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Ostprignitz-Ruppin Raus aus der Tabuzone
Lokales Ostprignitz-Ruppin Raus aus der Tabuzone
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02:16 02.10.2015
Um Informationen und Gespräche ging es beim 6. Alzheimer-Aktionstag im Wittstocker Rathaus. Mehrere Einrichtungen stellten sich dort vor. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Entspannt liegen die beiden Hunde im Wittstocker Rathaussaal und blinzeln in die Sonne. Dass sie mit dem, was sie leisten, gerade im Mittelpunkt stehen, kümmert sie nicht. Donatha Wölk liest aus ihrem Buch „7 Hunde und ihre Patienten“. Dabei geht es um die tiergestützte Therapie bei der Arbeit mit Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind. Die Sitzreihen vor ihr sind nahezu voll besetzt.

Voll besetzter Rathaussaal am Alzheimertag. Quelle: Björn Wagener

Die Lesung war einer der Höhepunkte beim 6. Alzheimer-Aktionstag am Dienstag im Rathaus und in der Begegnungsstätte der der Volkssolidarität in der Poststraße. Deren Regionalverband Prignitz-Ruppin hatte zu der informativen Veranstaltung eingeladen. Denn zahlreiche Institutionen und Einrichtungen rund um die Pflege und Betreuung von Alzheimererkrankten stellten sich im oberen Foyer vor. Die Gäste hatten Gelegenheit, sich einen Überblick von den Angeboten zu verschaffen und Gespräche zu führen, zum Beispiel mit Dagmar Lemke von der VS, die seit 13 Jahren Demenzkranke betreut. Die Angebote rund um dieses Thema hätten sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, sagt sie. Das liege auch daran, dass die Leute eine steigende Lebenserwartung haben und somit auch das Risiko steige, an Alzheimer zu erkranken. „Die Arbeit braucht viel Einfühlungsvermögen. Mir macht sie Spaß.“

Therapiehunde standen im Mittelpunkt der Lesung. Quelle: Björn Wagener

Elke Bröcker von der Volkssolidarität (VS) wies bei der Veranstaltung auch auf den 70. Jahrestag der VS hin. Der Landesverband habe 38 000 Mitglieder. Rund 2200 hauptamtliche und 4000 ehrenamtliche Mitarbeiter sorgten dafür, dass die VS Kranken und Angehörigen ein starker Partner ist.

Donatha Wölk liest aus ihrem Buch „7 Hunde und ihre Patienten“. Quelle: Björn Wagener

Schirmherr des Alzheimer-Aktionstages war Bürgermeister Jörg Gehrmann, der symbolträchtig mit einem aufgespannten Schirm in der Hand die Besucher begrüßte und betonte, die Krankheit Alzheimer „nicht zum Tabuthema“ zu machen. Um zu erkennen, wie mit den Erkrankten richtig kommuniziert werden kann, brauche es Erfahrung, und die könne nur gewonnen werden, wenn man offen mit dem Thema umgeht. Auch Gehrmanns Amtskollege Holger Kippenhahn aus der Gemeinde Heiligengrabe war Gast der Veranstaltung.

Von Björn Wagener

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