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Ostprignitz-Ruppin Randale in Rheinsberg – Beamte überfordert?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Randale in Rheinsberg – Beamte überfordert?
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21:59 15.09.2015
Der Triangelplatz in Rheinsberg: Nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern auch beliebter Treffpunkt von Jugendlichen. Quelle: Katharina Kastner
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Rheinsberg

Randale auf dem Triangelplatz in Rheinsberg. Jugendliche haben diesen Ort mitten in der Altstadt am Schloss seit einiger Zeit zu ihrem Lieblingstreffpunkt auserkoren. Die für Anwohner und Gäste zermürbenden Folgen: Lärm, Müllberge, herausgerissene Bänke – und das fast täglich, wie Andreas Endler berichtet.

Endler hat seinen Gasthof samt Fleischerei an der Ecke des Triangelplatzes und bekommt beinahe täglich Beschwerden von Pensionsgästen wegen der Umtriebe vor seinem Haus. Um die Touristen bei Laune zu halten, müsse er fast immer Erlass auf den Zimmerpreis gewähren. Zehn, 15, 20 Prozent. Das steigert seine Motivation, etwas gegen die Krawalle zu tun. Doch seine Hinweise, die er auch im Namen anderer Anwohner bei der Polizei und der Stadt vorträgt, haben nichts gebracht. Zwar behebe der Stadtbauhof regelmäßig die Schäden, eine wirkliche Lösung für das Problem habe das Rathaus aber nicht parat. Auch die Staatsbeamten tun zu wenig. „Die Polizei ist überfordert“, sagt Endler. Bis zu anderthalb Stunden dauere es, bis Beamte nach Anzeigenerstattung vor Ort sind – zu spät aus seiner Sicht, um Randalierer auf frischer Tat zu ertappen.

Die Stadtverwaltung ist offenbar machtlos

Die Stadtverwaltung scheint tatsächlich machtlos. Man könnte das Ordnungsamtspersonal um Stadtinspektoren aufstocken oder einen privaten Wachdienst beauftragen, sagt Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau. „Das könnte möglicherweise abschreckend wirken.“ Allerdings wäre ein solcher Schritt teuer – und führe nur bedingt zum Ziel. Denn Nicht-Polizisten haben zwar das Recht, einen Platzverweis auszusprechen. Sie dürfen aber weder diesen mit Gewalt durchsetzen noch Personalien der Ruhestörer aufnehmen.

Rau sieht deshalb die Polizei in der Pflicht - und schiebt ihr auch die Ohnmacht der Situation gegenüber in die Schuhe. „Das, was wir hier sehen, ist das Resultat einer verunglückten Polizeireform“, so der Bürgermeister. Die Polizisten haben nur ein Auto für den Bereich Rheinsberg-Lindow zur Verfügung, die Wache sei nach 20 Uhr nicht besetzt. Das sei problematisch, auch wenn die Polizei nach vielen Gesprächen im Sommer zugesichert hat, dass sie den Platz im Auge behält, so Ordnungsamtschef Thomas Lilienthal.

Polizei bestreitet, überfordert zu sein

Dass die Polizei mit dem Problem überfordert ist, verneint Lutz Jaenicke, Leiter der Polizeiinspektion Neuruppin. Ihm sind die Umtriebe auf dem Triangelplatz bisher allerdings auch nicht bekannt. Er will nun prüfen, wie seine Kollegen die Lage einschätzen. Dass die Reform die Rheinsberger leiden lässt, sieht er allerdings nicht. Denn in der Wache sind im Moment 19 Beamte tätig. Früher waren es 20.

Auch Polizeidirektionssprecher Toralf Reinhardt kann sich nicht vorstellen, dass in Rheinsberg zu wenige Kollegen sind. Zum einen sei die Wache – wie alle der Direktion bis auf Pritz­walk – rund um die Uhr besetzt. Zudem seien dort auch Wasserschutzpolizisten sowie Kriminalbeamte tätig. „Wenn Not am Mann ist, dann fahren auch sie zu solchen Einsätzen raus.“ Und wenn der Funkwagen gerade in Lindow unterwegs ist, dann werden Fahrzeuge aus Kyritz, Wittstock oder Neuruppin angefordert. Allerdings nur, wenn etwas Schwerwiegendes vorliegt. Vandalismus mit Tätern vor Ort stehe ziemlich weit auf der Prioritätenliste, so Reinhardt. lärmbelästigung werde aber anders eingeordnet.

Endler befriedigen die Antworten nicht. Wenn nichts passiert, werden die Anwohner die Sache selbst in die Hand nehmen, kündigt er an. Unproblematisch sei das aber nicht. Denn schon die Anzeigen, die er erstattet hat, haben zu Konfrontationen geführt. „Als ich einem von den Jugendlichen begegnet bin, sagte er zu mir: ,Noch ein Wort und deine Hütte brennt’.“

Von Celina Aniol

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