Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Ranger im Ruppiner Land

Die Naturschutz-Wächter Ranger im Ruppiner Land

Die Zukunft der Brandenburger Naturwacht ist für die nächsten fünf Jahre gesichert. 4,5 Millionen Euro werden pro Jahr für die Naturwacht aus dem Landeshaushalt bereit gestellt. Neben den hauptamtlichen Rangern unterstützen aber auch viele Freiwillige die Arbeit für Erhalt und Erforschung der Naturlandschaften.

Voriger Artikel
Schauspieler Christian Berkel plaudert
Nächster Artikel
Ein Stück Wittstock mitgestaltet

Der Rhin und die ihn umgebende Landschaft sind Lebensraum zahlreicher geschützter Tierarten.

Quelle: Peter Geisler

Banzendorf. Lautlos gleiten die Boote durch die Mondnacht. Wenn am Rhin die Fledermäuse aktiv werden, sind auch die Ranger des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land mit ihren Gästen unterwegs. Zweimal im Jahr bieten die Mitarbeiter der Naturwacht die begehrte Tour an, bereits jetzt sind die Mondscheinfahrten für dieses Jahr ausgebucht.

Im Land Brandenburg gibt es rund 90 Ranger, die ein breites anspruchsvolles Aufgabenspektrum bewältigen müssen. Ranger-Erlebnistouren, mit denen der Tourismus gestärkt wird, sind nur ein kleiner Bestandteil ihrer Arbeit. Naturkundliche Untersuchungen, Landschaftspflege und die Betreuung von Biotopen gehören ebenso zu ihrem Tätigkeitsbereich, wie die Jugendarbeit, Betreuung von Ausstellungen und Veranstaltungen, Kontrollen in Naturschutzgebieten und Artenschutz. Die staatlich geprüften Natur- und Landschaftspfleger wachen seit 1991 über die 15 Großschutzgebiete im Land Brandenburg. 1997 wurde die Naturwacht der Landesstiftung Naturschutzfonds Brandenburg angegliedert.

Eine Rahmenvereinbarung, die Brandenburgs Umweltministerium und die Landesstiftung zu Beginn des Jahres unterzeichnet haben, trägt dafür Sorge, dass die Arbeit der Naturwacht auch für die kommenden fünf Jahre finanziell abgesichert ist. Jährlich werden 4,5 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt bereit gestellt. Eine gute Nachricht, auch für Karen Steinberg und Rüdiger Meyer, die einen Teil des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land betreuen und ihren Stützpunkt in Banzendorf bei Lindow haben. Der Naturpark erstreckt sich von der Grenze zu Mecklenburg – Vorpommern im Norden bis nach Meseberg und Herzberg im Süden. Die Banzendorfer Ranger betreuen den südlichen Teil des Naturparks, der zum großen Teil vom Rhin durchflossen wird. Dort sind auch Biber zu Hause, die sich zur Freude der Ranger immer mehr ausbreiten. Ein sonniger Wintertag ist genau richtig , um dorthin aufzubrechen, wo die großen Nagetiere ihre Reviere haben. Gerade die Wintermonate sind für das Bibermonitoring geeignet. „Wenn das Wasser gefroren ist, kommt man oft besser an die Uferbereiche und auch die Fressplätze der Tiere sind deutlicher sichtbar“, sagt Karen Steinberg. So können die Ranger auch besser erkennen, wo ein Biberrevier aufhört und das nächste anfängt, denn die Gehölzreste auf den Fressplätzen sind deutlich sichtbar.

In den Wintermonaten steht auch die Wasservogelzählung auf dem Programm. Von September bis April wird alles Gefiederte erfasst, was sich auf Tornow-, Wutz-, Vielitz- und Gudelacksee tummelt. „Am meisten haben wir natürlich Stockenten und Lietzen“, sagt Rüdiger Meyer. „ Aber ab und zu entdeckt man auch interessante Wintergäste wie Gänsesäger oder Sterntaucher.“ Von Mai bis September Zu den naturkundlichen Beobachtungen gehören auch Kartierungen, Sichttiefenmessungen in ausgewählten Seen, Erfassung der Pegelstände, Untersuchung von Fischartengemeinschaften, die Betreuung von Orchideenwiesen und die Erfassung invasiver Pflanzenarten, zu denen das indische Springkraut, der Riesenbärenklau und der Sachalin-Staudenknöterich zählt. Im gesamten Naturpark arbeiten fünf Ranger. Ohne die Unterstützung vieler freiwilliger Helfer, könnten sie die vielen Aufgaben in den ausgedehnten Naturlandschaften nicht bewältigen. Mehr als 400 ehrenamtlich engagierte Freiwillige unterstützen die Brandenburger Ranger. Sie helfen beim Aufbau der Krötenzäune, bei Messungen oder bei der Erfassung von Orchideen oder Wintervögeln.

Auch im Bereich der Landschaftspflege und des Naturschutzes gibt es für die Ranger viel zu tun. Vor allem Angler und Bootstouristen beschäftigen die Mitarbeiter der Naturwacht. So sind Angler oft nicht im Besitz gültiger Angelkarten oder fälschen diese sogar. Zum Revier von Karen Steinberg und Rüdiger Meyer gehört auch der Rheinsberger Rhin, der besonders viele Touristen anzieht . „Von Juni bis Oktober sind dort 10 000 Leute unterwegs. An manchen Wochenenden paddeln 200 bis 300 Touristen auf dem Fluss entlang.“ Um die einzigartige Flora und Fauna zu schützen, darf der Rhin nur vom 15. Juni bis zum 31. Oktober befahren werden; allerdings nicht mit Kanadiern und nur bei einem Mindest-Pegelstand. Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe, und so sind die Ranger in diesem Gebiet oft unterwegs um unwissende Wassersportler zu belehren. Mit dem Lernen kann man also nie früh genug anfangen, deshalb kümmern sich die Ranger auch um den Nachwuchs. Mit Schülern der 6. und 7. Klasse gehen sie auf Abenteuersuche in die Natur, betreiben Heidepflege in den Zechower Bergen und pflegen Orchideenwiesen. Alle zwei Monate opfern die 11 Mitglieder der Junior-Ranger-Arbeitsgemeinschaft ihren freien Sonnabend um die Natur kennen zu lernen.

Von Cornelia Felsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg