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Ostprignitz-Ruppin Regenwasser im Fokus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Regenwasser im Fokus
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00:18 24.03.2017
Eine Firma soll schon bald schadhafte Entwässerungsanlagen in Rheinsberg und den Ortsteilen ausbessern. Quelle: Celina Aniol
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Rheinsberg

Wenn Regen von den Dächern auf die Straße oder den Gehweg fällt, dann gibt es vielerorts Stress. Denn die Anlieger dürfen das Nass nicht auf öffentlichem Boden entsorgen. Stattdessen müssen sie dafür sorgen, dass der Regen auf ihrem eigenen Grundstück versickert. Viele Kommunen wie zum Beispiel die Gemeinde Fehrbellin haben schon vor Jahren entsprechende Regelwerke aufgestellt und verfolgen mit Argusaugen, ob sich nicht doch noch irgendwo ein Bächlein von der Dachrinne auf die Straße ergießt.

Rheinsberg hingegen geht mit dem Thema bisher eher lax um. In der Stadt gibt es viele Hauseigentümer, die das bei ihnen anfallende Regenwasser auf der Straße entsorgen. Erst in den nächsten Jahren will sich die Verwaltung des Problems im großen Umfang annehmen, sagt Vize-Bürgermeister Andreas Neubert. „Wir haben bei diesem Thema Nachholbedarf.“ Allerdings auch viele Aufgaben, die dringender zu erledigen sind. Nur in Zechlinerhütte packt die Stadt jetzt schon an.

Hauseigentümer in Zechlinerhütte müssen handeln

Dort hat der Landesbetrieb Straßenwesen die Grundstückseigentümer deswegen bereits vor zwei Jahren angeschrieben. Hintergrund war die nun laufende Sanierung der Bundesstraße in Zechlinerhütte. Jetzt hat die Stadt auch noch einmal nachgelegt. Bis der Straßenbau beendet ist, soll das Wasser von privaten Flächen nicht mehr auf öffentlichen Grund laufen. „Die Entwässerung ist eine kommunale Aufgabe, also sind wir in der Pflicht, es durchzusetzen“, erklärt Bauamtsleiter Guido Brückmann. Auch die Stadt musste nachbessern: Sie hat in den vergangenen Jahren die Anlage des Feuerwehrhauses und der Kita für rund 20 000 Euro entsprechend umgebaut. Diese Summe sollte Hausbesitzer aber nicht abschrecken, meint Neubert. „Oft reicht es aus, die Dachrinne einfach anders auszurichten.“ Nur in seltenen Fällen werde es nötig sein, viel Geld für eine ausgereifte Wasserbeseitigungsanlage auszugeben.

An anderen Stellen ist Rheinsberg beim Thema Regenwasser ein ganzes Stück weiter. So will die Stadt schon demnächst eine Firma verpflichten, die sich um die Ausbesserung von Schäden an Entwässerungsanlagen kümmern soll, sagt Brückmann. Diese soll einen Rahmenvertrag über jährlich 65 000 Euro bekommen. Dabei soll sie sowohl spontan auftretende Defekte zügig wieder in Ordnung bringen als auch die bisher vom Rathaus ermittelten Schwachpunkte bei der Regenentwässerung beseitigen. Dafür erstellt die Verwaltung gerade eine Prioritätenliste.

Stadt arbeitet fieberhaft an einem Regenentwässerungskonzept

Welche Problemstellen es in der Kernstadt und in den Ortsteilen gibt, ist im Rathaus nun ziemlich genau bekannt. Denn seit dem vergangenen Jahr arbeitet Rheinsberg fieberhaft an einem Regenwasserbeseitigungskonzept, das zuvor jahrelang brachlag (die MAZ berichtete). 2016 hat ein Planungsbüro aber den Bestand und die Schäden in den Anlagen endlich erfasst. Bei einer Tour durch die Ortsteile, die nun abgeschlossen ist, wurde die Liste um Erkenntnisse der Ortsvorsteher ergänzt. Im Moment werden sie vom Planer das Konzept eingearbeitet. Brückmann rechnet damit, das die Ort- und Stadtvertreter im dritten Quartal das Konzept beschließen können.

Dieses Papier ist für Rheinsberg enorm wichtig. Denn ein solcher Überblick bildet mittlerweile eine Voraussetzung für den Ausbau vieler Straßen. So weigert sich das Land wegen des fehlenden Konzepts mittlerweile seit Jahren, die Ortsdurchfahrten in Wallitz und Linow in Angriff zu nehmen. Das Infrastrukturministerium begründet den Stillstand so: Ohne diese Vorleistung der Kommune sieht sich der Landesbetrieb außerstande, eine qualifizierte Ausbauplanung zu erstellen.

Von Celina Aniol

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