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Ostprignitz-Ruppin Rechenmaschinen von anno dunnemals
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rechenmaschinen von anno dunnemals
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00:17 06.04.2016
Elke Wildt an einer der alten Rechenmaschinen. Quelle: Andreas Vogel
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Protzen

Das soll eine Rechenmaschine sein? Ungläubig schaut der Besucher im Protzener Dorf-, Torf- und Schulmuseum auf das unscheinbare Gerät, das in einer Glasvitrine liegt. Elke Wildt lächelt. „Das ist ein Addiator aus dem Jahre 1928, der dem Kauf­warenbesitzer Willi Schweimert in Protzen gehörte“, sagt die Chefin des Inselvereins, der das Museum betreibt.

Zahlenschieber wie der Addiator waren die Vorläufer der Taschenrechner. Quelle: Andreas Vogel

Dieses hat am Sonntag eine kleine Sonderausstellung eröffnet. Bis Mitte November sind Rechenmaschinen und Material aus dem Mathematikunterricht aus knapp 100 Jahren zu sehen – darunter ebenfalls jener Addiator. Die auch als Zahlenschieber bekannten Geräte, mit denen man addieren und subtrahieren kann, gab es schon im 16. Jahrhundert. Allgemein bekannt wurden sie jedoch erst, als der Franzose Louis Troncet im Jahre 1889 eine Version unter dem Namen Arithmographe auf den Markt brachte. In Deutschland wurde vor allem die Marke Addiator bekannt, mit der auch der Protzener Kaufmann Schweimert rechnete. Gut ein Dutzend Rechenmaschinen sind im Museum, das sich im einstigen Gutshaus befindet, ausgestellt. Einige Exponate stammen aus dem Nachlass von Hans-Günther Legde, dem letzten Gutsbesitzer von Protzen. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet worden und nach Westberlin geflüchtet. „Wir haben noch sehr intensiven Kontakt zu seinen Kindern“, sagt Elke Wildt. Doch sind ebenfalls eine russische Rechenmaschine vom Typ Felix sowie eine vom Typ Triumphator zu sehen, die in Mölkau bei Leipzig gebaut wurden.

Auch diese monströse Rechenmaschine ist in Protzen zu sehen. Quelle: Andreas Vogel

Nicht fehlen dürfen in der Ausstellung zudem Bücher aus dem Mathematik-Unterricht. An diese Utensilien zu kommen, fiel dem Inselverein nicht schwer. Als die Schule im Ort aufgelöst wurde, sorgten Elke Wildt und ihre Mitstreiter dafür, dass die Materialien nicht vernichtet wurden. Ein Teil findet sich in der Dauerausstellung, andere Exponate werden für kleine thematische Schauen aus dem Fundus herausgeholt. „Wir haben ja gar nicht den Platz, alles zu zeigen“, sagt Elke Wildt.

Im vergangenen Jahr waren im Protzener Museum Schreibmaschinen und Bücher aus dem Deutschunterricht zu sehen. Auch Ausstellungen zum Biologie- oder Erdkundeunterricht bieten sich an. Doch im nächsten Jahr will der Inselverein einen berühmten Zeitgenossen in den Mittelpunkt stellen: Immerhin starb im Jahre 1767 im heutigen Museum Prinz Heinrich. Der Lieblingsneffe von Friedrich dem Großen starb an den Pocken.

Hinweis: Die kleine Sonderausstellung zu den Rechenmaschinen ist bis November sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel.  033932/7 34 09 zu sehen.

Von Andreas Vogel

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