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Ostprignitz-Ruppin Prügelattacke: Urteil gegen NPD-Mann Trick
Lokales Ostprignitz-Ruppin Prügelattacke: Urteil gegen NPD-Mann Trick
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18:51 05.01.2016
Der NPD-Stadtverordnete Dave Trick (l.), hier mit seinem Anwalt Georg Unnebrink, stand wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Sieben Monate und zwei Wochen Haft auf Bewährung, so lautet das Urteil gegen den Neuruppiner NPD-Stadtverordneten Dave Trick. Das Amtsgericht Neuruppin verurteilte den 28-Jährigen am Dienstag wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung. Für Richter Sebastian Klinge steht fest, dass Trick gemeinsam mit seinem Freund Pierre B. im Mai 2014 einen damals 21-jährigen Wahlhelfer der Partei Die Linke in Neuruppin angegriffen, verprügelt und beleidigt hat.

Richter Sebastian Klinge. Quelle: Peter Geisler

Die Tat ereignete sich wenige Tage vor der Kommunalwahl. Trick, der Chef der rechtsextremen NPD in Neuruppin ist, kandidierte damals für die Stadtverordnetenversammlung. Gemeinsam mit Pierre B. war er am Abend des 19. Mai an der Bechliner Chaussee dabei, Wahlplakate aufzuhängen, als ihnen Konstantin K. begegnete. Der junge Mann war mit dem Fahrrad unterwegs, um Postwurfsendungen für die Linke zu verteilen. Die beiden NPDler kannten den jungen Mann nicht – erkannten aber am Aufdruck seiner Umhängetasche, für welche Partei er unterwegs war. Konstantin K. ließ sich von den Rechtsextremen nicht abschrecken. Als er an ihnen vorbeifuhr, hat Dave Trick den Wahlhelfer der Linken schließlich am Arm gepackt und ins Gesicht geschlagen. Der 21-Jährige stürzte, Trick drückte ihn mit dem Knie auf der Brust zu Boden und schlug auf ihn ein. Pierre B. stand zuerst abseits, kam dann aber dazu und trat das Opfer auch noch gegen Kopf und Körper. Schließlich sollen die beiden den Mann mit aufgeplatzter Lippe und Prellungen sowie Hämatomen an Kopf und Körper gehen lassen haben. So stellt sich der Fall jedenfalls für das Gericht dar.

Die Angeklagten behaupten, das Opfer sei der Täter

Das entscheidende Problem: Außer den Beteiligten gibt es keine Zeugen für den Angriff und fast keine anderen Beweise. Am Ende war das Urteil gegen Dave Trick und Pierre B. deshalb vor allem eine Frage des Glaubens. Wem glaubt das Gericht mehr?

Dave Trick im Gericht. Quelle: Peter Geisler

Die beiden Angeklagten stritten gar nicht ab, dass es am 19. Mai eine Auseindersetzung mit Konstantin K. gegeben hat. Für Verteidiger Georg Unnebrink war der Fall aber genau andersherum als von der Staatsanwaltschaft behauptet: Konstantin K. sei nicht das Opfer, sondern vielmehr der eigentliche Täter.

Die beiden Angeklagten behaupten, der bekennende Linke habe sie zuerst beleidigt, ihnen den Stinkefinger gezeigt, sie später sogar angespuckt und sei dann mit dem Rad gezielt auf Dave Trick zugefahren. Der konnte angeblich nicht mehr ausweichen, Trick und K. stürzten. Trick landete dabei mit dem Knie auf Konstantin K.s Brust, der wild um sich schlug. Beim Versuch, sich zu verteidigen, will Trick K. leicht verletzt haben. Pierre B. habe nur versucht, den Streit zu beenden und ansonsten gar nichts getan.

Für Anwalt Unnebrink war der Grund für den Angriff klar: Im seiner Wut auf die Rechtsextremen wollte K. es den beiden einfach zeigen: „Es ist der Klassenfeind, gegen den er vorging.“ Dass Konstantin K. an Gegendemonstrationen gegen die NPD teilnimmt und aktiv für die Linke arbeitet, ist für Unnebrink ein Indiz für dessen politische Gesinnung.

Richter: „Ich halte diese Einlassungen für eine Schutzbehauptung.“

Aber würde ein eher schmächtiger junger Mann wirklich zwei deutlich kräftigere und ältere Wahlkämpfer der NPD angreifen – ganz allein? Für Staatsanwalt Torsten Lowitsch wäre das „sowas wie Harakiri“ – völlig unglaubwürdig. Richter Klinge sah das ähnlich: „Ich halte diese Einlassungen für eine Schutzbehauptung.“

Klinge verurteilte Trick zu sieben Monaten und zwei Wochen auf Bewährung, Pierre B. zu acht Monaten auf Bewährung. Beide müssen zudem 500 Euro an den Verein Weißer Ring zahlen, der sich für Opfer von Straftaten einsetzt. Die Anwälte haben noch im Gericht erklärt, dass sie das Urteil nicht akzeptieren.

Von Reyk Grunow

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