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Rau bewirbt sich für zweite Amtszeit

Rheinsberg Rau bewirbt sich für zweite Amtszeit

Bei der Bürgermeisterwahl 2010 war dem CDU-Mann Jan-Pieter Rau ein Durchmarsch gelungen. Am 24. September stellt er sich erneut zur Wahl.

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Jan-Pieter Rau.

Quelle: Geisler

Rheinsberg. Als Kind trudelt Jan-Pieter Rau in einem Treckerreifen den Rhin hinunter. Er schürft sich beim Versuch, durch die Untermühle zu kommen, Füße und Knie auf. An den Ufern des Flusses baut er Holzhäuser. Der heute 51-Jährige hatte eine „gute Kindheit“.

Mit der Oma setzt er Sauerkraut an. Im Keller darf er ein Chemielabor einrichten. Holzdestillation. Chromatographie. Experimente, die der Klassiker „Chemie selbst erlebt“ vorschlägt. „Formeln können so unglaublich schön sein“, sagt er auch heute. „Chlorophyll. Hämoglobin. Wunderschön.“

Sein Chemiestudium beginnt er 1986 in Moskau. Moskau, nicht Budapest, wo der junge Rheinsberger eigentlich gern hingewollt hätte. Moskau entpuppt sich unverhofft als Traumstadt. Rau erlebt ein Land im Umbruch. Die Studenten diskutieren. Als Jelzin abgesetzt wird, sieht er eine Riesen­demo. „Das kannten wir gar nicht“, sagt Rau. „Das war total spannend.“

Auch seine Frau, mit der er im kommenden Jahr 30 Jahre verheiratet sein wird, lernt er in Moskau kennen. Trotzdem will er in der großen Stadt nicht bleiben. Er will zurück nach Deutschland mit ihr, am liebsten nach Rheinsberg, seine Heimatstadt. Nach einem Umweg über Greifswald wohnt er wieder dort.

19 Jahre lang arbeitet er im Neuruppiner Rathaus – zuletzt als Chef der Personalabteilung und als Referent des Bürgermeisters. Bei der Bürgermeisterwahl in Rheinsberg gelingt dem CDU-Kandidaten 2010 im ersten Wahlgang ein Durchmarsch. Rau tritt an, um die Finanzen zu konsolidieren. Das gelingt. Unter seiner Amtsführung legt Rheinsberg einen ausgeglichenen Haushalt vor.

Er trete ein zweites Mal an, um die Früchte seiner Arbeit zu ernten, hatte Rau bei einem Wahlforum gesagt. Der mögliche neue Bürgermeister wird – wenn auch verspätet – in einem neuen Rathaus sitzen. Andere Großprojekte sind abgeschlossen: die Sanierung der Kitas Märchenland und Krümelkiste und der Umbau des Bauhofs.

Raus Zukunftsvision von Rheinsberg: der Bildungscampus, zu dem sich die Rau-Oberschule und die Allende-Grundschule im kommenden Jahr zusammenschließen. Ginge es nach Rau, entwickelt der Campus einen musischen Zweig. „Wir haben dafür alle Ressourcen“, sagt er. Eine Hoffnung zudem: Campus-Schüler werden eines Tages ein Abi ablegen können. Kooperationen mit Neuruppiner Schulen könnten das möglich machen „Das ist eine Frage intelligenter Stundenpläne.“

Kritiker werfen Jan-Pieter Rau vor, bei großen Projekten nicht genug Druck gemacht zu haben. Die Sanierung der Mühlenstraße und die Entlastungsstraße sind seit Langem auf der Rheinsberg-Agenda. Bürgermeister Rau hat den Zeitplan für die Umgehungsstraße kürzlich präsentiert. Aber es wird noch dauern

Im Tourismus will Rau neue Impulse setzen. Rheinsbergs Sole etwa ließe sich in einem Mini-Gradierwerk nutzen, an dem Besucher salzige Luft genießen können. Auf seinem Computer ist eine Zeichnung einer Anlage an der Uferpromenade schon gespeichert.

Von Frauke Herweg

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