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Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express-Strecke wird unterbrochen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Prignitz-Express-Strecke wird unterbrochen
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00:21 11.06.2018
Ein Triebwagen des Prignitz-Express. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Unabhängig von den technischen Problemen, die der Prignitz-Express jetzt schon hat, wird es im Sommer für Fahrgäste noch viel schwieriger. Sechs Wochen lang wird die Strecke zwischen Neuruppin und Berlin unterbrochen. Fast die gesamten Ferien über, vom 7. Juli bis 19. August, fahren zwischen Kremmen und Hennigsdorf keine Züge.

Zwischen Wittenberge und Kremmen werden in dieser Zeit weiter Bahnen pendeln, auch zwischen Hennigsdorf und Berlin-Spandau. Dazwischen richtet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Und die brauchen deutlich länger als die Züge jetzt.

Statt einer Stunde dauert die Fahrt drei Stunden

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hatte schon vor einigen Wochen über die Streckensperrung informiert (die MAZ berichtete). Damals schon war aber noch nicht klar, was das für die Fahrgäste tatsächlich bedeutet. Für viele Berufspendler wird es in dieser Zeit unmöglich sein, den Zug zu benutzen. Statt rund einer Stunde dauert die Fahrt laut Bahn dann von Neuruppin nach Spandau rund drei Stunden, teilweise auch länger – in eine Richtung.

Wer morgens um 7 Uhr in Neuruppin sein muss, müsste mit dem Zug um 23.20 Uhr in Berlin-Spandau abfahren, um rechtzeitig anzukommen. Für alle, die nach 8 Uhr Arbeitsbeginn haben, genügt es laut Fahrplanauskunft, um 5.41 Uhr zu starten. Für die Gegenrichtung gilt das Gleiche. Die Bahn empfiehlt unter anderem, von Neuruppin mit dem Bus nach Neustadt zu fahren und dort den Regionalexpress zu nehmen. Oder per RE 6 über Wittenberge zu fahren.

In den Ersatzbussen werden keine Fahrräder mitgenommen

Vor allem am Wochenende ist der RE 6 eine beliebte Route bei Ausflüglern aus Berlin. Viele Züge sind so voll mit Radfahrern, dass die Bahnmitarbeiter nicht garantieren können, dass alle Platz finden.

Das dürfte sich im Sommer deutlich ändern. Nicht nur, dass die Fahrt nach Neuruppin dann mehr als doppelt so lange dauert – Fahrräder können in den Bussen zwischen Kremmen und Hennigsdorf gar nicht mitgenommen werden.

Bürgermeister: „Katastrophe für den Tourismus“

Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann ist entsetzt. „Das ist eine Katastrophe für den Tourismus“, sagt er.

Ähnlich sieht es sein Neuruppiner Kollege Jens-Peter Golde. Dass im Sommer keine Radfahrer mit der Bahn nach Neuruppin kommen soll, kann er kaum glauben. „Das zeigt, welche Rolle der Nordwesten des Landes bei den Bahnmanagern spielt“, sagt er.

Immer mehr Menschen sind auf den Zug angewiesen

„Die Auswirkungen werden verheerend sein“, fürchtet Peter Krause vom Tourismusverband Ruppiner Seenland, und meint damit Berufspendler wie Touristen. Immer mehr Menschen hätten gar kein Auto und seien zwingend auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen.

Jens-Peter Golde will sich zusammen mit dem Landkreis ans Land wenden, um prüfen zu lassen, ob es nicht doch eine Lösung für Radfahrer gibt. Immerhin gibt es Busse, die Fahrräder transportieren können. Die müssen aber auch bestellt werden – und bezahlt. Golde fürchtet allerdings auch, dass Neuruppin die Zusatzkosten zahlen soll, wenn die Stadt Plätze für Fahrräder fordert. Doch für ihn ist das eine Aufgabe, um die sich eindeutig die Bahn kümmern muss. das sich an den langen Fahrtzeiten im Sommer etwas ändern lässt, glaubt er allerdings nicht.

Grund für die Unterbrechung der Linie sind Arbeiten im Bahnhof Velten. Dort soll der mittlere Bahnsteig erneuert werden, sagt Bahnsprecherin Schwelgin. Gleichzeitig lässt die Bahn zwei Gleise neu verlegen und andere abschleifen.

Kreisverwaltung drängt auf Verbesserungen

Erst am Mittwoch hatte die Bahn massive Probleme mit ihren Triebwagen eingeräumt. Nun kommen die Pro­bleme durch den Bau an der Strecke hinzu. „Wir erwarten, vor allem mit Blick auf die Pendler, dass sich der Zustand beim Prignitz-Express spätestens bis zum Herbst entscheidend verbessern muss“, sagt Britta Avantario, die Sprecherin des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.

Jens-Peter Golde versucht, dem Ganzen auch etwas Positives abzugewinnen: „Wenn es nach den Arbeiten in Velten mehr Sicherheit auf der Strecke und mehr Fahrzeuge gibt, haben wir wenigstens Licht am Ende des Tunnels. So wie 2018 mit all den Pannen darf es im kommende Jahr auf keinen Fall weitergehen.“ Dann wären das Fontanejahr in Neuruppin und die Landesgartenschau in Wittstock in Gefahr.

Von Reyk Grunow

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