Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Rau geht optimistisch in Stichwahl

Rheinsberg Rau geht optimistisch in Stichwahl

Das Wahlergebnis der Rheinsberger Bürgermeisterwahl kam überraschend. Auch für die beiden Kontrahenten Frank-Rudi Schwochow und Jan-Pieter Rau, die jetzt in die Stichwahl gehen. Beide rechnen sich gute Chancen aus.

Voriger Artikel
Tierischer Glücksbringer
Nächster Artikel
Messerstecherei am Döner-Laden

Jan-Pieter Rau – hier bei der Stimmabgabe am Sonntag – tritt am 15. Oktober zur Stichwahl an.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Zeit zu feiern? Hatte er nicht. Als in Rheinsberg am Sonntagabend die vorläufigen Endergebnisse der Bürgermeisterwahl feststanden, saß Frank-Rudi Schwochow im Wahlamt Friedrichshain-Kreuzberg und war mit der Bundestagswahl beschäftigt. Der von BVB/Freie Wähler nominierte CDU-Mann gewann überraschend 39,7 Prozent der Stimmen– fast sechs Prozentpunkte mehr als Amtsinhaber Jan-Pieter Rau. „Die Rheinsberger wollen Veränderung“, verkündete der Verwaltungsfachangestellte anschließend. „Dieses Wahlergebnis macht Mut, dass es auch in der zweiten Runde klappt.“

Ob es ihm tatsächlich gelingt, der neue Mann an der Spitze des Rathauses zu werden, ist offen. Am 15. Oktober treten der Amtsinhaber und sein Herausforderer zur Stichwahl an. „Das werden drei sehr harte Wochen“, sagt Schwochow, der sich von der Arbeit in Berlin freistellen ließ, um sich ganz dem Wahlkampf zu widmen.

Rau hatte mit Stichwahl gerechnet

Amtsinhaber Rau, dem 2010 mit 66 Prozent der abgegebenen Stimmen ein Durchmarsch im ersten Wahlgang gelungen war, ist von dem Rheinsberger Wahlergebnis überrascht. Zwar hatte der Diplomverwaltungswirt durchaus mit einer Stichwahl gerechnet. Allerdings hätte er sich für sich ein besseres Ergebnis gewünscht. Warum die Rheinsberger sich so entschieden haben, kann sich Rau nur schwer erklären. „Wir leben in Zeiten, wo sehr gern Protest gewählt wird.“ Der Stichwahl blickt Rau durchaus optimistisch entgegen. „Betrachtet man die tatsächlich abgegebenen Stimmen, ist der Unterschied nicht so groß.“

Enttäuscht ist SPD-Kandidat Sven Alisch, seit 2003 Ortsvorsteher der Prinzenstadt. „Ich habe nicht deutlich genug herausstellen können, was ich in den letzten Jahre bewegt habe“, sagt er. Zugleich hätten der Bundestrend, die Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien und die Kritik an der von der Landes-SPD angestrebten Kreisgebietsreform gegen ein Wahlkreuz bei einem SPD-Mann gesprochen. „Dieses Ergebnis macht mich ein Stück weit nachdenklich.“

Alisch unterstützt Rau in der Stichwahl

Den Wahlabend hatte Alisch gemeinsam mit etwa 50 Unterstützern im „Laternenhof“ verbracht. Schon jetzt sei klar, dass die Sozialdemokraten Rau in der Stichwahl unterstützen wollen. Alisch kritisierte Schwochows Wahlkampf der vergangenen Wochen als populistisch. „Für mich ist nicht erklärbar, wie die Rheinsberger so stimmen konnten.“

Auch Linken-Kandidat Freke Over hatte sich ein anderes Ergebnis gewünscht. Nur 12,6 Prozent der Wähler hatten für ihn votiert. „Das ist natürlich nicht das, was man sich nach zehn Jahren Kommunalpolitik erhofft.“

Wahl zwischen zwei CDU-Männern

Der Kampf ums Rheinsberger Bürgermeisteramt sei durchaus besonders gewesen, so Over. „Themen haben nicht die Rolle gespielt“, sagt er. „Das war ein Zwei-Mann-Duell.“ Der überraschende Wahlsieger des ersten Durchgangs habe sich „in den vergangenen Jahren viel erarbeitet“ und sei zugleich für Protestwähler attraktiv gewesen. „Jetzt haben wir am 15. Oktober die Wahl zwischen einem CDU-Mann und einem CDU-Mann“, sagt Over. „Das hatten wir auch noch nie.“

Von Frauke Herweg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg