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Pro Ruppin fühlt sich verunglimpft

Parzival-Streit in Neuruppin Pro Ruppin fühlt sich verunglimpft

Der Streit um die Zukunft des Parzival in Neuruppin scheint längst beendet, doch hinter den Kulissen brodelt es weiter. Der Auftritt des Stadtverordneten Siegfried Wittkopf (Linke) in einer Fernsehsendung des RBB sorgt für Ärger. Mitglieder der Wählergemeinschaft Pro Ruppin fühlen sich und ihre Gruppe verunglimpft und wollen juristische Schritte prüfen.

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Auch Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) sprach mit dem RBB über das Kunstwerk. Im Hotel einer Familie hängt ein Bild, das die wichtigsten Sponsoren von damals als Tafelrunde zeigt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Entscheidung um die Zukunft der Parzival-Skulptur am Neuruppiner Bollwerk ist zwar längst gefallen. Beendet ist der Streit aber noch lange nicht. In der Stadtverordnetenfraktion von Pro Ruppin brodelt es. Der Ärger der Abgeordneten richtet sich gegen Siegfried Wittkopf von der Fraktion der Linken. Oder besser gegen die Sätze von Wittkopf, die in einer Sendung des RBB-Fernsehens zum Parzival-Streit zu hören sind. Mehrere Mitglieder von Pro Ruppin fühlen sich verunglimpft und sind mächtig sauer.

Siegfried Wittkopf hat vor laufender Kamera darüber gesprochen, wie es dazu kam, dass der Parzival als Kunstwerk vor 18 Jahren am Ufer des Sees aufgestellt wurde. Unternehmer und andere Sponsoren hatten damals das Geld dafür gesammelt. Für Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde – damals einer der maßgeblichen Förderer des Projektes – ist der Parzival „ein Symbol für den Aufbruch der Unternehmer“.

Pro Ruppin soll die Korruption gefördert zu haben

Siegfried Wittkopf sieht im Parzival auch ein Zeichen seiner Zeit – die interpretiert er aber ganz anders. „Es hat damals eine Ära begonnen, die hängt auch mit der Wählergemeinschaft Pro Ruppin zusammen, die meinten, das Stadtparlament würde die Entwicklung in gewisser Weise stören“, sagt Wittkopf in dem Fernsehbeitrag: „Die Gruppe hat ein Netzwerk gebildet, aus dem Netzwerk wurde Filz und mit dem Filz kam die Korruption nach Neuruppin.“

Markus Fetter sitzt seit 2011 für Pro Ruppin in der Stadtverordnetenversammlung. Er fühlt sich und seine Fraktion von Wittkopf in ein völlig falsches Licht gerückt. Dass Pro Ruppin mit Korruption gleichgesetzt wird – für Fetter ein Unding. „Das können wir so nicht hinnehmen“, sagt er. Fetters Fraktionskollege André Ballast ist ähnlich entsetzt. Bei ihrem nächsten Treffen wollen die Abgeordneten von Pro Ruppin prüfen, ob sie juristisch gegen die Äußerungen vorgehen, mit denen Wittkopf in dem Fernsehbeitrag zitiert wird.

Wittkopf: Kritik gilt nur für die früheren Jahre

Der kann den Ärger sogar verstehen – fühlt sich selbst aber völlig falsch wiedergegeben. Was er gesagt hat, „das bezog sich auf die damalige Zeit“, versichert er. Der RBB habe sein langes Zitat so gekürzt, dass es missverstanden werden könne. „Ich bin damit auch unglücklich“, sagt Wittkopf. „Ich sehe Pro Ruppin heute unter einem ganz anderen Zeichen als vor 15 oder 18 Jahren. Es sind auch ganz andere Menschen und es ist nicht mehr das Netzwerk wie früher.“

Einzig an Bürgermeister Jens-Peter Golde übt er weiter Kritik. Golde ist Mitglied von Pro Ruppin und hat die Wählergemeinschaft einst sogar geleitet. Er war auch Chef des Verkehrsvereins Ruppiner Schweiz, als der mit Zustimmung der Stadtverordneten den Bauantrag für den Parzival gestellt hat.

Vorwurf der Befangenheit gegen den Bürgermeister

Dass ausgerechnet der Bürgermeister die Abstimmung über die Zukunft des Parzival jetzt im Stadtrat so vorangetrieben hat, findet Wittkopf „einen großen Fehler“. Golde hätte sich zurückhalten müssen, schließlich sei er in der Frage befangen. Per E-Mail hat sich Wittkopf deswegen bei Stadtverordnetenvorsteher Gerd Klier (Linke) beschwert.

Golde hält sich selbst nicht für befangen. Er wüsste nicht, welchen Vorteil er aus der Abstimmung zum Parzival haben sollte – und nur das ist entscheidend. Den Vorsitz des Verkehrsvereins hat er schon vor seiner Kandidatur als Bürgermeister niedergelegt, bei Pro Ruppin ist er nur einfaches Mitglied. Ohnehin schreibt die Kommunalverfassung nur vor, wann ein ehrenamtlicher Stadtverordneter befangen ist. Für hauptamtliche Bürgermeister gilt das nicht.

Von Reyk Grunow

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