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Rettungsdienst muss riesige Umwege fahren

Neuruppin Rettungsdienst muss riesige Umwege fahren

Weil die B 167 in Neuruppin gesperrt ist, dauern viele Einsätze des Rettungsdienstes zurzeit länger. Die Wache liegt unmittelbar neben der Baustelle in der Neustädter Straße. Bei einem Notfall im Neubaugebiet oder auf der Autobahn müssen die Rettungswagen einen kilometerweiten Umweg fahren – dabei wäre das eigentlich nicht nötig.

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Über einen Hinterausgang könnten Rettungswagen die Baustelle auf der B 167 umfahren – doch der Weg durch einen Garagenkomplex ist vorerst verschlossen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Fünf Minuten klingt nicht nach viel. Und doch können sie in einem Notfall über Leben und Tod entscheiden. Kommen die Sanitäter noch rechtzeitig oder kommen sie knapp zu spät? Für den Rettungsdienst in Neuruppin stellt sich die Frage gerade ganz akut. Eine Baustelle vor der Tür der Wache an der Neustädter Straße führt dazu, dass Rettungswagen bei vielen Einsätzen einen Umweg fahren müssen, weil die direkte Strecke versperrt ist. Fünf Minuten kann das schnell zusätzlich dauern – dabei wäre das eigentlich nicht nötig.

Das Problem für den Rettungsdienst sind die aktuellen Bauarbeiten an der B 167 vor dem Kreisel an der Neustädter Straße. Seit Tagen ist die Bundesstraße dort gesperrt. Auch für Rettungsfahrzeuge gibt es keinen Weg über die Baustelle oder direkt daran vorbei. Bei Notfällen im Neubaugebiet, in Treskow oder auf der Autobahn können die Rettungswagen nicht die direkte Strecke nehmen, sondern müssen einen Umweg von mehreren Kilometern fahren. Das kostet zusätzliche Minuten. Besonders fatal: Statistisch gesehen brauchten die Retter im Landkreis Ostprignitz-Ruppin schon vor den Bauarbeiten so lange zu einem Notfall, wie nirgends sonst im Land.

Auch Rettungswagen müssen die Baustelle weiträumig umfahren

Nach den offiziellen Vorgaben des Landes müssen die Helfer bei 95 Prozent aller Fälle in spätestens 15 Minuten am Ort des Geschehens sein. Diese Frist kann der Landkreis seit Jahren nicht einhalten. Andere ländliche Kreise wie die Uckermark oder die Prignitz liegen besser. Die Kreisverwaltung in Neuruppin ist bisher ratlos, was sie tun kann, um die Retter schneller zum Unfallort zu bringen.

Die gesperrte B 167 ist ein zusätzliches Problem, räumt Kreissprecherin Britta Avantario auf Nachfrage ein: „Natürlich, wie jede andere Baustelle auch“, sagt sie: „Die Rettungsfahrzeuge müssen – wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch – die Baustelle umfahren.“ Um zur Autobahn zu kommen, müssen sie zurzeit zuerst durch die Neustädter Straße in Richtung Innenstadt, dann durch die enge Präsidentenstraße und über den Certaldoring auf die B 167. Das sind fast drei Kilometer Umweg durch Straßen mit viel Verkehr. Der Weg ins Neubaugebiet ist ähnlich weit.

Dabei ginge es auch viel schneller, denn das Gelände der Rettungswache hat auch einen Hinterausgang, der auf die benachbarte Thomas-Mann-Straße und ins angrenzende Wohngebiet führt. Diesen Hinterausgang haben die Rettungswagen in der Vergangenheit auch immer wieder benutzt. Nur zurzeit dürfen sie es nicht.

Abkürzung wäre durch einen Garagenkomplex möglich

Das Problem: Der Weg durch den Hinterausgang führt durch eine Garagensiedlung auf die Thomas-Mann-Straße. Nicht alle Pächter der Garagen haben Verständnis, wenn sie beim Einparken plötzlich von einem anrückenden Notarztauto mit Blaulicht bedrängt werden, das schnell zu einem Unfall muss. Mancher beschwert sich, dass die Rettungswagen ja doch nur die Schlaglöcher auf den unbefestigten Wegen zwischen den Garagen ausfahren würden, ohne dass sich jemand ums Ausbessern der Löcher kümmert. Auch Beschwerden über umgefahrene Poller gibt es und Zweifel daran, ob die Rettungswagen es wirklich immer so eilig haben, wie die Fahrer behaupten. Zurzeit ist der Hinterausgang jedenfalls verschlossen.

„Die Variante, durch das Tor auf die Thomas-Mann-Straße zu fahren, wird bereits geprüft“, heißt es aus der Kreisverwaltung . Damit die Rettungswagen dort entlangfahren dürfen, müsste allerdings die Stadt Neuruppin grünes Licht geben, sagt Mathias Wittmoser, der Leiter des Ordnungsamtes beim Kreis, der für die Koordinierung des Rettungsdienstes verantwortlich ist. Denn das Grundstück, auf dem die Garagen stehen, gehört Neuruppin.

In einem Monat sollen die Bauarbeiten beendet sein

Stadtsprecherin Michaela Ott konnte am Mittwoch so schnell nicht klären, ob die Stadt grundsätzliche Bedenken gegen diese Abkürzung für die Retter hat. Wittmoser hofft, die Durchfahrtserlaubnis schnell zu bekommen. Rettungswagen vorübergehend an anderer Stelle zu postieren, etwa auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken, sei nicht möglich.

Wittmoser geht aber auch davon aus, dass das Problem nicht lange besteht. Er hat sich am Mittwoch beim Bauleiter erkundigt, wie lange die B 167 gesperrt bleibt. „Wenn das Wetter hält, sollen die Arbeiten bis 22. Dezember beendet sein“, sagt der Amtsleiter. Das wäre in drei Wochen.

Die Neuruppiner Rettungswagen rücken bis zu zehnmal am Tag aus. Viele Einsätze führen aber auch in Richtung Innenstadt, heißt es vom der Kreisverwaltung. Der Weg dorthin ist nicht versperrt.

Von Reyk Grunow

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