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Regionalplan Wind wird erneut ausgelegt

Neuruppin Regionalplan Wind wird erneut ausgelegt

Mehr als 300 Windräder, die in Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel, lediglich einen Mindestabstand von 750 bis 1000 Meter zu Gebäuden haben, sollen bis auf eine Gesamthöhe von 150 Metern aufgestockt werden dürfen. Dafür hat sich am Mittwoch die Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel ausgesprochen – trotz zahlreicher Bedenken.

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Einige der Windräder bei Kränzlin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Vorstoß der Regionalplaner, die Abstandskriterien von Windrädern zu Gebäuden noch mal zu ändern, stößt weiter auf Widerstand. „Ich habe damit große Bauchschmerzen“, sagte am Mittwoch Regionalrat Peter Ligner bei der Regionalversammlung der Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel in Neuruppin.

Ligner befürchtet, dass die Planer damit zwar die Interessen des Landes berücksichtigt, das an der Energiewende festhält, sowie die von Windkraftfirmen. Durch die geplante Minderung des Mindestabstandes würden aber die Schutzinteressen der Anwohner riskiert, die jetzt schon in der Nähe von Windkraftanlagen leben müssen. Ligner bezweifelt, dass die Planungsgemeinschaft überhaupt so viele Eignungsgebiete ausweisen muss. „Man muss nachweisen, dass man gründlich nach geeigneten Flächen gesucht hat, nicht, dass die geforderte Fläche auch gefunden werden muss“, sagte der Kreistagsabgeordnete aus Oberhavel. Diese Sicht der Dinge gebe das vom Land in Auftrag gegebene Rechtsgutachten nicht her.

Ausnahmen vom Mindestabstand

Der Regionalvorstand hat vorgeschlagen, dass es Ausnahmen zu dem Mindestabstand geben soll. Derzeit beträgt dieser 500 Metern, er soll auf 1000 Meter erweitert werden. Weil es aber dann aus Sicht von Land, Planern und Windfirmen zu wenig Eignungsgebiete für neue Windräder gibt, soll es künftig möglich sein, dass Windräder, die mindestens 750 Meter von Gebäuden entfernt sind, erneuert werden können. Die Bedingung: Die Gesamthöhe der Anlagen darf 150 Meter nicht überschreiten. Laut Chefplaner Ansgar Kuschel könnten damit gut 300 Windräder aufgestockt werden.

Rainer Güntheroth (53) ist strickt dagegen. Der Tischler aus Herzberg kämpft seit mehr als zehn Jahren gegen die Windräder, die keine 600 Meter entfernt von seinem Haus stehen. „Das Geräusch ist sehr belastend. Daran gewöhnt man sich auch nicht“, betonte Günthe­roth.

Trotz seiner und anderer Einwände stimmte die große Mehrheit der Regionalversammlung für die Ausnahmen vom Mindestabstand. Damit muss der Regionalplan erneut öffentlich ausgelegt werden. Das könnte nach den bisherigen Vorstellungen im ersten Quartal des nächsten Jahres passieren. Der neue Regionalplan gilt damit vermutlich erst 2018, ein Jahr später als bisher gedacht. Bis dahin können die bisher bestätigten Eignungsgebiete aus dem Plan von 2003 mit weiteren Windrädern verdichtet werden.

Von Andreas Vogel

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