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Prignitzer Klimaschutzgruppe gegründet

Breddin Prignitzer Klimaschutzgruppe gegründet

Die Klimanauten sind jetzt auch in der Prignitz am Start. Am Mittwoch gründete sich eine solche Klimaschutzgruppe in Breddin. Das Ziel des Projekts ist es, die Menschen abseits von politischen Debatten zum Klimaschutz zu motivieren und ihnen praktische Tipps an die Hand zu geben.

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Angeregte Diskussionen beim ersten Treffen.

Quelle: Anja Schael

Breddin. Dass Klimaschutz mehr beinhaltet als trockene Theorie, dafür setzt sich das Klimanautenprojekt ein. Neben den Klimanauten­gruppen in Thüringen und Schleswig-Holstein gibt es auch acht Gruppen in Brandenburg. Seit Mittwoch nun auch eine in der Prignitz. Da nämlich kam Projektentwickler Julian Gröger zum Auftakttreffen in die Breddiner Gaststätte „Ende 08/14“. Zehn Menschen aus der Region folgten der Einladung und ließen sich neugierig von dem 35-Jährigen berichten, was es mit diesem Projekt auf sich hat.

Alle vier bis sechs Wochen ein Treffen

Ziel des Klimanautenprojekts ist es, die Menschen abseits von politischen Debatten zum Klimaschutz zu motivieren und ihnen diesbezüglich praktische Tipps an die Hand zu geben. Hierfür wird eine sogenannte Klimanautengruppe gebildet, die sich für die kommenden sechs Monate reihum bei den Mitgliedern trifft. Bei jedem Treffen, das alle vier bis sechs Wochen stattfindet, wird ein Kapitel aus dem Klimanauten-Handbuch durchgearbeitet, eine Art Leitfaden für praxisnahen Klima- und Ressourcenschutz.

Insgesamt umfasst das Handbuch sechs Themenbereiche, die miteinander vernetzt sind: Lebensmittel, Strom und Wärme, Wasser, Müll und Ressourcen, Mobilität sowie Finanzen. Jedes Kapitel beinhaltet neben theoretischen Aspekten viele konkrete Tipps und Aktionen, die sofort umgesetzt werden können. Natürlich soll auf den Treffen auch der Austausch über die gesammelten Erfahrungen nicht zu kurz kommen.

Julian Gröger  mit dem Handbuch

Julian Gröger mit dem Handbuch.

Quelle: Anja Schael

Dass dringender Handlungsbedarf im Klimaschutz besteht, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. So kam es bereits am Mittwoch zu lebhaften Diskussionen darüber, wie man noch mehr Menschen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit begeistern kann und wie sich die Vernetzung vieler Menschen mit ähnlichen Zielen umsetzen lässt.

Wie aber könnten langfristige Projekte aussehen, die sich möglicherweise aus den Klimanautentreffen ergeben? Auch hierzu gab es bereits von einigen Teilnehmern erste Ideen. So wurde die Schaffung einer sogenannten Foodcoop (Lebensmitteleinkaufsgemeinschaft) in Betracht gezogen. Aber auch der Erhalt und die Weitergabe von altem Wissen sollten gesichert werden, um nachfolgenden Generationen ressourcenschonendes Arbeiten wie beispielsweise mit der Sense vermitteln zu können.

Eine praxisnahe Klimabewegung ist das Ziel

Wie Projektleiter Julian Gröger erklärte, versteht sich das Projekt als „Alternative zu politischen Klimadebatten, aus der eine praxisnahe und realistische Klimabewegung hervorgehen kann“, und die auf dem Weg dorthin die „Nachbarschafts- und Gemeinschaftsbildung stärken“ kann.

Neben der Heinrich-Böll-Stiftung, die die Idee zu diesem Projekt hatte, werden die Klimanauten von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt. Obwohl das Projekt schon einige Zeit erfolgreich läuft, hält es Julian Gröger allerdings noch für zu früh, um erste Rückschlüsse auf eventuelle positive, langfristige Auswirkungen zu ziehen. Dafür soll es im März nächsten Jahres ein Treffen aller Brandenburger Gruppen geben, um einen überregionalen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und gleichzeitig eine Auswertung vorzunehmen. Die Prignitzer Gruppe ist jedenfalls sehr zuversichtlich hinsichtlich ihres zweiten Treffens, welches im Dezember auf dem Ökohof Waldgarten in Barenthin stattfindet.

Von Anja Schael

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