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Wo Wünsche wahr werden

Projekt der "Aktion Mensch" half in Kyritz Behinderten bei der Lebensgestaltung Wo Wünsche wahr werden

Die Arbeiterwohlfahrt in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) betreut seit vielen Jahren Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen ambulant in verschiedenen Anlaufstellen. Eine dieser Stellen ist das so genannte Service-Haus in der Holzhausener Straße in der Knatterstadt. Dort nahmen nun einige Klienten an einem Projekt der "Aktion Mensch" teil.

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Awo-Betreuerin Ilsabe Grünbein (M.) unterstützte Beatrice Wolfram und Yvett Guhlmann (r.) beim Projekt.

Quelle: André Reichel

Kyritz. In das Service-Haus in der Holzhausener Straße kommen tagsüber regelmäßig mehr als 60 Klienten, die von mehreren Betreuern Unterstützung in so ziemlich allen Lebenssituationen bekommen. Eine der Betreuer ist Ilsabe Grünbein. Sie begleitete fast drei Jahre lang einige ihrer Klienten, die bei einem von der "Aktion Mensch" unterstützten Projekt mit dem Titel "Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe" teilnahmen. Bundesweit machten insgesamt 80 Personen bei dem Projekt mit, das unlängst endete.

Als Ilsabe Grünbein im Jahre 2011 von diesem Projekt hörte, war sie sofort begeistert davon und gewann vier Klienten, die dabei gern mitmachen wollten. "Wir waren alle erstaunt, dass wir mitmachen durften, denn schließlich gibt es in Deutschland viele Einrichtungen wie unsere", sagte Ilsabe Grünbein. Ein wenig skeptisch waren die Kyritzer Teilnehmer anfangs schon, denn keiner konnte sich vorstellen, wie man Teilhabe am gesellschaftlichen Leben messen kann. Zur Unterstützung bekamen die Probanden eine so genannte Teilhabebox mit, in der auf zahlreichen Karteikärtchen Wünsche zu vielen Bereichen des alltäglichen Lebens in Text und Bildform enthalten sind. Derart ausgestattet, arbeiteten die vier Projektteilnehmer intensiv an sich und lernten ihre Wünsche klar zu definieren und an deren Umsetzung zu arbeiten. Wie weit sie dabei schon gekommen sind, massen die Teilnehmer immer wieder und vergaben je nach Grad der Umsetztung Zensuren von eins bis fünf.

Yvett Guhlmann aus Neustadt ist eine der vier, die beim Projekt mitmachten und einer ihrer dringlichsten Wünsche war, mehr Selbstvertrauen zu bekommen. Zielstrebig arbeitete die 41-jährige monatelang daran und am Ende war sie auch erfolgreich. "Zur Abschlussveranstaltung des Projektes hielt ich eine Rede vor über 100 Leuten. Das hätte ich mit früher nie getraut. Mir hat die Aktion sehr viel gebracht, auch wenn ich mir nicht alles erfüllen konnte", sagte Yvett Guhlmann.

Auch Beatrice Wolfram aus Kyritz machte beim Projekt mit. Anfangs dachte die 30-jährige, sie hätte keine Wünsche. Doch schon bald erkannte sie, dass es doch so einige Dinge gab, die sie gern erfüllen wollte. "Ich lernte den richtigen Umgang mit meiner Katze und bin nun froh, selbst für mein Haustier sorgen zu können. Auch mit einer eigenen Wohnung hat es inzwischen geklappt", berichtet Beatrice Wolfram.

Rückblickend stellt Ilsabe Grünberg fest, dass das Projekt durchweg erfolgreich gelaufen ist. Besonders die Arbeit mit den Kärtchen aus der Teilhabebox findet die Betreuerin sehr praktikabel. "Die Karten bilden für unsere Klienten ein hilfreiches Grundgerüst, weil sie damit besser die Dinge benennen können, die ihnen im Leben wirklich wichtig sind", sagte Ilsabe Grünberg. Auch künftig wollen die vier Projektteilnehmer weiter mit der Kartenbox arbeiten und auch viele andere, die das Service-Haus besuchen, machen inzwischen mit.

Von André Reichel

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