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Ostprignitz-Ruppin Reinheit im Handumdrehen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Reinheit im Handumdrehen
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02:15 08.05.2017
Im Dunkelraum wurden mögliche Übertragungswege mit Hilfe von fluoreszierendem Desinfektionsmittel sichtbar gemacht. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Das Licht geht aus – und plötzlich sind sie sichtbar: viele kleine leuchtende Flecken auf Gegenständen, Haut oder Kleidung. Es hätten Krankheitskeime sein können. Aber keine Angst, in diesem Fall handelte es sich um ein fluoreszierendes Desinfektionsmittel. Es zeigte den Schülern der Klasse 7b des Städtischen Gymnasiums Wittstock den Weg der Keime, der ihnen sonst verborgen bleibt. Denn Robina Heinrich, Hygienefachkraft am KMG Klinikum Wittstock, hatte die Schüler zuvor aufgefordert, die Hände gründlich zu desinfizieren und dann alltägliche Dinge zu tun – etwa verschiedene Spiele zu spielen und Gegenstände zu benutzen. In der Dunkelheit kam dann das Ergebnis ans Licht.

Das war nicht die einzige, aber wohl eindrucksvollste Übung, die die Kinder am Freitag in der Klinik erlebten. Anlässlich des Internationalen Tages der Handhygiene am 5. Mai hatte das Krankenhaus erstmals zu einer Aktion eingeladen, die deutlich machen sollte, wie wichtig regelmäßiges Händewaschen ist, „und zwar um die ganze Hand herum, zwischen den Fingern, und den Daumen nicht vergessen“, betonte Robina Heinrich.

30 Sekunden sind das Minimum

So könne die Übertragung von Krankheitskeimen weitgehend vermieden werden. In der Klinik ist das natürlich noch weitaus wichtiger. „30 Sekunden müssen die Hände mit speziellen Desinfektionsmitteln feucht gehalten werden“, sagt sie, während sie den Spender mit dem Ellenbogen betätigt.

Medizinisches Personal desinfiziere sich etwa neunmal pro Patient und Tag die Hände; im Intensivbereich sogar zwischen 35 und 40 Mal. „Da hat man nach Feierabend schon das Bedürfnis, sich die Hände zu waschen“, sagt sie, obwohl den Mitteln Pflegelotionen beigemischt sind. Das war nicht immer so. Im 19. Jahrhundert hatte der Arzt Ignaz Semmelweis erstmals das Desinfizieren der Hände mit Chlorkalk eingeführt, das zwar die Haut des Benutzers schädigte, aber die Übertragungsrate von Krankheiten deutlich minimierte.

Damals begann, was heute eine zentrale Rolle im Krankenhausalltag spielt – die Handhygiene. Desinfektionsmittelspender gebe es im Eingangsbereich der Klinik, in den Warteräumen, vor jedem Funktionsbereich und in jedem Patientenzimmer, so Robina Heinrich. Zudem verfügten die Mitarbeiter über sogenannte Kitteltaschenflaschen mit Desinfektionsmitteln.

Regelmäßige Schulungen

Das Personal werde regelmäßig geschult – so auch am Freitag. Denn der gesamte Aufbau mit Schwarzlicht-Test, Beamer, Handpackungen und Handpeeling zum Selbermachen, einem thematischen Kartenspiel sowie Informationstafeln sollte nicht nur den Schülern nützen.

Das Schüler-Projekt stand jedoch im Mittelpunkt. Zwar ging es vor allem ums Probieren und Lernen, „aber wir wollen damit auch nach außen tragen, dass wir engagiert sind“, sagt Robina Heinrich. Sie könnte sich, ebenso wie Gabriele Bertram, die Biologielehrerin der 7b, gut vorstellen, weitere solcher Aktionstage folgen zu lassen.

Von Björn Wagener

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