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Ostprignitz-Ruppin Regenwassersündern auf der Spur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Regenwassersündern auf der Spur
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02:16 30.06.2017
Regenwasser ist in vielen Straßen der Stadt Rheinsberg nach wie vor ein Problem. Das neue Konzept soll helfen, die Missstände zu beseitigen. Quelle: Celina Aniol
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Rheinsberg

Rheinsberg zieht nach: Während die meisten anderen Kommunen längst wissen, wo, wie und wohin das Regenwasser von Straßen und Grundstücken verschwindet, blieb das in der Prinzenstadt und ihren Ortsteilen in vielen Fällen eine offene Frage. Jetzt endlich legt die Kommune aber ein Konzept zur Beseitigung von Regenwasser vor. „Das Konzept hätten wir schon in den 90er Jahren haben müssen, das Thema ist aber nie angefasst worden", kritisiert Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau. Nur punktuell, und zwar bei Neubau von Straßen oder Arbeiten an Grundstücken sei die Entwässerung im großen Stil berücksichtigt worden. Eine Übersicht darüber, wo Schwachstellen im System sind, fehlte aber bislang.

Einfach zu lesen ist das Konzept des Neuruppiner Ingenieurbüros Wasser-Umwelt mit seinen über 250 Seiten allerdings nicht. Eine Kurzübersicht über die notwendigen Investitionen fehlt. Dafür gibt es allerdings detaillierte Pläne für jeden einzelnen Ortsteil. Auch Rau hat noch nicht überschlagen, wie viel Geld die Kommune insgesamt ausgeben muss, um die Entwässerung auf einen vorzeigbaren Stand zu bringen. Tatsächlich variieren diese Summen zwischen wenigen Tausend und hunderttausenden Euro pro Ortsteil. Nur weil die Stadt jetzt über eine Übersicht verfügt, heißt es deshalb noch lange nicht, dass alle Makel des Entwässerungssystems demnächst überall angegangen werden. Vielmehr soll das Papier vor allem als Grundlage und Beschleuniger für anstehende Bauprojekte dienen. Tatsächlich weigerte sich das Land bislang, bestimmte Straßen wie die in Linow oder Wallitz zu sanieren, weil ein solches Konzept fehlte (die MAZ berichtete).

Bei dem Thema Entwässerung sei aber nicht alleine die Kommune in der Bringschuld, so Rau. „Auch die Privaten müssen ihr Regenwasser selbst beseitigen.“ Das passiere jedoch vielerorts nicht. Das Rheinsberger Rathaus will deshalb in den kommenden Jahren herausfinden, welche Hausbesitzer ihr Regenwasser nicht ordnungsgemäß auf dem eigenen Grundstück und stattdessen auf öffentlichen Grund versickern lassen. Der Bürgermeister kündigt an, dass die Verwaltung genau das erfassen und später sanktionieren wird, falls die Grundstückseigentümer keinen Umbau vornehmen. Bis zu 50 000 Euro können laut Wassergesetz des Landes Brandenburg für ein Vergehen bei der Entsorgung des Regenwassers fällig werden, sagt Ordnungsamtsleiter Guido Brückmann. Von heute auf morgen werden die Regenwassersünder allerdings nicht registriert und bestraft. „Das ist eine langwierige Arbeit“, so Rau. Denn für eine derartige Zusatzaufgabe habe die Verwaltung, kaum personelle Kapazitäten.

Das Konzept indes, das noch von den Stadtvertretern beschlossen werden muss, werde sich aber an anderer Stelle schnell positiv auswirken, schätzt Stadtentwicklungsreferent Thomas Lilienthal. Bisher musste die Stadt knapp 30 000 Euro an Abwasserbeseitigungsgebühren für Regenwasser berappen. Es handelte sich dabei um eine Schätzsumme, weil die Kommune ohne das Konzept nicht nachweisen konnte, an welchen Stellen sie ihr Regenwasser doch ordnungsgemäß entsorgt. Wenn das Konzept in Kraft tritt, will die Stadt, dass die Gebühr nicht mehr geschätzt, sondern berechnet wird. „Auf Null werden wir dadurch nicht kommen“, so Lilienthal. Mit einer deutlichen finanziellen Ersparnis könne die Stadt aber rechnen.

Von Celina Aniol

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