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Ostprignitz-Ruppin Rathausumbau in Wusterhausen wird teurer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rathausumbau in Wusterhausen wird teurer
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00:30 18.07.2015
Das Wusterhausener Rathaus soll mit Fördermitteln saniert werden. Quelle: Sandra Bels
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Wusterhausen

Die Gemeindevertreter von Wusterhausen haben am Dienstagabend einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Rathauses der Dossestadt gefasst. Gleichzeitig wird Bürgermeister Roman Blank beauftragt, alle weiteren Planungsstufen zu veranlassen. Jedoch wurde im Beschluss ergänzt, dass das Verfahren erst einmal nur bis zur Plausibilitätsprüfung des Vorhabens vorangetrieben werden soll.

Der Grund: Die Sanierung wird nicht wie ursprünglich geplant 1,35 Millionen Euro kosten, sondern könnte mit 2,13 Millionen zu Buche schlagen. Wie es zu dieser drastischen Kostensteigerung kam, erklärte Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf. Sie sagte, dass die erste Summe aus einer Kostenschätzung stammt. Mittlerweile liegt dem beauftragten Architektenbüro Kannenberg & Kannenberg aus Wittstock aber eine Kostenberechnung vor. Die jedoch sei in der Wusterhausener Verwaltung nicht angekommen. Das Rathaus habe sie erst am vergangenen Freitag per E-Mail zugeschickt bekommen, so die Bauamtsleiterin.

Stadt kann von einer hohen Förderung profitieren

Die neuen Zahlen überraschten auch Kämmerer Tobias Kaminski. Er kannte sie noch nicht, weil er wegen Krankheit derzeit nicht im Dienst ist. An der Sitzung nahm er aber teil, weil es auch um die Eröffnungsbilanz der Gemeinde ging. Kaminski sagte, dass er die 1,35 Millionen in den Finanzplan für die Jahre 2015 bis 2017 eingeplant hat. Er hält das Vorhaben für realisierbar. Ob das auch noch so ist, wenn die Sanierung fast eine Million teurer wird, konnte er am Dienstagabend nicht sagen. „Das ist Ende dieses Jahres im Haushaltsplan zu sehen“, sagte er.

Fest steht indes, dass sich der Eigenanteil der Gemeinde an dem Vorhaben von 270 000 Euro auf 427 000 Euro erhöhen würde. Die Sanierung soll über Städtebaumittel finanziert werden. Bund und Land würden jeweils 40 Prozent tragen, die Stadt den Rest schultern. Melanie Füllgraf sagte, dass der Förderantrag vom Landesamt für Bauen und Verkehr bereits genehmigt worden ist, allerdings mit den ursprünglich veranschlagten 1,35 Millionen. Sie erklärte auch, dass sich die Höhe der tatsächlich benötigten Städtebaumittel erst aus der Plausibilitätsprüfung ergibt und dass der tatsächliche Bedarf an zusätzlichen Haushaltsmitteln erst danach beziffert werden kann, weil erst dann feststeht, welche Arbeiten förderfähig sind. Finanziert werden könnte das Vorhaben über vier Jahre. Zusätzliche Kosten für die Gemeinde Wusterhausen könnten unter anderem durch den Kauf von Ausstattungsteilen, Elektronik (Hard- und Software), durch Umzüge für die Bauzeit und daraus entstehende Mieten entstehen. Für die geplante Sanierung gibt es eine Broschüre, die auf der Internetseite der Gemeinde Wusterhausen heruntergeladen werden kann.

Das Rathaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut

Auftraggeber für die Gesamtmaßnahme ist der Sanierungsträger der Gemeinde, die Big Städtebau GmbH. Bürgermeister Roman Blank sagt, dass nur noch das Rathaus als großes Projekt im Sanierungsgebiet übrig geblieben ist. Absehbar seien darüber hinaus nur noch ein paar kleinere Vorhaben. Blank befürwortete die Sanierung unter anderem, weil „wir voraussichtlich Fördermittel in Höhe von 80 Prozent künftig nicht mehr allzu oft bekommen werden“. Außerdem sieht Blank gute Chancen für die Verwaltung mit einem sanierten und barrierefreien Rathaus bei einer Kreisgebietsreform.

Das Wusterhausener Rathaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und hat im historischen Stadtkern eine besondere städtebauliche Bedeutung. Ziel der Sanierung ist es, das Gebäude als Einzeldenkmal zu erhalten und für eine künftige Verwaltungsnutzung umzubauen. Innerhalb der Vorplanung wurde die Baugeschichte des Hauses untersucht. Der Umbau soll sich daran orientieren.

Das bedeutet, dass das Gebäude neu geordnet werden muss. Darüber hinaus geht es um die Anpassung an die Ansprüche einer modernen Verwaltung. Brandschutzanforderungen sind zu erfüllen und das Haus ist barrierefrei zu gestalten. „Besonders dabei haben wir großen Nachholebedarf“, sagte die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Astrid Hohmann (Ländlicher Raum). Sie wünscht sich auch, dass das Rathaus bürgerfreundlicher wird und befürwortete deshalb den Beschluss.

Eher kritisch sah das Torsten Stürmer (AfD). Er fragte nach, ob die Gemeinde derartige Großprojekte überhaupt stemmen kann. Dem Wusterhausener wäre die Sanierung der Astrid-Lindgren-Grundschule gegenwärtig wichtiger.

Von Sandra Bels

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