 2019 zur Landesgartenschau sollen die Züge nach Wittstock stündlich fahren statt wie bisher nur alle zwei Stunden. Doch Reinhardt ist schwer enttäuscht, dass darüber hinaus für eine so wichtigen Strecke wie den Prignitz-Express bis 2030 fast keine Verbesserung vorgesehen ist: „Das Land bleibt weit hinter dem zurück,was möglich wäre.“

Am Montag hatte Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) in Potsdam den Entwurf des neuen Landesnahverkehrsplanes vorgestellt. Darin sind Verbesserungen auf vielen Bahnlinien vorgesehen – für den Prignitz-Express jedoch nicht. Und das, obwohl angeblich drei der fünf wichtigsten Bahnhöfe im Regionalbahnverkehr an der Strecke liegen: Neuruppin, Wittstock und Velten. Laut dem Verkehrskonzept soll der Prignitz-Express statt wie gehofft bis Gesundbrunnen ab 2022 nach Charlottenburg fahren. Für Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn widerspricht das allen Absprachen der vergangenen Jahre, er kann diesen Plan überhaupt nicht nachvollziehen (die MAZ berichtete).

Bis Charlottenburg fuhren die Züge schon vor 2003. Für die Fahrgäste bringt das zeitlich kaum Vorteile; der RE6 braucht über Spandau trotzdem länger als eine Stunde ins Zentrum. Dabei müsste es vor allem darum gehen, schnell zu werden.

Viele Verspätungen und ausgefallene Züge: „absolut unzumutbar“

Verspätungen und Zugausfälle haben auf der RE6-Strecke in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen, kritisiert der Landrat. Pendler, die wegen Verspätungen bei der S-Bahn in Spandau oder Hennigsdorf den Regionalexpress verpassen, müssen eine Stunde warten, bis sie weiterkommen. „Das ist in der heutigen Zeit absolut unzumutbar“, sagt Reinhardt klar und fordert endlich Abhilfe.

Verspätungen und Ausfälle kommen vor allem zustande, weil die Strecke zwischen Kremmen und Neuruppin nur eingleisig ausgebaut ist. Es fehlt eine Ausweichstelle, an der zwei Züge aneinander vorbeifahren können. Früher gab es mehrere solcher Stellen, etwa in Kremmen und bei Radensleben; beim Ausbau der Strecke Mitte der 90er Jahre wurden die aber abgebaut.

Zweites Gleis bei Wall könnte relativ schnell helfen

Zwischen Kremmen und Wall könnte eine neue gebaut werden, sagt Reinhardt – möglich wäre das sogar in zwei bis vier Jahren. Ein aktuelles Beispiel aus Ehrshoven bei Köln zeigt,wie so etwas gebaut werden kann. Dort werden sechs Millionen Euro investiert. Im Luch wird es vermutlich etwas teurer.„Aber das Geld ist vorhanden“, ist der Landrat überzeugt und verweist auf eine Vereinbarung zwischen Bund und Bahn über jährliche Milliardeninvestitionen ins Streckennetz. Die Länder können mitentscheiden, wo die Bahn baut – Potsdam müsse das nur wollen. Mit einer Ausweichstelle könnten Züge nach Neuruppin wohl auch alle halbe Stunde fahren, statt bisher nur im Stundentakt.

Für den 29. November hat Kathrin Schneider ein erstes Treffen einer Arbeitsgruppe von Land und Bahn angekündigt, die über schnelle Verbesserungen auf acht wichtigen Strecken beraten soll. Auch der Prignitz-Express ist dabei – bisher soll es beim RE 6 vornehmlich um Velten gehen.

Von Reyk Grunow

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