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Redner leugnet rechtsextreme Gewalt

Rechtsextreme bei Gedenkstunde für Emil Wendland Redner leugnet rechtsextreme Gewalt

In einer Rede im Neuruppiner Rosengarten haben Neonazis am Mittwochabend in Neuruppin die rechtsextreme Gesinnung der jungen Männer geleugnet, die im Juli 1992 den wehrlosen Emil Wendland auf einer Parkbank getötet hatten. Das Innenministerium will Wendland nachträglich als Opfer rechtsextremer Gewalt in die Statistik aufnehmen.

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Die Gedennkstele für Emil Wendland im Neuruppiner Rosengarten.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin . Bei der Gedenkveranstaltung für den von Neonazis ermordeten Emil Wendland sind am Mittwochabend auch etwa 20 Rechtsextreme am Neuruppiner Rosengarten erschienen. Dem Vernehmen nach waren darunter auch Vertreter der Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland. Wie schon im vergangenen Jahr kamen die Neonazis zu einem vermeintlich „ehrlichen Gedenken“ zusammen. In einer Rede relativierten sie die rechtsextreme Gesinnung der jungen Männer, die den wehrlosen Wendland am 1. Juli 1992 getötet hatten. Die Täter hätten lediglich der „Subkultur des Skinheads“ angehört, hieß es. Auf ihrer Homepage kündigen die Neonazis an, in den kommenden Tagen einen Kranz für Emil Wendland niederlegen zu wollen.

Erst am Montag hatte das Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrum eine Studie zu 24 umstrittenen Todesfällen in Brandenburg vorgestellt. Demnach war der damals 50-jährige arbeitslose Lehrer Emil Wendland tatsächlich ein Opfer rechtsextremer Gewalt geworden. Die Täter hatten sich damals ganz gezielt zum „Pennerklatschen“ verabredet und hatten den alkoholkranken Wendland für obdachlos gehalten. Das, so der Politikwissenschaftler Christoph Kopke, sei durch die Gerichtsakten eindeutig bewiesen.

Jahrelang war Wendland in der Landesstatistik über die Opfer politischer Gewalt nicht geführt worden. Das Innenministerium kündigte jetzt an, die Statistik revidieren zu wollen (die MAZ berichtete).

Von Frauke Herweg

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