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Raketenattrappe verletzt Luftraum

Schweinrich Raketenattrappe verletzt Luftraum

Die Mahnsäule, die bei Schweinrich an kämpferische Zeiten rund um das sogenannte Bombodrom erinnert, ragt auf ein Privatgrundstück. Sie ist nicht nur deshalb existenzgefährdet.

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Die Mahnsäule bei Schweinrich.

Quelle: Björn Wagener

Schweinrich. Die Mahnsäule bei Schweinrich ist in Gefahr. Die aus Stahl nachgebildete Birke, die von einer Rakete durchbohrt wird, ist ein Symbol, das an kämpferische Zeiten rund um das sogenannte Bombodrom erinnert. Seit dem 1. Januar 2004 steht sie an der Landesstraße 15, kurz hinter Schweinrich in Richtung Flecken Zechlin.

Doch damit könnte es bald vorbei sein. Denn es gibt Ärger mit dem Besitzer des angrenzenden Grundstückes. Das liegt daran, dass die Rakete den Luftraum über dem Grundstück verletzt. Sie ragt etwa 40 Zentimeter in das Gebiet hinein. „Der neue Besitzer will das Kunstwerk an diesem Ort deshalb nicht dulden“, sagt Ulrike Laubenthal von der Friedensscheune in Zempow und gibt zu bedenken: „Die Mahnsäulen sind anschauliche Erinnerung an die erfolgreiche Bürgerbewegung gegen die Einrichtung eines Luft-Boden-Schießplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide.“ Der Grundstücksbesitzer, der namentlich nicht genannt werden möchte, ist telefonisch nicht erreichbar, schreibt aber dazu auf MAZ-Nachfrage in einer SMS: „Zehn Jahre hat sich keiner um dieses illegal erstellte Bauwerk gekümmert. Jetzt kommen Berliner Künstler, begehen Sachbeschädigung auf meinem Grundstück und wollen mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe.“

An vielen hölzernen Mahnsäulen nagt der Zahn der Zeit

Doch nicht nur die Schweinricher Säule ist in Gefahr. An vielen der meist hölzernen Kunstwerke nagt der Zahn der Zeit. „Bis vor kurzem wurden einige Säulen noch regelmäßig einmal im Jahr gestrichen“, berichtet Ulrike Laubenthal. „Aber mit Rainer Kühn und Wolfgang Dicks sind im vergangenen Jahr zwei Menschen gestorben, die sich um einen Großteil dieser Arbeiten gekümmert haben. Ohne Anstrich werden auch die noch gut erhaltenen Säulen schnell verwittern.“ Mehr als 60 Mahnsäulen und andere Kunstwerke seien von 1992 bis 2010 im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um das „Bombodrom“ an der Platzgrenze und in den Dörfern aufgestellt worden. Gut 30 davon stünden noch heute, so Ulrike Laubenthal weiter.

Arbeitskreis „Perlenkette“ zur Bombodrom-Geschichte

Deshalb beschäftige sich der Arbeitskreis „Perlenkette“, eine Kooperation von Landkreis, Friedensscheune, Förderverein Dorfkirche Gadow und Museum Neuruppin, mit der Frage, wie mit der Geschichte des Bombodroms umgegangen werden sollte. Speziell die Zukunft der Mahnsäulen stehe auf der Tagesordnung des nächsten Treffens der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide“, die für den 2. November angesetzt ist. Laut Ulrike Laubenthal seien drei Varianten im Gespräch: die Pflege der Säulen vor Ort; die Zusammenfassung in einem zentralen Skulpturenpark – oder man überlässt sie schlicht ihrem natürlichen Verfall.

Zu einer Diskussion über die Zukunft der Mahnsäulen lädt die Friedensscheune für den Reformationstag, 31. Oktober, um 15 Uhr nach Zempow ein. Die Veranstaltung bildet den Abschluss der Ausstellung „Mahnsäulen“, die seit August in der Friedensscheune zu sehen ist.

Von Björn Wagener

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