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Ostprignitz-Ruppin Projekt für Generationen: Goldenes Grabow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Projekt für Generationen: Goldenes Grabow
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00:18 25.04.2016
Das große Tor ist der Grundstein für die Schule von „Goldenes Grabow“.
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Grabow

Sie hat viele Jahre als Yogameisterin gearbeitet, und sich auch bei anderen Lebenskonzepten umgeschaut. “Bio, Rohkost – irgendwie war ich aber immer nicht völlig zufrieden”, meint Iris Krause, die seit 2013 in Grabow lebt. Und dann war es 2011 die Geschichte der jungen Frau Anastasia, die in einem abgelegenen Teil Sibiriens völlig autark im Wald lebt, die sie überzeugt hat: „Als ich ihre Geschichte hörte, war mir klar: So funktioniert es.”

„2013 habe ich dann meinen Urgrabower gefunden”, sagt sie: Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie die Initiative „Goldenes Grabow” als Europäische wirtschaftliche Interessengemeinschaft: „Mit meinem Mann wuchs für mich auch der Wunsch, das Dorf zu erneuern.” Die beiden zogen in den Hof, der bereits vor 500 Jahren im Familienbesitz war und machten Pläne. Die begeisterten auch andere und inzwischen ist Grabow eine Art Pilgerort für jene geworden, die das Konzept der Familienlandsitze nach Anastasia ebenso faszinierend finden, wie Iris Krause. So trafen sich etwa 2015 etwa 700 Anastasia-Anhänger zum Fest im Dorf.

Permakultur und Ökogarten. Quelle: Claudia Bihler

Iris Krause erläutert das Prinzip: „Wir gehen davon aus, das jede Familie von einem Hektar Land so leben kann, dass noch etwas übrig bleibt.” 2014 konnte die Initiative dann aufgrund zahlreicher privater Kredite und Spenden 23 Hektar Land in Grabow erwerben, die Stück für Stück zu Familienlandsitzen werden sollen: Landfreikauf nennt Iris Krause das. Zudem soll es eine Schule, Dorfläden, ein Café oder auch das Vermessungsbüro ihres Mannes geben: „Aber die Schule, in der nicht nur Kinder, sondern alle Generationen lernen sollen, ist der Ort, der Strahlkraft für den ganzen Ort haben soll.”

Das Land soll den Familien zum Leben zur Verfügung gestellt werden - nicht als Eigentum, aber zur Dauernutzung: „Ganz genau wissen wir noch nicht, wie das geschehen soll, denn das heutige Recht gibt das nicht unbedingt her“, sagt Iris Krause Und während die Schule der Kristallisationspunkt des „Goldenen Grabows“ ist, können die Familien auf ihrem Hektar Land nach Belieben wirtschaften: „Manche gehen auch außerhalb arbeiten, andere bestellen das Land zur Selbstversorgung in Permakultur.” Eine Familie ist bereits dauerhaft aus Kassel nach Grabow gezogen – mit vier Kindern und dem Großvater: „Es ist ein Generationenprojekt.“

Zudem gibt es für die, die das Landleben erst einmal ausprobieren möchten, die so genannten Probelandsitze: Direkt im Grünen, dafür ohne Stromanschluss. Die beiden mobilen Landsitze sind derzeit bewohnt. Und dort, wo die künftige Schule steht, gibt es heute bereits einen großen Torbogen, auf dem steht: „Wir leben um zu lernen und werden weiser.”

Iris Krause, Gründerin der Initiative „Goldenes Grabow“. Quelle: Claudia Bihler

Ökolandbau, energieoptimierte Lebensweise, bei der auch mal die Handsäge benutzt wird statt der elektrischen, Dorferneuerung, Bildungsgemeinschaft oder Selbstversorger? Obwohl all das irgendwie Parallelen im Projekt hat, lacht Iris Krause. „Nein, und eine Kommune sind wir auch nicht.“ Auch, wenn das Projekt „Goldenes Grabow“ ein bisschen von allem hat, so geht es doch nicht um die einzelnen Komponenten, sondern um das Ganze: „Nicht um die einzelnen Puzzleteile, sondern um das ganze Bild, das sich aus ihnen ergibt”, meint die Geschäftsführerin der Initiative. „Und wir wollen, dass die Dörfer wieder den hohen Stellenwert bekommen, den sie eigentlich haben.”

Dass dies keine Pläne sind, die sich im Handumdrehen umsetzen lassen, ist Iris Krause klar: „Viele denken, wir sind Aussteiger, aber ich fühle mich vor allem als Einsteiger. Wir haben sehr viele Ideen, aber das hier ist ein Generationenprojekt. Man muss nur Vertrauen haben, dass diese Kraft wächst. Auch, wenn es 100 Jahre dauert, wichtig ist, dass die gemeinsame Richtung stimmt. Unsere Kinder werden mit dem Leitbild groß, dann kommt alles zusammen.”

Von Claudia Bihler

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