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Rathaus wurde zur Gaststube um 1517

Wittstock Rathaus wurde zur Gaststube um 1517

Ist Gott zu fürchten oder zu lieben? Landen die Menschen nach ihrem Tod im Fegefeuer? Jene Fragen, die Martin Luther vor 500 Jahren dazu veranlassten, die Reformation der Kirche voranzutreiben, wurden am Freitag im Wittstocker Rathaus aufgegriffen. Im historischen Schauspiel diskutierten die Darsteller am ersten Lutherstammtisch – Dazu gab es zeitgenössische Speisen.

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Nach ihrem Stammtischgespräch ließen es sich der Kaufmann, Theologiestudent, Apotheker und Stellmacher schmecken.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. So hätte es sich im Gasthof „Zum Schwarzen Bären“ in Wittenberg vor 500 Jahren vielleicht zutragen können: Der Stellmacher Franz, der Apotheker Matthes, der Kaufmann Simon und der Theologiestudent Hannes treffen sich am reich gedeckten Tisch und sprechen über den Thesenanschlag des Reformators Martin Luther, über Ablasshandel und Gott.

Es gab allerlei Köstlichkeiten

Es gab allerlei Köstlichkeiten.

Quelle: Christian Bark

Eben dieses Szenario stellten in genannter Figurenreihenfolge Reinhard Bierer, Werner Guskowsky, Lorenz Mayer und Rolf Pietrusky am Freitagabend beim ersten Lutherstammtisch dar. In historischen Kostümen der Frühen Neuzeit diskutierten sie über die Anfänge der Revolution, den Unsinn vom Freikauf der Seele durch Ablassbriefe und darüber, dass vom Fegefeuer gar nichts in der Bibel steht. Als Kulisse diente ihnen das Foyer des Wittstocker Rathauses. Dafür bedankte sich die Gruppe um den Autoren des Stückes, Lorenz Mayer noch mal herzlich bei der Stadt.

Jeden Monat eine Zeitreise

Fünf Stammtische haben Lorenz Mayer und vielen Mitwirkende aus der Landeskirchlichen Gemeinschaft angesetzt.

Jeweils ab 18 Uhr beginnt das Programm im Rathausfoyer. Nach dem 30-minütigen Stammtisch folgt eine Stunde für Gespräche mit Imbiss. Danach wird ein Teil der Fernsehreihe gezeigt.

Nächste Termine sind am: 16. Juni, 7. Juli, 18. August und 15. September.

Neben den vier Stammtischfiguren gab es eine Reihe von Nebendarstellern, die, ebenfalls in historische Gewänder gehüllt, das Publikum mit allerlei Köstlichkeiten versorgte. Sie gehörten zum Großteil der Landeskirchlichen Gemeinschaft an, so wie Manuela Mantey. „Wir haben die Gerichte selbst zubereitet“, sagte sie. Darunter historische Speisen wie „Schmachlappen“, ein mittelalterliches Fladenbrot aus Schmand. „Die Rezepte haben wir zum Teil aus dem Internet“, erklärte Manuela Mantey. Dazu wurden deftige Suppen sowie Schmalz- und Frischkäsestullen gereicht – zum Runterspülen gab es Met, Schwarzbier und Wasser.

Im Anschluss folgte ein Defa-Film

Im Anschluss folgte ein Defa-Film.

Quelle: Christian Bark

Vor Beginn des Stammtisches betonte die Mitorganisatorin Birgit Kanzler die Bedeutung Wittstocks für die Reformation. Der in der Stadt residierende Hieronymus Schulz soll einer der ersten Kirchenfirsten gewesen sein, der Luthers Schriften befürwortet und den Reformator damit in seinem Tun bestärk hatte. Später sei der Bischof jedoch entschiedener Gegner der Reformation gewesen. Eben um die Auslöser jenes so bedeutenden weltgeschichtlichen Ereignisses vor 500 Jahren ging es am Stammtisch sowie im nachfolgenden Defa-Fernsehfilm „Martin Luther“. Bei jedem Stammtisch wird jeweils ein Teil der fünfteiligen Serie gezeigt, der nächste folgt am 16. Juni.

Von Christian Bark

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