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Quer durch Deutschland mit Halt in Neuruppin

3500 Kilometer mit dem Fahrrad Quer durch Deutschland mit Halt in Neuruppin

Von Freiburg im Breisgau nach Hamburg mit Umweg über München, das Ruhrgebiet, Dresden, Berlin und Rostock. Moritz Frehse erfüllte sich mit 34 Jahren einen Traum und übernachtete auf seiner Fahrradtour auch in Neuruppin. Bisher blieb er von Fahrradpannen verschont und lernte viele nette Menschen kennen.

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Moritz Frehse verabschiedet sich am Fontanedenkmal von seiner Dachgeberin Manuela von Höfen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ein sonniges Frühstück auf dem Neuruppiner Schulplatz, eine Tasse Tee, dann muss Moritz Frehse auch schon weiter. Sein Ziel ist Waren an der Müritz, und für den Abend ist Regen angesagt. Moritz Frehse ist mit dem Fahrrad unterwegs, und das schon seit Pfingsten. Gestartet ist er in Freiburg im Breisgau. Am Mittwochabend erreichte er – aus Berlin kommend – Neuruppin. Bis Montag will er wieder zu Hause in Hamburg sein – mit einem Abstecher nach Rostock und Schwerin.

Moritz Frehse ist 34 Jahre alt und hat seinen Job bei einer Werbeagentur in Hamburg gekündigt. Nach fünf Monaten Auszeit will er sich selbstständig machen. Einen großen Teil seiner freien Zeit nutzt er nun, um sich Deutschland anzusehen. Das Fahrrad ist für ihn dabei das ideale Verkehrsmittel, weil es das richtige Tempo hat, um viel von der Landschaft zu sehen und unterwegs auch mal Pause zu machen und ein Schwätzchen zu halten.

Bis auf Bremen, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Franken durchquert er die meisten Regionen Deutschlands. „Ich lasse mich treiben und überraschen. So komme ich in Orte, von denen ich vorher nichts gehört habe“, sagt er. So wie Neuruppin. Moritz Frehse ist sehr angetan von der Lage am See und von den vielen schön restaurierten Häusern. Dass dazwischen noch ein paar unrestaurierte stehen – umso besser! Sonst könnte man den Kontrast ja gar nicht erkennen.

Die Route suchte er sich nicht nach Sehenswürdigkeiten aus

In den meisten Orten bleibt er nur eine Nacht. Zeit für Besichtigungen bleibt da nicht. Seine Route hat sich der 34-Jährige nicht nach Sehenswürdigkeiten ausgesucht, sondern danach, wo er Freunde, Verwandte und Bekannte hat, bei denen er übernachten kann. In Brandenburg ist das Angebot an Freunden und Verwandten spärlich. In solchen Fällen greift Moritz Frehse etwa ein dutzendmal auf „Dachgeber“ zurück – das sind Menschen, meist selbst Reiseradler, die anderen Radreisenden kostenlos eine Schlafgelegenheit zur Verfügung stellen.

Manuela von Höfen, die seit 2012 in Neuruppin lebt, hat Moritz Frehse beherbergt und ihn dafür morgens zu Gröpler geschickt, Brötchen holen. Ein Buch hat Moritz Frehse auf seiner siebenwöchigen Reise nicht dabei. Tagsüber fährt er, und abends hat er nette Gesellschaft für Gespräche und für einen Stadtrundgang – mal gleichaltrige Schulfreunde, mal 80-jährige Verwandte. Für Manuela von Höfen ist Moritz der erste Gast. Nach Neuruppin kämen bisher nicht viele, die das Dachgeber-Angebot des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs nutzen.

Auf dem Helm hat er eine Kamera montiert

Wo Deutschland am schönsten ist, das kann Moritz Frehse nach seiner Tour gar nicht sagen. Er war im Allgäu in den Bergen und im Flachland – wo es schön ist, das hängt oft vom Wetter ab und von der Straße. In Sachsen-Anhalt gab es mal ein paar triste Kilometer, „aber vielleicht hab ich da die falsche Route gewählt“, sagt Moritz Frehse. Statt Landkarten benutzt er einen elektronischen Routenplaner mit Satelliten-Ortung. Auf dem Helm hat er eine Kamera montiert und im Rucksack hat er seinen Laptop dabei. Auf dem Computer schreibt er von unterwegs ein Internet-Tagebuch, das bei Facebook zu finden ist. Auch einen professionellen Trailer wie im Kino hat der Werbefachmann für seine Tour produziert und ins Netz gestellt. Motto: „40 Etappen, zwei Räder, ein Traum.“

Bisher wurde der Traum weder von blöden Erlebnissen mit Autofahrern getrübt noch von Fahrradpannen. Sein schwarzes Cannondale-Alltagsrad mit zehn Gängen erwies sich als reisetauglich.

Selbst so richtig eingeregnet ist er bisher erst einmal zwischen Falkenhagen und Dresden. Nur im Juli musste er eine dreiwöchige Zwangspause einlegen wegen eines Infekts. Er nahm den Zug nach Hamburg und ließ sich daheim von seiner Frau gesund pflegen. Wieder genesen, wollte er es dann wissen und legte gleich am ersten Tag die längste Etappe seiner Tour hin – 172 Kilometer. Meist lässt er es aber mit 80 oder 90 bewenden. Sein Gepäck ist leicht, zwei Garnituren Wäsche reichen, man kann ja unterwegs waschen. Nette Gastgeber wie Manuela aus Neuruppin machen es möglich.

Von Christian Schmettow

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