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Puhdys rocken in Neuruppin

Rocklegenden auf Abschiedstournee Puhdys rocken in Neuruppin

Mit zwei ausverkauften Konzerten verabschiedeten sich die Puhdys am Wochenende in der Neuruppiner Kulturkirche von ihrem Publikum. Aufgrund der großen Nachfrage wurde ein zweites Konzert eingeschoben. Das Publikum feierte die Kultband euphorisch. Es wurde gesungen , gerockt und geschunkelt.

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Die Puhdys spielten diesmal im Sitzen.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Die wilden Jahre der Puhdys sind vorbei? Noch will es keiner der Fans so recht glauben. Auf ihrer Tour wurden sie in allen Konzert-Orten euphorisch gefeiert – so wie in der Neuruppiner Kulturkirche, wo es am Wochenende gleich zwei Abschiedskonzerte gab.

Sie spielen bis zur Rockerrente, das hatten sie versprochen. Nun scheint es so weit zu sein. „Und ist die Konkurrenz auch hart, wir gehen immer wieder an den Start. Wir lassen uns nicht unterkriegen, wir rocken, bis die Fetzen fliegen“, sangen sie auf ihrem Abschiedskonzert. Nun ist es keine Ente mehr; es dröhnt durch die ausverkaufte Kulturkirche und alle Fans stimmen ein: „Es ist keine Ente. Wir spielen bis zur Rockerrente.“ Im Stillen hoffen hartgesottene Puhdys-Anhänger wohl dennoch auf eine Rückkehr, denn Abschieds-Gerüchte gab es in den vergangenen Jahren schon häufiger.

Es gab kein Halten

Es gab kein Halten: Die Musik riss die Fans in der Pfarrkirche von den Stühlen.

Quelle: Cornelia Felsch

Seit 46 Jahren sind die Puhdys im Geschäft. Aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der „Ur-Besetzung“ – Peter Meyer, Udo Jacob, Harry Jeske und Dieter Hertrampf – ergab sich der Bandname. Am 19. November 1969 gaben sie ihr erstes Konzert, es war der Start einer beispiellosen Karriere. Rockbands wie Deep Purple, Uriah Heep und Led Zeppelin waren zunächst ihre Vorbilder, bald folgten Eigenkompositionen, mit denen die Musiker schnell den DDR-Olymp der Rockmusik erklommen. Heute blicken sie auf 22 Millionen verkaufte Tonträger und mehr als 4000 Konzerte zurück. Zum Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ spielten die Puhdys 1973 die beiden legendären Titel „Geh zu ihr“ und „Wenn ein Mensch lebt“ ein. Nach über 40 Jahren rissen diese Songs auch die Neuruppiner Fans von den Stühlen, der Saal tobte.

Drei Generationen treffen in Puhdys-Konzerten mittlerweile aufeinander. Und obwohl sie als wichtigste Band Ostdeutschlands gelten, singen Fans in ganz Deutschland ihre Hits. Schon 1981 füllten die Puhdys die Westberliner Waldbühne – ganz ohne DDR-Publikum strömten 12000 Besucher zum Westkonzert. Für die DDR waren sie ein willkommener Devisenbringer. Ihre Platten wurden in beiden Teilen Deutschlands und vielen anderen Ländern veröffentlicht.

Dieter Birr glaubt an ein Wiedersehen in 100 Jahren

Was nach der gemeinsamen Band-Ära kommt, darüber sind sich Dieter „Maschine“ Birr, Dieter „Quaster“ Hertrampf, Peter „Eingehängt“ Meyer , Klaus Scharfschwerdt und Peter „Bimbo“ Rasym noch nicht ganz im Klaren. Sicher ist aber, dass man von den einzelnen Musikern noch hören wird. Wenn man Dieter Birr Glauben schenkt, gibt es am 3. Oktober 2115 ein Wiedersehen in Neuruppin. Der Gitarrist, Sänger und Komponist will nämlich ein zweites Leben beantragen und in 100 Jahren mit den Neuruppiner Fans über alte Zeiten plaudern. „Der Tod kann mich mal am Arsch lecken“, sagt der 71-Jährige am Sonnabend.

Das Publikum ist mit der Band ergraut

Bis ans Ende der Welt wollen sie durchs Leben marschieren, alt wie ein Baum sind sie noch lange nicht, auch wenn sie beim Konzert sitzen und der größte Teil des Publikums mit ihnen ergraut ist. Die rauen Stimmen und der satte Sound begeistern immer noch, und zur Abwechslung gibt es von Dieter Hertrampf sogar noch eine Operetteneinlage. Der 75-jährige Senior der Band, Peter Meyer, beeindruckt das Publikum mit einem temperamentvollen Saxofon-Solo, und zum Song „Eine Frage der Ansicht“ darf sogar geschunkelt werden.

Das Publikum feiert die Altrocker schon nach dem ersten Titel, sang lauthals, tanzt, rockt und reckt die Hände in die Höhe. In den ersten Reihen fordern die Fans schließlich lautstark „He, wir woll’n die Eisbärn sehn“ – und werden von den Kultrockern selbstverständlich erhört.

Zum Abschluss gibt es eine eher nachdenkliche Zugabe. Aus dem Album „Das Buch“ erklingt der Titelsong. „Den haben wir 1987 im Palast der Republik gespielt bei ,Rock für den Frieden’“, erzählt Dieter Birr. In dem Song geht es um die Angst vor dem Atomkrieg und dessen Folgen für die Menschheit auf der Erde.

Von Cornelia Felsch

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