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Rafi möchte gerne schneller Deutsch lernen

Flüchtlinge in Wittstock und Heiligengrabe Rafi möchte gerne schneller Deutsch lernen

Rund 50 Gäste kamen zu einer Diskussion ins Wittstocker Rathaus, bei der die Friedrich-Ebert-Stiftung darüber reden wollte, wie Flüchtlingen heute bei der weiteren Integration geholfen werden kann. Der 17-jährige Rafi aus Afghanistan schilderte seine halsbrecherische Flucht aus dem Krisenland: Heute möchte er schneller die deutsche Sprache lernen.

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Wolfgang Bautz von der Friedrich-Ebert-Stiftung bei der Diskussion in Wittstock.

Quelle: Claudia Bihler

Wittstock. Die 45 Tage, die Rafi (17 Jahre) für seine Flucht aus Afghanistan nach Deutschland gebraucht hat, werden ihm wohl immer in Erinnerung bleiben: Es ging mit dem Wagen in höllischem Tempo durchs Taliban-Gebiet. Tage, an denen der damals 16-Jährige Tag und Nacht gelaufen ist, ohne zu essen. „Sicherheit“ war die Begründung, warum die Eltern – eine Arztfamilie – ihren Jüngsten auf die ungewisse Reise schickten. Inzwischen ist Rafi seit September in Deutschland, lebt in einer Wohngemeinschaft für minderjährige Flüchtlinge in Heiligengrabe und hielt seinen Vortrag in Deutsch. Was er sich am meisten wünscht, ist: „Ich würde gerne schneller Deutsch lernen.“ Mit viel Applaus bedankten sich die rund 50 Gäste in der Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Wittstocker Landtagsabgeordnete Ina Muhs (SPD) hat sie organisiert. Es ging darum, wie den Flüchtlingen heute am besten geholfen werden kann, nachdem die ersten Schritte zu ihrer Integration inzwischen getan sind.

Mit 16 Jahren ist  Rafi alleine aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet

Mit 16 Jahren ist Rafi alleine aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet.

Quelle: Claudia Bihler

Ob Lehrer oder Sozialarbeiter – in einem stimmten sie alle dem 17-Jährigen zu: Sprache ist die Schlüsselkompetenz, auch um Freundschaften zu schließen, sich also wirklich in die hiesige Gemeinschaft einfügen zu können. In der Clearingstelle im B3-Center behelfe man sich dabei oft auch mit Umwegübersetzungen, sagt Sebastian Schmidl, der dort arbeitet. Für alles andere sei oft Improvisation gefragt. Schließlich stehe man zum ersten Mal vor der Situation, so viele Menschen aufzunehmen. Dennoch habe das Land mit diversen Programmen dafür gesorgt, dass die Integration gefördert werde, sagte Ina Muhs: „Etwa mit einem Seminar für interkulturelle Kompetenz für Lehrpersonal“, fügte sie hinzu, nachdem zwei Lehrer über die Schwierigkeiten berichteten, ihre ausländischen Schüler in den vorgeschriebenen Lehrplan zu integrieren. Vieles leisten ehrenamtliche Helfer. Sportvereine, die sich über den Mannschaftszuwachs freuen, wie Mike Dahmer über Hansa Wittstock berichtete. Oder pensionierte Sprachlehrer wie Hans Dietz, der zweimal wöchentlich Deutsch lehrt: „Mehr Ehrenamtler wären wichtig."

Wolfgang Bautz von der Friedrich-Ebert-Stiftung: „Sprache, Freizeit, Orientierung – es gibt unendlich viele Felder, um sich zu engagieren. Die Stiftung kann vor Ort den Helfern helfen.“

Bürgermeister Jörg Gehrmann aus Wittstock und Holger Kippenhahn aus Heiligengrabe appellieren an Menschlichkeit ohne Wenn und Aber. Gehrmann: „Während wir hier sitzen, ertrinken weiter Flüchtlinge im Mittelmeer.“

Von Claudia Bihler

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