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Prignitz-Express bleibt Problem-Linie der Bahn

Schon wieder fehlen Züge Prignitz-Express bleibt Problem-Linie der Bahn

Erneut hat die Bahn erhebliche Probleme auf der Strecke des RE 6 von Berlin über Hennigsdorf und Neuruppin nach Wittenberge. Weil Triebwagen fehlen, werden Fahrgäste aufgefordert, besser andere Züge zu nehmen. Von Hennigsdorf nach Neuruppin lässt die Bahn zusätzlich Busse fahren, um alle Passagiere befördern zu können.

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Bisher sind erst sechs neue Triebwagen auf der Strecke des Prignitz-Express unterwegs, 14 sollen es einmal werden. Bevor sie nach Neuruppin kommen können, müssen alle Züge umgerüstet werden.

Quelle: Christian Schmettow

Neuruppin. Zum wiederholten Mal hat die Deutsche Bahn massive Pro­bleme auf der Strecke des Prignitz-Expresses von Berlin über Neuruppin nach Wittenberge. Dort sind inzwischen so viele Triebwagen ausgefallen, dass die Bahn zwischen Hennigsdorf und Neuruppin in den Stoßzeiten parallel Busse einsetzt, um alle Fahrgäste befördern zu können. Die verfügbaren Züge sind zudem oft so überfüllt, dass die Bahn im Internet dringend rät, zwischen Falkensee und Berlin auf andere Linien auszuweichen. Das gilt bis Freitag, bestätigt Bahnsprecher Burkhard Ahlert.

Laut Bahn sind zurzeit besonders viele Fahrzeuge in der Werkstatt. Üblicherweise fahren die Triebwagen in sogenannter Doppeltraktion, immer zwei zusammengekoppelt. Doch seit Wochen schickt das Unternehmen immer öfter nur noch einen Triebwagen auf die Strecke. Inzwischen ist der Engpass so groß, dass die Fahrzeuge selbst im Berufsverkehr nicht mehr reichen. Laut Ahlert sollten „im Zielzustand“ eigentlich 14 Triebwagen zur Verfügung stehen, tatsächlich sind zurzeit elf einsetzbar.

Land und Verkehrsverbund fordern schnelle Lösung

Im Februar musste die Bahn schon einmal so viele Triebwagen vom Netz nehmen, dass auf weiten Teilen der Strecke nur noch Busse fuhren. Jetzt gibt es den nächsten großen Ausfall. Vertreter des Infrastrukturministeriums in Potsdam und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) trafen sich am Dienstag zu einem Krisengespräch. Beide fordern von der Bahn schnellstens eine Lösung für die Probleme, sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu danach.

Die Bahn betreibt die Strecke seit den 90er-Jahren. 2014 hatte der VBB den RE 6 neu ausgeschrieben. Die Bahn bekam den Zuschlag für weitere zehn Jahre bis 2027. Das Land Brandenburg als Auftraggeber forderte aber deutliche Verbesserungen für die Fahrgäste. Mit einer großen Werbeaktion präsentierte die Bahn im Herbst neue Triebwagen für den Prignitz-Express. Die Fahrzeuge waren vorher rund 15 Jahre auf der Linie der Sauerlandbahn unterwegs und sollten für den RE 6 in Brandenburg extra umgebaut werden. Doch auch ein halbes Jahr nach Beginn des neuen Vertrages sind die Triebwagen noch immer nicht komplett verfügbar.

Die Werkstatt in Neuruppin ist zu kurz für die neuen Züge

Offenbar hat die Bahn Probleme mit ihrer Werkstatt in Neuruppin. Dort wurden die alten Triebwagen gewartet und dort sollen auch die neuen gewartet werden. Jedoch ist die Halle für die neuen Züge zu kurz und hat keine sogenannte Hubbock­anlage, mit deren Hilfe die Mitarbeiter die Motoren der neuen Züge von unten erreichen können. Dem Vernehmen nach wird der Umbau noch bis September dauern. Die sechs vorhanden neuen Triebwagen werden in Neubrandenburg gewartet, die fünf alten in Neuruppin und Wittenberge, sagt Bahnsprecher Ahlert.

Vor allem Pendler reagieren zunehmend gereizt. Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn konnte am Dienstag kaum fassen, dass die Bahn den Zugverkehr schon wieder so einschränkt: „Das ist eine Unverschämtheit.“ Viele Neuruppiner sind auf die Zugverbindung nach Berlin angewiesen. „Der Ärger ist berechtigt, auch wir sind unzufrieden mit der Situation“, räumt Elke Krokowski vom VBB ein. Doch die Möglichkeiten des Verkehrsverbundes sind begrenzt. Er kann Geldstrafen verhängen, wenn die Bahn ihren Vertrag nicht erfüllt – doch das nutzt den Passagieren wenig. „Die Fahrzeugverfügbarkeit ist ein großes Thema, nicht nur auf dieser Strecke“, sagt Krokowski. Sie sieht wenig Chancen, dass sich die Bahn Triebwagen bei anderen Firmen leiht. Die haben auch kaum Züge: „Die Reserven sind nicht so üppig.“

Von Reyk Grunow

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