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Ostprignitz-Ruppin „Die Vielfalt liegt mir“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Die Vielfalt liegt mir“
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02:20 26.04.2018
Er will weitermachen: Landrat Ralf Reinhardt (SPD). Quelle: Dirk Mahler
Vehlow

Dass Ralf Reinhardt heute Landrat in Neuruppin ist, liegt an der Wende 1989. Besser gesagt an den Jahren danach. „Diese Zeit und die Jahre danach haben ganz, ganz viele Änderungen mit sich gebracht“, sagt er selbst. 1976 in Kyritz geboren war Ralf Reinhardt gerade 13, als die Mauer fiel. Er lebte schon damals auf dem Hof seiner Eltern in Vehlow.

Der Ort gehörte immer mehr oder weniger zu Kyritz. Was Kommunalpolitik für Folgen haben kann, hatte er schon damals gemerkt. Mit der Kreisgebietsreform 1993 wechselte Vehlow plötzlich in die Prignitz und nicht wie die anderen Gemeinden nach Ostprignitz-Ruppin. Der Hof, auf dem Reinhardt noch heute lebt, liegt 2,5 Kilometer hinter der Kreisgrenze und doch gehört er eben nicht mehr zu Kyritz wie all die Jahre zuvor.

„Diese Zeit damals hat mich geprägt und mein Interesse für Politik geweckt“, sagt Ralf Reinhardt. „Ich habe immer gesagt, ich will nicht nur meckern, sondern auch gucken, was man an Beiträgen leisten und verändern kann.“ Nach dem Abitur 1995 hat er Jura studiert, in Berlin und ein Jahr lang auch in Oslo. Noch heute spricht er neben Englisch und Russisch auch Norwegisch und hält den Kontakt zu Studienfreunden in Norwegen.

Gleich nach dem Studium wurde er Bürgermeister

Die Politik habe ihn auch während des Studiums nicht losgelassen. Kurz nach dem 2. Staatsexamen bekam er die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Als der damalige Bürgermeister von Wusterhausen zurücktrat, stellte sich Reinhardt zur Wahl – und wurde einer der jüngsten hauptamtlichen Verwaltungschefs eine Kommune in Brandenburg.

Als Christian Gilde wenige Jahre später als Landrat von Ostprignitz-Ruppin in den Ruhestand ging, nominierte die SPD Ralf Reinhardt, damals parteilos, als ihren Kandidaten für Gildes Nachfolge. Der Kreistag hat ihn schließlich zum neuen Landrat gewählt.

Als Bürgermeister war er über die Grenzen seiner Gemeinde wenig bekannt, als Landrat steht er immer und überall im Fokus, egal wohin er kommt. Als Landrat ist er Chef von mehr als 850 Mitarbeitern des Landkreises, trägt die Verantwortung in den kreiseigenen Gesellschaften wie den Ruppiner Kliniken, der Sparkasse, der Busgesellschaft ORP und auch bei der Medizinischen Hochschule, im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und der Abfallwirtschaftsunion (Awu).

Er telefoniert morgens im Auto, Mails beantwortet er am Abend

Die Liste der Aufgaben ist lang, die Arbeitstage sind es auch. „Die Vielfalt liegt mir“, sagt Reinhardt. Viele Telefonate erledigt er, wenn er morgens nach Neuruppin fährt, E-Mails beantwortet er nachts, wenn er zurückkommt.

Immer im Blick der Öffentlichkeit, auch beim privaten Einkauf; immer in der Kritik; immer in der Pflicht – war ihm klar, worauf er sich einlässt, als er 2010 Landrat wurde? „Ich kannte das vorher schon“, sagt Reinhardt. „Als Bürgermeister in Wusterhausen habe ich das ähnlich erlebt, vielleicht sogar etwas stärker.“ Für viele Menschen ist das Amt des Landrats doch weiter entfernt als das des Rathauschefs.

Sport ist Reinhardts Ausgleich für Beratungen, Treffen in Büros und Autofahrten. Er fährt Rad, spielt Badminton, schwimmt. Und er spielt Volleyball, wenn auch nicht so oft, wie er gern würde. Vier, fünf Mixed-Turniere im Jahr sind gerade noch drin und Training, wann immer es geht.

Fünf Kandidaten stellen sich der Wahl

Zur Landratswahl am 22. April in Ostprignitz-Ruppin sind fünf Bewerber zugelassen. Neben dem Amtsinhaber Ralf Reinhardt (SPD) gehen der Wulkower Landwirt und Kreistagsabgeordnete Sven Deter (CDU), der Arzt und Betriebsrat der Ruppiner Kliniken Christian Scherkenbach (parteilos, unterstützt von der Linken), der Rheinsberger Anwalt und Kreistagsabgeordnete Hans-Georg Rieger (BVB/Freie Wähler) und AfD-Kreischefin Petra Hentschel ins Rennen.

Neuer Landrat wird, wer mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält. Erreicht das keiner, kommt es am 6. Mai zur Stichwahl. Bis zur Wahl stellt die MAZ alle Kandidaten vor.

Manchmal bei Union Neuruppin, manchmal im Verein in Wusterhausen. „Je nachdem, wo ich gerade bin und Zeit hab“, sagt Reinhardt: „Ich bin froh, dass die Kameraden das so mitmachen.“ Früher hat er selbst Jugendmannschaften trainiert. „Die Trainerrolle kann ich nur schwer ablegen“, sagt er und lacht.

Erst parteilos, inzwischen Mitglied in der SPD

Acht Jahre ist Reinhardt jetzt Landrat und würde es sehr gern noch weitere acht Jahre sein. Die SPD hat ihn mit riesiger Mehrheit wieder als ihren Kandidaten für die Wahl am 22.April aufgestellt, inzwischen nicht mehr parteilos, sondern seit fünf Jahren selbst Sozialdemokrat.

„Ich habe so vieles angearbeitet“, sagt er. „Das Verlangen nach weiterer Umsetzung des nächsten Schrittes ist es, was mich immer wieder antreibt.“ Sei es die Zukunft der Medizinische Hochschule, seien es Infrastrukturprojekte wie die Bahn oder die Ruppiner Kliniken: „Es kribbelt in den Händen.“

Von Reyk Grunow

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