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Will Neustadt jetzt Kasse machen?

Schlossbesitzer sauer Will Neustadt jetzt Kasse machen?

Die Neustädter Stadtverordneten haben die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet um das Schloss und die Mühle Spiegelberg beschlossen. Doch der Schlossbesitzer ist sauer. Sein Vertreter sagt: Amt und Stadt versuchen den Schlosseigentümer in den laufenden Mietverhandlungen unter Druck zu setzen.

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Die Neustädter Stadtverordneten wollen per Bebauungsplan sicherstellen, dass das Haus nur als Internat genutzt wird.

Quelle: Alexander Beckmann

Neustadt. Die Eigentümer des Schlosses Spiegelberg in Neustadt fühlen sich von Lokalpolitik und Verwaltung unfair unter Druck gesetzt. Am vergangenen Montag hatten die Neustädter Stadtverordneten die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet um das Schloss und die Mühle Spiegelberg beschlossen. Beide Gebäude werden als Internate für Reitschüler genutzt. Der Bebauungsplan soll sicherstellen, dass das auch so bleibt. Hintergrund waren offenbar die Verhandlungen der Kommune mit dem Eigentümer des Schlosses über eine Anmietung. Neustadt will das Internat selbst weiterbetreiben, nachdem der Eigentümer als bisheriger Betreiber seinen Ausstieg aus dem Geschäft angekündigt und Verhandlungen mit dem Landkreis zur Unterbringung von Flüchtlingen aufgenommen hatte.

Gegenüber der MAZ kritisiert Jakob Waßmann als Vertreter des Eigentümers, der Zühlke Betriebsgesellschaft aus Dreetz, das Neustädter Vorgehen scharf. Amt und Stadt versuchten, den Schlosseigentümer in den laufenden Mietverhandlungen unter Druck zu setzen, so Waßmann. „Wir traten von den Verhandlungen mit dem Landkreis zurück auf die Zusage hin, dass das Amt uns die gleichen Vertragsbedingungen anbieten würde“, berichtet er. Statt des angestrebten Fünfjahresvertrages werde nun aber nur einer über sechs Monate angeboten. Zudem liege das Mietpreisangebot mit 3 Euro je Quadratmeter rund 30 Prozent unter der ortsüblichen Miete. Zugleich versuche Neustadt per Bebauungsplan, alternative Nutzungen auszuschließen und andere Interessenten abzuschrecken. Weitere Folge: „Ein Verkauf als Anlageobjekt wäre damit ausgeschlossen.“

Nach Auffassung von Jakob Waßmann hat das Amt seit langem versucht, das Internat Schloss Spiegelberg als Konkurrenten aus dem Geschäft zu drängen. Seine Familie habe das damals marode Haus kurz nach der Jahrtausendwende von der Kommune erworben und mit erheblichem Aufwand überhaupt erst nutzbar gemacht. „Das Amt bat uns damals, das Gebäude als Internat nutzen zu können, um das Projekt ,Reiten an der Schule’ überhaupt zu ermöglichen.“

Das Amt baute ab 2008 die ehemalige Mühle zum Internat um

Ab 2008 baute das Amt dann, nicht zuletzt aus Platzgründen, für knapp drei Millionen Euro an einem eigenen Internat in der alten Mühle gleich neben dem Schloss. Mit der Fertigstellung 2010 übergab es den Internatsbetrieb im Schloss in private Hände und konzentrierte sich ganz auf die Mühle. Doch die Erwartungen erfüllten sich nicht so ganz – vor allem hinsichtlich der Auslastung.

Das hält Jakob Waßmann auch für den Grund dafür, dass ihm das Amt die Unterstützung bei der Beantragung von Landesförderung für Internatsschülern aufkündigte, was wiederum eine sinkende Nachfrage im Schloss nach sich zog. Diese Situation habe ihn überhaupt erst dazu veranlasst, den Internatsbetrieb aufgeben zu wollen und eine neue Nutzung zu suchen. „Wie man jedoch jetzt sieht, wird diese ebenfalls erheblich eingeschränkt“, lautet sein Fazit. „Ob die vom Amt in Betracht gezogenen Schritte überhaupt rechtens sind, wird sich noch zeigen.“

Klar ist auf jeden Fall, dass all dies einen Schatten auf die Verhandlungen um den weiteren Betrieb des Internats Schloss Spiegelberg wirft. Die Stimmung zwischen den angehenden Partnern dürfte nicht die Beste sein. Ende Dezember will die Zühlke Betriebsgesellschaft sich aus dem Internatsgeschäft zurückziehen. Der reibungslose Übergang an einen neuen Betreiber erscheint noch ungewiss.

Von Alexander Beckmann

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