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Ostprignitz-Ruppin Reinhard Holz und das Patent auf Wolytex
Lokales Ostprignitz-Ruppin Reinhard Holz und das Patent auf Wolytex
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00:37 17.03.2018
Reinhard Holz tüftelte in den 1970er Jahren im Team an der neuen Fasermischung Wolytex. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Reinhard Holz aus Wittstock blättert in seinen Unterlagen. Das Amt für Erfindungs- und Patentwesen in der DDR beschloss 1977, ein Patent mit der Nummer 126 379 zu erteilen. Und zwar für die Erfindung eines „Verfahren zur Herstellung einer Mischtexturseide.“ Die Mischtexturseide trägt den Namen Wolytex. Reinhard Holz gehörte zum vierköpfigen Erfinderteam und belegt dies mit Originaldokumenten.

Im Zuge der neuen Sonderausstellung im Wittstocker Museum über die Gründung des VEB Obertrikotagenbetrieb (OTB) „Ernst Lück“ vor 50 Jahren und der Berichterstattung in der MAZ meldete sich Reinhard Holz bei der Redaktion. Damit grenzt er sich von Aussagen von Wolfgang Marx ab, der die Erfindung für sich beansprucht (die MAZ berichtete).

Schwarz auf Weiß: Das Patent wurde 1977 erteilt und geht an vier Chemiefachleute. Quelle: Christamaria Ruch

Der heute 73-jährige Reinhard Holz arbeitete von Herbst 1969 bis 1992 im VEB Obertrikotagenbetrieb (OTB) „Ernst Lück“ in Wittstock. Der Chemiefaseringenieur war als Technologe in der Textur tätig. Das Patent auf Wolytex teilen sich vier Erfinder: Textilingenieur Horst Vogel, Chemiker Karl Sperschneider, Ingenieur Dieter Taubner und Reinhard Holz. Er war der einzige in dieser Gruppe, der in Wittstock in der Textilproduktion arbeitete. Die anderen arbeiteten im Süden der DDR.

Vier Erfinder für ein Patent

Die Aufgaben im Erfinderteam waren klar verteilt: „Vogel koordinierte die Arbeiten, Sperschneider und Taubner leisteten die wissenschaftliche Arbeit und ich war für den praktischen Teil zuständig“, sagt Reinhard Holz. „Hier in Wittstock haben wir uns immer getroffen und alles erprobt. Das wissenschaftlich-technische Zentrum für Trikotagen und Strümpfe im sächsischen Limbach-Oberfrohna war eine übergeordnete wissenschaftliche Einrichtung und meldete die Erfindung an“, sagt er.

Der OTB in Wittstock warb für die hohe Qualität der Mischfaser. Quelle: Christamaria Ruch

Bei Wolytex handelt es sich um eine Fasermischung der Chemiefasern Dederontextur aus Polyamid und Grisutentextur aus Polyester. Wolytex verfügte über ausgezeichnete Pflegeeigenschaften, hervorragenden Gebrauchswert und besondere Trageeigenschaften. So warb der OTB in einem Informationsblatt.

Das Material bewährte sich auch in der Praxis, wie ein Test mit der DDR-Radsportmannschaft 1977 zeigte. Damals erprobten die Radler Erzeugnisse aus Wolytex und zwar unter Extrembedingungen bei der Algerienrundfahrt. Dank der überzeugenden Testergebnisse startete die DDR-Mannschaft wenig später bei der internationalen Friedensfahrt in dieser Kleidung. Dies ist dem Werbeblatt für Wolytex zu entnehmen.

Auszeichnungen fürs Patent

Reinhard Holz erhielt für das Patent auch Auszeichnungen. Dann wurde er zum Abteilungsleiter Technik befördert, war Gesamtleiter in der Veredlung und trug im Werk I des OTB in der Textur und Veredlung die Verantwortung.

Später wechselte er aus persönlichen Gründen in die Produktion, wie er im MAZ-Gespräch berichtet. „Ich habe bis heute gute Erinnerungen an die Zeit im OTB“, sagt er. Bis heute ist sich Reinhard Holz seiner Bodenhaftung treu geblieben.

Von Christamaria Ruch

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