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Randale in Rheinsberg – und kein Ende

Polizei bedingt in der Pflicht Randale in Rheinsberg – und kein Ende

Die Polizei spricht von Entspannung auf dem Triangelplatz in Rheinsberg, der Unternehmer Andreas Endler schätzt die Lage anders ein. Nach wie vor sollen Jugendliche fast jede Nacht vor den Fenstern seines Geschäfts randalieren. Dort für Ordnung zu sorgen, sei allerdings die Aufgabe der Stadt. Die Polizeibeamten können nur hier und da helfen.

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Quelle: Katharina Kastner

Rheinsberg. Seit Anfang September gibt es keine Beschwerden mehr über randalierende Jugendliche auf dem Rheinsberger Triangelplatz, sagt Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Das Problem mit Müll, Lärm und Vandalismus (die MAZ berichtete) sei vermutlich gelöst worden. Denn die jungen Menschen haben den Ort nur deshalb zum Treffpunkt auserkoren, weil sie dort freien Zugang zum Internet hatten. Diesen habe Andreas Endler, der Besitzer der Gasthof Fleischerei am Triangelplatz, für seine Gäste eingerichtet. Die Jugendlichen haben sich aber schnell das Passwort besorgt und in der Nähe von Endlers Unternehmen dann im Netz gesurft – und viel Unsinn getrieben. Nachdem der Zugangscode geändert wurde, habe es wieder Entspannung gegeben, so Reinhardt.

Dennoch will die Polizei weiter am Ball bleiben – wenn auch im kleinen Rahmen. So wollen die Beamten Andreas Endler bitten, bei Problemen die Personalien der Verdächtigen mitzuteilen. Außerdem will die Revierpolizei den Platz im Auge behalten, aber keine besonderen Kontrollen vornehmen. Im Notfall werden die Beamten auch eingreifen – für die Ordnung in der Stadt seien aber nicht sie, sondern das Ordnungsamt zuständig, stellt der Polizeisprecher klar, nachdem die Stadtverwaltung der Polizei in diesem Punkt den Schwarzen Peter zuschieben wollte. „Dafür ist die Stadt originär zuständig.“ Und zwar auch dann, wenn das Ordnungsamt nicht mehr im Dienst ist. „Das Ordnungsbehördengesetz kennt keine Öffnungs- und Schließzeiten.“ Wenn Not am Mann ist, helfe die Polizei aber gern, bei Notfällen sowieso. Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniere aber insgesamt gut. „Die Polizei duckt sich nicht weg, aber sie ist an Prioritäten gebunden.“ Sprich: Wenn die Beamten anderswo einen wichtigeren Einsatz haben, können sie nicht sofort am Triangelplatz sein.

Andreas Endler kann die Ausführungen von Toralf Reinhardt nicht nachvollziehen. Mitnichten sei es in den vergangenen Wochen ruhiger auf dem Triangelplatz, so der Unternehmer. Auch den Grund für die problematischen Zusammenkünfte der Jugendlichen empfindet er als falsch. Zwar stimme es, dass er im März einen kostenlosen Internetzugang eingerichtet hatte. Allerdings habe er diesen nach nur wenigen Tagen mit Passwörtern versehen, die nicht stadtbekannt wurden. Was er jetzt tun will, weiß Endler noch nicht. Für ihn steht fest, dass sich die Verantwortlichen – also die Stadt und die Polizei – außerstande sehen, etwas gegen die Umtriebe zu unternehmen. „Das sind aber gut bezahlte Leute, die sich darüber Gedanken machen sollten.“

Das Problem, unter dem alle Anwohner am Platz leiden, werde sich aber in den nächsten Wochen erledigen. Denn wenn es regnet und es kälter wird, werden die Unruhestifter verschwinden. „Bis zum Frühjahr – dann geht’s wieder von vorne los“, sagt Endler.

Von Celina Aniol

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