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Prignitzer Städte lehnen Neuruppin ab

Debatte um Kreissitz nach einer Fusion Prignitzer Städte lehnen Neuruppin ab

In der Prignitz formiert sich immer mehr Widerstand gegen Neuruppin als Kreisstadt nach einer Fusion von Ostprignitz-Ruppin und Prignitz. Alle Prignitzer Bürgermeister kämpfen vehement für Perleberg. Neuruppin hielt sich in der Debatte bisher eher zurück – das soll sich jetzt ändern.

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Welche Stadt soll Kreissitz werden, wenn Prignitz und Ostprignitz-Ruppin in einigen Jahren fusionieren sollten?

Quelle: Archiv

Perleberg. Für die Städte und Gemeinden in der Prignitz steht fest, dass es bei einer möglichen Fusion von Prignitz und Ostprignitz-Ruppin nur eine Kreisstadt geben kann: Perleberg. Bürgermeister und Amtsdirektoren sind entschlossen, mit aller Macht für den Kreissitz zu kämpfen. Das haben sie vor wenigen Tagen noch einmal bekräftigt. Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura hat am Donnerstag in einem Radiointerview erneut versichert, dass bei einem Zusammenschluss mit dem Nachbarkreis nur Perleberg als Kreisstadt denkbar sei.

Für ihre Stadt, argumentieren die Perleberger, hätte der Verlust des Kreissitzes viel schwerwiegendere Folgen aus für Neuruppin. Die Fontanestadt wäre stark genug – Perleberg nicht. „Die ganze Region würde an Bedeutung verlieren“, fürchtet Thomas Brandt, Bürgermeister von Groß Pankow. „Das wäre für uns eine Katastrophe“, sagt Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann.

Aus Ostprignitz-Ruppin war bisher eher wenig zu hören

Dazu wollen es die Prignitzer nicht kommen lassen. Immer mehr Gruppen und Initiativen formieren sich, die offen für Perleberg als Kreisstadt werben. Aus Ostprignitz-Ruppin war bisher eher wenig für Neuruppin zu hören.

Für Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde heißt das aber nicht, dass Neuruppin klein beigibt. „Ich wollte einfach nicht, dass sich die beiden Städte aufeinanderhetzen lassen“, sagt er. Was bringt es, wenn sich Neuruppin und Perleberg in einer Frage zerfleischen, die beide eigentlich ablehnen; beide sind entschieden gegen die Pläne des Landes für einen Kreisfusion. Golde hofft noch immer, dass die Pläne des Landes scheitern: „Entscheidend ist, was der Landtag sagt.“

Innenausschuss des Landtages tagt Anfang Juni

In der nächsten Woche befasst sich erst einmal der Innenausschuss des Landes damit. Am Donnerstag haben die Landräte, Bürgermeister und Politiker aus Prignitz und Ostprignitz-Ruppin deshalb zusammengesessen und über eine gemeinsame Position beraten.

Die Perleberger Stadtverordneten hatten schon am Mittwoch in einer Sondersitzung einen Appell an die Landesregierung verabschiedet. Für Golde ist damit klar, dass auch die Fontanestadt in der Diskussion nicht länger stillhalten darf. „Neuruppin ist Kreisstadt und Neuruppin muss Kreisstadt bleiben, das steht für uns fest“, sagt Golde.

Neuruppin will nun auch nicht mehr länger stillhalten

Die Neuruppiner fürchten, dass sie mehrere tausend Arbeitsplätze und Einwohner verlieren, wenn Perleberg Kreisstadt wird und sich Gerichte und Landesbehörden aus Neuruppin verabschieden. „Wer garantiert denn, dass die Behörden nach Perleberg gehen, wenn Perleberg Kreisstadt ist?“, fragt Golde. Wahrscheinlich würden die Ämter einfach eingespart, wenn Neuruppin seinen Status verliert. Dann wäre der Schaden für den gesamten Nordwesten des Landes viel größer. Golde: „Das Prinzip muss sein, Stärken zu stärken.“ Noch vor der Sommerpause werden die Neuruppiner Stadtverordneten beraten, wie sie vorgehen.

Von Reyk Grunow

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