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Randow: Hirsch frisst aus der Hand

Zahme Wildtiere Randow: Hirsch frisst aus der Hand

Beruflich für die Agro-Holding, aber auch privat ist Burghard Schulze aus Randow ein echter Experte für Damwild. Während das Rudel des Betriebes weitgehend wild lebt und einen ordentlichen Abstand zu Menschen hält, sind Schulzes Tiere auf dem privaten Hof wesentlich zutraulicher. Sie fressen sogar aus der Hand.

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Dieses prachtvolle Damwild-Rudel bei Randow gehört zur Agro-Holding in Groß Haßlow.

Quelle: Claudia Bihler

Randow. „Moment!“, sagt Burghard Schulze und läuft nach nebenan: „Ich hole mal eben mein Buch.“ Und dann kann der Randower ganz exakt sagen: „Am 21. Dezember 2001 haben wir die ersten Tiere bekommen.“ Zwölf Stück Damwild waren es damals, drei Monate später war das Rudel bereits doppelt so groß, 2003 betreute er schon 76 Stück- und das nur für seinen Arbeitgeber, die Agro-Holding in Groß Haßlow. Seither gehört das Rudel, das in einem weitläufigen Gatter bei Randow untergekommen ist, ganz wesentlich in die Landschaft, und so mancher Radfahrer stoppt, um den weitgehend wilden Tieren beim Äsen zuzusehen.

Schulze kann ganz exakt den jeweiligen Bestand datieren, der sich meist bei 60 bis 70 Tieren bewegt: Mal mehr, mal weniger, je nachdem, ob gerade welche aus dem Rudel herausgeschossen werden. Weil die Ackerzahlen in der Region so niedrig sind, war man beim Landwirtschaftsbetrieb auf die Idee gekommen, Damwild zu halten. Nur für den Eigenbedarf der Mitarbeiter, die sich zu Weihnachten regelmäßig über Wildwurst freuen können, oder auch mal als Geschenk für einen Geschäftspartner. Zwar vermehrt sich das Damwild bei der Pflege von Schulze recht zuverlässig: „Aber um es ganz normal zu vermarkten, also für Gaststätten oder ähnliches, wäre der Aufwand viel zu hoch..“ So müsste der Betrieb etwa alle Tiere mit Ohrmarken versehen. Schulze: „Aber das ist so eine Sache. Versuchen Sie mal, die Tiere zu fangen, das ist so gut wie unmöglich.“

Viel Betreuung braucht das Randower Rudel nicht

Viel Betreuung braucht das Rudel nicht“, meint der Randower: „Meistens lasse ich sie völlig in Ruhe und sehe nur täglich nach, ob alles in Ordnung ist, und ob ausreichend viel Wasser da ist. Im Winter kommt Heu und ein wenig Kraftfutter dazu. Die Tiere fühlen sich wohl: Einmal hatte jemand den Zaun aufgeschnitten, doch die Tiere sind regelmäßig zurück ins Gatter gelaufen: „Die kommen ja draußen gar nicht klar.“

Der Hirsch frisst Burghard Schulze  aus der Hand

Der Hirsch frisst Burghard Schulze aus der Hand.

Quelle: Claudia Bihler

An zwei Daten aus seinem Buch allerdings erinnert sich Schulze noch ganz genau. Schon zwei Mal hat der Wolf im Gehege gewütet: Das Bild des Gemetzels, das sich Schulze damals bot, berührt den rauen Mann vom Dorf noch heute ziemlich heftig. Am 29. Juli musste Schulze elf Tiere zum Abdecker bringen, insgesamt waren 16 Tiere tot, von denen einige wegen ihrer Verletzungen geschossen werden mussten. Anschließend wurde der Zaun erneuert: Höher und als Elektrozaun ausgerüstet.

Trotz Elektrozaun kam der Wolf wieder nach Randow

Doch am 22. Februar 2012 gab es wieder sieben Tote im Gehege – wieder war der Wolf eingedrungen, trotz Elektrozaun. Auch da stellte sich bei den nachfolgenden Untersuchungen etwa der Gebissstände des Jägers durch die Behörde heraus: Das war eindeutig der Wolf. Letztlich wurde im Gehege eine Wildkamera aufgebaut, die dann ein ziemlich gutes Foto von dem Wolf schoss, der bereits kurze Zeit später das Gehege erneut aufsuchte – in diesem Fall jedoch kein Damwild riss.

Verschont geblieben sind auch jene Tiere, die Schulze auf dem eigenen Hof hält: „Glücklicherweise“, wie er meint. Im Gegensatz zu der weitgehend wilden Herde, bei der die Tiere sich nicht einmal anfassen lassen, sondern eine reichliche Fluchtdistanz halten, frisst der Hirsch in Schulzes eigenem Rudel sogar aus der Hand: Kaum kommt der Randower ins Gehege, richten sich auch schon die neugierigen Blicke von Damhirsch Heinrich, dessen Damen und dem Nachwuchs auf Burghard Schulze: Hat er wohl den Eimer mit dem Futtermais dabei?

Er hat. Heinrich mit dem prachtvollen Geweih kommt zwar vorsichtig heran, wegen des fremdem Besuchers im Gatter. Doch letztlich siegt der Magen über die Vorsicht und er knabbert fleißig drauf los.

Von Claudia Bihler

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