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Prignitz-Express wird immer mehr zum Pannen-Express

Halt auf freier Strecke Prignitz-Express wird immer mehr zum Pannen-Express

Erneute Panne beim Prignitz-Express. Am Sonntag mussten rund 50 Menschen auf freier Strecke von der Feuerwehr aus einem Zug geholt werden. Wegen einer Bremsstörung war der Zug stehen geblieben. Auf der Strecke des Prignitz-Express ist es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Zwischenfällen gekommen.

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Der Zug wird jetzt in einer Werkstatt in Neubrandenburg wieder instand gesetzt.

Quelle: Christian Schmmettow

Neuruppin. Die Deutsche Bahn kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus: Schon wieder gab es eine Zugpanne. Erneut traf es die Strecke des Prignitz-Expresses RE 6: Rund 50 Reisende mussten am Samstagmittag nur wenige Kilometer vor dem Bahnhof Rheinsberger Tor in Neuruppin zwei Stunden im Zug ausharren, bevor sie von der Feuerwehr aus ihrer misslichen Lage befreit werden durften.

Triebwagen war kurz zuvor zweimal gewartet worden

Grund für die Panne war eine Bremsstörung am hinteren Triebwagen, sagte am Montag Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Demnach konnte der Zug, der gegen 11.30 Uhr am Rheinsberger Tor ankommen sollte, wegen einer Unterspannung nicht weiter fahren. Der Lokführer hatte zwar versucht, selbst die Bremsstörung zu beheben, aber das misslang. Deshalb stellte die Bahn gegen 12.30 Uhr einen Bus zur Evakuierung der Passagiere bereit und alarmierte den Notfallmanager sowie die Neuruppiner Feuerwehr. Letztere rückte mit sechs Fahrzeugen und 31 Einsatzkräften aus und begleitete die Reisenden zum Bus. Auch ein Kinderwagen musste aus dem Zug geholt werden. Erst nachdem die Reisenden das Fahrzeug verlassen hatten, fuhr der havarierte Zug um kurz vor 14 Uhr mit Tempo 20 nach Neuruppin. Es handelt sich um einen Lint-Triebwagen, der am 10. Februar in einer Werkstatt in Neubrandenburg und am 15. Februar in Neuruppin gewartet worden war. Der sogenannte VT 648 119 wurde nach der Panne „umfangreich“ untersucht und soll nun in Neubrandenburg instandgesetzt werden, so Bahnsprecher Ahlert. Wie es zu der Unterspannung an dem Triebwagen kam, die die Bremsstörung auslöste, das ist bislang offen.

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Probleme gab es auch mit den alten Zügen

Die Bahn hatte die Lint-Triebwagen bisher stets als eine Erneuerung zu den bisherigen Zügen gepriesen – auch wenn die Lint-Fahrzeuge schon lange in Nordrhein-Westfalen fahren und für den Einsatz auf der Linie des Prignitz-Expresses lediglich noch einmal aufpoliert werden. Erste Nachteile der Lint-Züge waren allerdings schon kurz nach Inbetriebnahme des ersten Wagens auf der Strecke des Prignitz-Expresses aufgefallen. Denn die Züge sind schmaler als die bisherigen. D amit benötigen Rollstuhlfahrer jetzt eine Hilfe beim Ein- und Aussteigen – wegen des etwa 30 Zentimeter großen Spalts zwischen Bahnsteigkante und Zugabteil. Doch auch mit den Talent-Zügen hatte es mehrfach Probleme gegeben: Nachdem aus dem Motorraum eines Triebwagens der Baureihe 646 Rauch aufstieg, hatten Techniker entschieden, sicherheitshalber alle Züge dieses Typs aus dem Verkehr zu ziehen und in die Werkstatt zu schicken. Tausende Pendler hatten deshalb erst Anfang Februar eine Woche lang mit Verspätungen und Zugausfällen leben müssen.

Durch die Zugpanne am Sonnabend fielen zwischen Rheinsberger Tor und Velten zwischen 11.25 Uhr und 14.30 Uhr sechs Züge aus. Die Bahn setzte stattdessen vier Busse als Ersatzverkehr zwischen Neuruppin und Velten ein. Die Züge der Regionalbahn 55 zwischen Kremmen und Hennigsdorf waren von der Störung nicht betroffen.

Von Andreas Vogel

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