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Ostprignitz-Ruppin Protest gegen verkürzte Ampel-Schaltzeiten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Protest gegen verkürzte Ampel-Schaltzeiten
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00:18 03.04.2017
Jürgen Thierbach mit der Unterschriftenliste, die wenig später an Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann übergeben wurde. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Protest regt sich gegen die verkürzten Betriebszeiten dreier Fußgängerbedarfsampeln in der Röbeler Straße in Wittstock. Jürgen Thierbach kämpft dafür, dass die Ampeln künftig wieder täglich bis 21 Uhr in Betrieb bleiben und hat mit Helfern 226 Unterschriften von Menschen gesammelt, die diesem Ansinnen beipflichten. „Das war gar nicht schwer“, sagt er. Am Mittwoch hat er die Liste an Bürgermeister Jörg Gehrmann übergeben – in der Hoffnung, von ihm Unterstützung in der Sache zu bekommen. Dieser kündigte an, das Ganze in der nächsten Woche bei einem Gespräch mit dem Landkreis thematisieren zu wollen.

Die Verkehrsbehörde des Kreises hat kürzlich die Betriebszeiten von insgesamt rund 50 Ampelanlagen in Ostprignitz-Ruppin herabgesetzt. Darunter sind auch die drei genannten Ampeln in Wittstock, die nun – statt zuvor von 6 bis 21 Uhr – nur noch bis 18 Uhr in Betrieb sind. Grund: Nach 18 Uhr verringere sich das Verkehrsaufkommen erheblich, so dass Ampelregelungen dann oftmals nicht mehr nötig seien, sondern vielmehr sogar den Verkehr aufhalten würden. Das hätten Verkehrszählungen und Vor-Ort-Überprüfungen ergeben, sagt dazu Mathias Wittmoser, der Leiter des kreislichen Amtes für Sicherheit und Verkehr.

Eine Reihe von Argumenten

Die drei Fußgängerbedarfsampeln hätten dabei jedoch außen vor bleiben sollen, meint Jürgen Thierbach und bringt eine ganze Reihe von Argumenten vor, die das aus seiner Sicht untermauern: Die beiderseits der Straße angrenzenden Wohngebiete Röbeler Vorstadt und Waldring, in denen etwa 2500 Menschen leben, werden seit Jahren immer weiter seniorengerecht und behindertenfreundlich ausgebaut und modernisiert. Das passe nicht zur Verkürzung der Ampel-Schaltzeiten. Am Stadion des Friedens gibt es zudem Spiel- und Fußballplätze sowie eine Skaterbahn. „Ist es gewollt, dass Senioren und Kinder als die schwächsten Verkehrsteilnehmer ab 18 Uhr nicht mehr ohne Begleitung gesichert die Straße überqueren sollen, obwohl es dort seit mehr als 20 Jahren Fußgängerbedarfsampeln gibt? Im Hinblick auf die Sommer- und Ferienzeit ist diese Verkürzung ein Hohn“, sagt Thierbach. Außerdem würden Passanten gezielt zu den Ampeln geführt, um dort die Straße zu überqueren. In den Bereichen dazwischen ist das durch Hochborde und dahinter liegende Senken kaum möglich. Eine der Ampeln befindet sich direkt vorm Rewe-Markt, der bis 22 Uhr geöffnet ist.

Wichtige Funktion der Torampel

Auch erfülle vor allem die erste Ampel in Höhe der Einfahrt zur Franz-Mehring-Straße die Funktion einer „Torampel“. Das heißt, sie ist die erste ihrer Art nach dem Ortseingangsschild und sorge dafür, dass auch jenen Kraftfahrern klar wird, dass sie ins Stadtgebiet einfahren, die das Ortseingangsschild übersehen haben. An der Bebauung hingegen sei vor allem nachts der Beginn der Stadt in diesem Abschnitt kaum zu erkennen, denn die Häuser stehen rund 50 Meter hinterm Straßenrand und werden zum Teil von Bewuchs verdeckt, so Thierbach weiter. Die Röbeler Straße entlaste zudem die Innenstadt und nehme auch den erhöhten Verkehr auf, wenn es zu Autobahnsperrungen oder -staus am Dreieck Wittstock kommt.

„Die Fußgängerampeln in der Röbeler Straße wurden 1992 auf Antrag der Stadt zur Schul- und Spielwegsicherung installiert“, berichtet Thierbach, der bis 2008 Mitarbeiter der kreislichen Straßenverkehrsbehörde war. Auch die Ampeln durch Fußgängerüberwege ersetzen zu wollen, sei ungünstig. Denn dann müsse nicht nur der eigentliche Überweg eingerichtet, sondern auch für eine Beleuchtung gesorgt und somit die Straßenlampen versetzt werden – ein hoher finanzieller Aufwand also. „Die Fußgängerbedarfsampeln sind einfach die beste Lösung. Denn sie sind ja vorhanden und müssen nur genutzt werden.“

Von Björn Wagener

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