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Rathausumbau vielleicht schon ab 2017

Wusterhausen Rathausumbau vielleicht schon ab 2017

Im MAZ-Interview äußert sich die Bauamtsleiterin der Gemeinde Wusterhausen Melanie Füllgraf über den geplanten Umbau des Rathauses. Die Kostenschätzungen belaufen sich derzeit auf rund 2,8 Millionen Euro. Dafür sollen sich vor allem Brandschutz und Barrierefreiheit deutlich verbessern.

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Eventuell bereits im kommenden Jahr könnten die Bauarbeiten am Wusterhausener Rathaus beginnen.

Quelle: Sandra Bels

Wusterhausen. Das Wusterhause­ner Rathaus, Sitz der Gemeindeverwaltung und einiger Mieter, wird saniert. Das beschlossen die Gemeindevertreter am 12. Juli einstimmig. Der Umbau soll möglichst 2017 beginnen und dürfte zwei Jahre dauern. Er wird voraussichtlich 2,79 Millionen Euro kosten, wovon Bund und Land jeweils 40 Prozent tragen. Über die Vorbereitung des Baus sprachen wir mit Melanie Füllgraf. Sie ist Koordinatorin der Fachgruppe Planung, Entwicklung und Bau oder kurz: Bauamtsleiterin.

Das Rathaus gilt als eines der prägenden Gebäude der Wusterhau­se­ner Altstadt. Wann wurde es erbaut?

Melanie Füllgraf: Die Einweihung fand 1854 als Haus für den Magistrat und die preußische Justizverwaltung statt. Der Vorgängerbau hatte unweit des jetzigen Standortes seinen Platz. Es gibt davon zwei Gemälde im Wegemuseum. Eine Abbildung zeigt die Ansicht von 1775.

Wann wurde im aktuellen Rathaus letztmalig umfassend gebaut?

Füllgraf: Das war die sogenannte Hüllensanierung in den Jahren 1993 bis 1995. Es ging damals um die Erneuerung von Fassade, Fenstern, Dacheindeckung, Außentüren und Eingangsbereich.

Was macht die Sanierung jetzt notwendig?

Füllgraf: Um es in einem Satz zu sagen: Wir passen es den gegenwärtigen Erfordernissen an. Das geschieht diesmal im Innern des Hauses. Mit Veränderung der Zuschnitte des Gebäudes entstehen deutlich besser nutzbare Arbeitsräume. Vorder- und Hinterhaus erhalten eine interne Verbindung. Nach der Sanierung lassen sich die ständig gestiegenen Brandschutzanforderungen erfüllen. Schließlich, und das ist uns besonders wichtig: Das Haus wird – unter anderem durch den Einbau eines Fahrstuhls – komplett barrierefrei sein. Davon haben alle etwas, Mitarbeiter wie Besucher.

Große Veränderungen gibt es am Ostgiebel

Bleibt außen alles beim Alten?

Füllgraf: Nein, das geht gar nicht. Die größten Veränderungen wird es am Ostgiebel geben. Das ist jene Seite gegenüber der Lilien-Apotheke. Die Veränderung der Raumaufteilung macht es erforderlich, Fenster zu versetzen, auch ihre Größen zu verändern. Im Sinne der Ursprünglichkeit des Hauses und damit des Denkmalschutzes sind zwei Rückbauten. Entfernt werden die Gaube an der Rückseite des Haupthauses und das Treppenhaus, durch das man bisher zum Trauzimmer gelangte.

Das Rathaus muss also in Zukunft ohne Trauzimmer auskommen?

Füllgraf : Nein, natürlich nicht. Es soll aber an anderer Stelle die Paare empfangen. Wo genau das sein wird, steht noch nicht fest. Als sicher gilt, dass es ein sehr repräsentativer Raum sein wird.

In der Gemeindevertretersitzung wurde auch vorgeschlagen, das Archiv auf dem Dachboden unterzubringen. Architekt Wolfhardt Focke aus Potsdam hatte das ausgeschlossen. Weshalb?

Füllgraf: Das hat zweierlei Gründe. Zum einen sind es statische, zum anderen sicherheitstechnische. Es gibt keinen Fluchtweg und auch keine Möglichkeit, einen zu schaffen. Hauptsächlich deshalb wird es auf dem Boden keinen Aufenthaltsraum mehr geben. Ein echtes „Archiv“ besteht zudem im Rathaus gar nicht. Wir haben es lediglich mit der Schriftgutverwaltung zu tun. Das sind Wahlunterlagen etc. Ansonsten lagern gemeindeeigene Dokumente im Kreisarchiv.

Farbanstriche werden untersucht

Die Denkmalschutzbehörde fordert vor Baubeginn umfangreiche restauratorische Untersuchungen. Haben die schon begonnen?

Füllgraf: Ja. Mitarbeiter der Wittstocker Firma WerkART sind dabei. Sie legen an verschiedenen Stellen Mauerwerk frei und untersuchen die Baumaterialien. Das gilt auch für die Farbanstriche aus den vergangenen Jahrzehnten.

Wird es künftig einen größeren Ratssitzungssaal geben?

Füllgraf: Nein, im Gegenteil. Der jetzige Raum misst etwa 60 Quadratmeter, der künftige wird 40 Quadratmeter haben, was den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter zugute kommt. Für die Sitzungen der Ausschüsse ist das ausreichend. Sitzungen der Gemeindevertreter finden ohnehin außerhalb des Rathauses statt. „Ribbes Partyhaus“ hat sich bewährt. Außerdem ist ein Ausweichen in den Alten Laden des Herbst’schen Hauses möglich.

Öffentliche Toiletten bleiben erhalten

Bleiben nach dem Umbau die öffentlichen Toiletten erhalten?

Füllgraf: Auf jeden Fall, allerdings nicht mehr an der Seite zum Marktplatz, sondern gegenüber.

Wann kann die Sanierung beginnen?

Füllgraf: Wenn die Restaurateure ihre Arbeit beendet haben, es Abstimmungen mit Denkmalschutz und Brandschutz gab, reichen wir den Bauantrag ein. Das könnte im September sein. In aller Regel dauert es ein Vierteljahr mit der Bearbeitung. Ist alles genehmigt, kann es losgehen.

Und wo ist dann Ihr Arbeitsplatz?

Füllgraf: Ich werde wie alle meine Kolleginnen und Kollegen für die gesamte Zeit der Sanierung in der Alten Schule anzutreffen sein. Der Ortswechsel dorthin ist beschlossene Sache. Vorbereitungen sind im Gange.


Von Wolfgang Hörmann

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