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Ostprignitz-Ruppin „Red oak moal Platt, wennt passen deit“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Red oak moal Platt, wennt passen deit“
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00:17 03.06.2016
Auch das Verbeigen will gelernt sein. Bei der Generalprobe am Montag zeigten die Kinder, was sie gelernt haben. Quelle: Christian Bark
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Sewekow

Ein klein wenig aufgeregt ist die neunjährige Edda Thonack schon, wenn sie an den großen Auftritt am Sonntag im Wittstocker Rathaus denkt. Dann werden sie und sieben weitere Kinder der Niederdeutsch lernenden „Kinnerschool“ aus Sewekow nämlich vor großem Publikum kurze Sketche und Gedichte vortragen – natürlich auf Platt.

„Unser Beitrag findet im Rahmen des Tages der Niederdeutschen Sprache statt“, informiert „Kinnerschool-Leiterin“ Heidi Schäfer. Das kulturelle Rahmenprogramm finde bei freiem Eintritt ab 14 Uhr im großen Rathaussaal statt. Gegen 15.45 Uhr hätten dann die Kinder ihren großen gut 15-minütigen Auftritt.

Heidi Schäfer (r.) hat mit den Kindern über Monate hinweg geprobt. Quelle: Christian Bark

Und damit der auch gelingt und die Leute zum Schmunzeln anregt, hat die Gruppe ihre Szenen in den vergangenen sechs Monaten intensiv geübt. Von der Textsicherheit ihrer Schützlinge konnte sich Schäfer am Montagnachmittag bei der Generalprobe überzeugen. „Red ok moal Platt, wennt passen deit, damit uns Sproak nich ünnergeit“, verbeugten sich die Kinder am Ende des Stücks und lieferten mit diesen Worten schon die Begründung dafür, warum sie in ihrer Freizeit Niederdeutsch lernen: Sie wollen wie Heidi Schäfer, dass Niederdeutsch in den Köpfen der Menschen wieder eine Rolle spielt. Zur Kinnerschool sind sie zumeist über persönliche Kontakte zwischen ihren Eltern und Heidi Schäfer gekommen. „Ich habe das Stück der Vorgängergruppe gesehen“, sagt Edda. Das hätte ihr gut gefallen und so seien sie und ihre Schwester ebenfalls zur Kinnerschool gelangt.

Sehr zur Freude von Mutter Ellen. „Schön, dass Kinder verschiedener Altersklassen so was zusammen machen können“, sagt sie. Und für Elternteile wie sie, die zusammen mit ihren Kindern üben, sei das Ganze auch äußerst lehrreich. „Meine Oma sprach noch Platt“, erinnert sie sich. Sie könne es zwar verstehen aber nur bedingt sprechen.

Ähnlich geht es Sabrina Thierbach. „Aber es ist schon anstrengend, zusammen mit den Kindern die Sprache und Texte auswendig zu lernen“, sagt die Sewekowerin.

Auch Eltern wie Ellen Thonak (l.) fieberten bei den Proben mit. Quelle: Christian Bark

Doch die Anstrengung lohnt sich, weiß Heidi Schäfer, die die Kinnerschool vor acht Jahren ins Leben gerufen hatte. Denn Plattdeutsch biete den Kindern eine gute Basis für die Erlernung anderer Fremdsprachen. „Wobei Platt ja gar keine Fremdsprache ist, sondern über Jahrhunderte hinweg bei uns gesprochen wurde“, erklärt sie. Zum Beispiel wissen die Kinder, dass Platt dem Englischen, das die meisten von ihnen gerade in der Schule lernen, sehr ähnlich ist. Allerdings gibt sich Heidi Schäfer auch keiner Illusion hin, denn sie weiß, dass die Kinder zuhause höchst selten Platt sprechen werden und einige aufgrund wachsender Belastung in der Schule bald die Kinnerschool verlassen werden. „Aber wenn sie sich vielleicht in 20 Jahren noch an einen der Sprüche unseres Stücks erinnern, lebt zumindest ein Teil dieser Sprache in ihren Köpfen weiter“, sagt sie.

Von Christian Bark

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