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Radikale Baumstutzung in Wusterhausen

Krone von 250 Jahre alter Eiche wird eingekürzt Radikale Baumstutzung in Wusterhausen

In Wusterhausen ist zu Wochenbeginn eine jahrhunderte alte Eiche gestutzt worden. Von dem 250 Jahre alten Baum ist kaum noch etwas übrig. Gerüchte, wonach der Baum ganz weg soll, sind aber falsch. Aber die Zurechtstuzung des Baums hat dennoch einen wichtigen Grund.

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Wusterhausen. Man mag dazu stehen, wie man will, aber wie ein lebensfähiger Baum sieht das nicht mehr aus. Nach dem Baumschnitt vom Wochenbeginn ist von der fast 250 Jahre alten Eiche an der Wusterhausener Seemühle praktisch nur der Stamm geblieben. Vermutungen, dass dies nur der erste Schritt gewesen sein könnte und dass der Baum noch ganz verschwinden soll, widersprach das Bauamt der Gemeinde Wusterhausen auf Nachfrage: Nein, das solle so bleiben. Was weitere Fragen angeht, wurde auf das Landratsamt verwiesen.

Das dortige Umweltamt ist für die Genehmigung von Baumfällarbeiten zuständig. Und das Büro des Landrates bestätigt: Für die Fällung der Eiche lag eine solche Genehmigung nicht vor. Allerdings habe man einer Kroneneinkürzung zugestimmt.

Anlass für diesen Schritt war der dicke Ast, der vor einer guten Woche von dem Baum herunterbrach und den Gartenzaun eines Nachbargrundstücks zertrümmerte. Das hätte auch fatal enden können. Der Grundstückseigentümer erstattete Anzeige. Auch in der Wusterhausener Gemeindeverwaltung sah man Gefahr im Verzug. Bürgermeister Roman Blank wollte sich für die Fällung des Baumes einsetzen.

Doch gerade dies hatte in der Stadt besondere Brisanz: Erst im März hatte sich Günter Kerfin aus Wusterhausen eben wegen dieses Baumes an den Landrat gewandt. Er forderte die Unterschutzstellung der Eiche als Naturdenkmal und legte dafür 230 Unterstützerunterschriften vor. Noch hatte die Kreisverwaltung allerdings keine Entscheidung getroffen.

Immerhin legte das Umweltamt des Kreises nach dem Absturz des Astes aber sein Veto gegen die beantragte sofortige Fällung ein und genehmigte lediglich die „Kroneneinkürzung”.

Dabei handelt es sich durchaus um eine radikale Maßnahme, um instabile Bäume zu sichern und um die von ihnen ausgehende Gefahr zu verringern. Der Stamm soll entlastet werden. Absturzgefährdete Äste werden entfernt. Ziel ist es dabei stets, den Baum lebensfähig zu erhalten. Deshalb gehen Fachleute auch davon aus, dass die Krone maximal um 20 bis 25 Prozent reduziert werden darf. Alles andere würde langfristig das Überleben des Baumes gefährden und dadurch neue Risiken mit sich bringen.

Bei der Eiche an der Seemühle ging der Einschnitt am Montag allerdings sichtlich tiefer. alle Äste wurden entfernt. Die Baumkrone existiert nicht mehr. Die Eiche hat damit das Ende ihrer Lebenszeit erreicht.

Die Entscheidung dazu sei kurzfristig gefallen, teilt die Pressesprecherin des Landkreises Britta Avantario auf Nachfrage mit: „Bei den Arbeiten am Baum wurde festgestellt, dass die Schäden größer sind als zunächst angenommen.” Um weitere Gefahr für Passanten auszuschließen, habe man sich zu Kappung entschlossen.

Der Stamm soll stehen bleiben und auf natürliche Weise verrotten. Dabei könne er noch als Lebensraum für Tiere und Pflanzen dienen, heißt es aus dem Landratsamt.

Von Alexander Beckmann

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