Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Rattenplage: Neuruppin legt Giftköder aus

Gifteinsatz Rattenplage: Neuruppin legt Giftköder aus

Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) wird von einer Rattenplage heimgesucht. Ein Teil der Wallanlagen ist seit Freitag gesperrt. Fachleute haben Giftköder ausgelegt, um die Plage einzudämmen. Wenigstens zwei Wochen dauert voraussichtlich der Einsatz. Es ist nicht der erste Gifteinsatz in Neuruppin.

Neuruppin 52.927123745392 12.802339866162
Google Map of 52.927123745392,12.802339866162
Neuruppin Mehr Infos
Nächster Artikel
Bus musste auf der A 24 stehen bleiben

Schilder warnen vor dem ausgelegten Rattengift.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Die erhobene Hand auf dem Warnschild sollte Hinweis genug sein: „Achtung! Durchgang verboten.“ Seit dem Wochenende ist ein Teil der Wallanlagen in Neuruppin gesperrt. Zwischen Tempelgarten und Schinkelstraße sollten Besucher tunlichst den Park meiden. Wieder einmal wird der Wall von einer Rattenplage heimgesucht. Die Nager haben sich derart vermehrt, dass die Stadtverwaltung sich gezwungen sah, Gift auslegen zu lassen.

Die Wege dort sind bis auf Weiteres gesperrt. Etwa zwei Wochen wird es dauern, bis die Giftköper den Ratten den Garaus gemacht haben, schätzt Rathaussprecherin Michaela Ott. Bis dahin ist der Wall in diesem Bereich eigentlich tabu.

Viel Müll bedeutet viel Nahrung für Ratten

In den vergangenen Jahren musste in diesem Bereich immer mal wieder der Kammerjäger anrücken. Für Simone Deter, die Chefin des Neuruppiner Stadtbauhofes, ist das kein Wunder. „Ratten breiten sich dort aus, wo sie genügend Nahrung finden“, sagt sie. Und die Wallanlagen sind für die Nager fast schon ein Schlaraffenland.

Manche Neuruppiner benutzen den kleinen Park als Müllhalde. Regelmäßig sind die Papierkörbe vollgestopft mit Abfallsäcken – ganz offensichtlich, weil jemand die Kosten für die eigene Mülltonne sparen will. In den Tüten befindet sich alles Mögliche: Plastik, Flaschen, Windeln – und immer wieder auch Lebensmittelreste. Für Ratten ein gefundenes Fressen. Nicht einmal die Warnschilder mit den Hinweisen auf das ausgelegte Rattengift halten die Menschen auf, ihren Hausmüll weiter in die Papierkörbe zu stopfen. Links steht die Warnung vor der Rattenplage, rechts stapeln sich die Abfälle einer Grillparty in zerrissenen Plastiktüten im Papierkorb.

Am Wall fühlen sich Müllsünder unbeobachtet

„Es gibt immer wieder Menschen, die so unvernünftig sind“, sagt Simone Deter. „Das ist nicht nur dort so.“ Nach den Wochenenden sind selbst in der Karl-Marx-Straße viele Abfallkörbe voll gestopft mit Müllbeuteln. Aber die Wallanlagen laden offenbar besonders zum Entsorgen ein. „Da fühlen sich die Leute wohl unbeobachtet“, vermutet die Chefin des Stadtbauhofs.

Immer wieder mal muss die Neuruppiner Stadtverwaltung gegen Ratten vorgehen. Zuletzt sorgte ein Einsatz im Neubaugebiet für Aufsehen und mulmige Gefühle bei Anwohnern. Ratten hatten sich vor anderthalb Jahren entlang der Heinrich-Rau-Straße ein Netz aus unterirdischen Bauten angelegt. Wohl auch, weil sie im Winter durch ausgestreutes Vogelfutter genügend Nahrung hatten. Der Gifteinsatz damals kostete mehrere tausend Euro und auch diesmal dürfte es für Neuruppin ähnlich teuer werden.

Fachleute sollen die Giftköder regelmäßig erneuern

2015 hatte Neuruppin die Stadtordnung geändert. Inzwischen ist das verteilen von Futter für Wildtiere und Vögel weitgehend verboten. Solange Menschen ihren Müll öffentlich entsorgen, hilft das aber wenig. Gesundheits-, Tiefbau- und Ordnungsamt hatten vor gut einer Woche am Wall Dutzende verdächtige Löcher im Boden entdeckt: typische Wohnröhren und Kriechgänge.

Bereits am Freitag haben Fachleute die ersten Giftköder ausgelegt. Ratten, die davon fressen, sterben in der Regel innerhalb von zwei oder drei Tagen in ihren Wohnhöhlen. Die Kammerjäger werden die ausgelegten Köder immer wieder kontrollieren. Erst wenn keine mehr angenagt werden, kann der Wall wieder freigegeben werden. Bis dahin gilt besondere Vorsicht. Die Köder sind nicht nur für Ratten giftig. Auch für spielende Kinder oder streunende Hunde können sie gefährlich sein.

Von Reyk Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg