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Ostprignitz-Ruppin Rattenplage: Neuruppin legt Giftköder aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rattenplage: Neuruppin legt Giftköder aus
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11:18 24.05.2016
Schilder warnen vor dem ausgelegten Rattengift. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Die erhobene Hand auf dem Warnschild sollte Hinweis genug sein: „Achtung! Durchgang verboten.“ Seit dem Wochenende ist ein Teil der Wallanlagen in Neuruppin gesperrt. Zwischen Tempelgarten und Schinkelstraße sollten Besucher tunlichst den Park meiden. Wieder einmal wird der Wall von einer Rattenplage heimgesucht. Die Nager haben sich derart vermehrt, dass die Stadtverwaltung sich gezwungen sah, Gift auslegen zu lassen.

Die Wege dort sind bis auf Weiteres gesperrt. Etwa zwei Wochen wird es dauern, bis die Giftköper den Ratten den Garaus gemacht haben, schätzt Rathaussprecherin Michaela Ott. Bis dahin ist der Wall in diesem Bereich eigentlich tabu.

Viel Müll bedeutet viel Nahrung für Ratten

In den vergangenen Jahren musste in diesem Bereich immer mal wieder der Kammerjäger anrücken. Für Simone Deter, die Chefin des Neuruppiner Stadtbauhofes, ist das kein Wunder. „Ratten breiten sich dort aus, wo sie genügend Nahrung finden“, sagt sie. Und die Wallanlagen sind für die Nager fast schon ein Schlaraffenland.

Manche Neuruppiner benutzen den kleinen Park als Müllhalde. Regelmäßig sind die Papierkörbe vollgestopft mit Abfallsäcken – ganz offensichtlich, weil jemand die Kosten für die eigene Mülltonne sparen will. In den Tüten befindet sich alles Mögliche: Plastik, Flaschen, Windeln – und immer wieder auch Lebensmittelreste. Für Ratten ein gefundenes Fressen. Nicht einmal die Warnschilder mit den Hinweisen auf das ausgelegte Rattengift halten die Menschen auf, ihren Hausmüll weiter in die Papierkörbe zu stopfen. Links steht die Warnung vor der Rattenplage, rechts stapeln sich die Abfälle einer Grillparty in zerrissenen Plastiktüten im Papierkorb.

Am Wall fühlen sich Müllsünder unbeobachtet

„Es gibt immer wieder Menschen, die so unvernünftig sind“, sagt Simone Deter. „Das ist nicht nur dort so.“ Nach den Wochenenden sind selbst in der Karl-Marx-Straße viele Abfallkörbe voll gestopft mit Müllbeuteln. Aber die Wallanlagen laden offenbar besonders zum Entsorgen ein. „Da fühlen sich die Leute wohl unbeobachtet“, vermutet die Chefin des Stadtbauhofs.

Immer wieder mal muss die Neuruppiner Stadtverwaltung gegen Ratten vorgehen. Zuletzt sorgte ein Einsatz im Neubaugebiet für Aufsehen und mulmige Gefühle bei Anwohnern. Ratten hatten sich vor anderthalb Jahren entlang der Heinrich-Rau-Straße ein Netz aus unterirdischen Bauten angelegt. Wohl auch, weil sie im Winter durch ausgestreutes Vogelfutter genügend Nahrung hatten. Der Gifteinsatz damals kostete mehrere tausend Euro und auch diesmal dürfte es für Neuruppin ähnlich teuer werden.

Fachleute sollen die Giftköder regelmäßig erneuern

2015 hatte Neuruppin die Stadtordnung geändert. Inzwischen ist das verteilen von Futter für Wildtiere und Vögel weitgehend verboten. Solange Menschen ihren Müll öffentlich entsorgen, hilft das aber wenig. Gesundheits-, Tiefbau- und Ordnungsamt hatten vor gut einer Woche am Wall Dutzende verdächtige Löcher im Boden entdeckt: typische Wohnröhren und Kriechgänge.

Bereits am Freitag haben Fachleute die ersten Giftköder ausgelegt. Ratten, die davon fressen, sterben in der Regel innerhalb von zwei oder drei Tagen in ihren Wohnhöhlen. Die Kammerjäger werden die ausgelegten Köder immer wieder kontrollieren. Erst wenn keine mehr angenagt werden, kann der Wall wieder freigegeben werden. Bis dahin gilt besondere Vorsicht. Die Köder sind nicht nur für Ratten giftig. Auch für spielende Kinder oder streunende Hunde können sie gefährlich sein.

Von Reyk Grunow

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