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Ostprignitz-Ruppin Rewe-Markt: Die letzten Tage vor dem Abriss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rewe-Markt: Die letzten Tage vor dem Abriss
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00:20 06.01.2018
Michelle Meyd (l.) und einige ihrer Mitarbeiterinnen: Bis Samstag sind sie noch für die Kunden da. Danach arbeiten acht von ihnen, darunter drei Männer, in Pritzwalk weiter. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Die Tage des Kyritzer Rewe-Marktes im Prignitz-Center sind gezählt. Am Sonnabend um 13 Uhr ist Schluss. „Dann räumen wir aus“, sagt Marktmanagerin Michelle Meyd. Bis dahin gibt es keine neue Ware mehr. Lediglich frische Milch, Salat und frische Angebotsware wie Hackfleisch werden noch geliefert. Was am Sonnabend noch da ist, wird umgelagert. „Es wird auf andere Märkte verteilt“, so Michelle Meyd. Für das Ausräumen bekommen sie und ihr Team professionelle Hilfe. „Allein würden wir das auch nicht schaffen“, so die Marktleiterin. Nachdem die Regale leer geräumt sind, übernehme eine Firma die so genannte Endverwertung und baue unter anderem die Regale ab. Besenrein und komplett leer soll der Markt dann übergeben werden.

Stammkunde Peter Weyer bedauert es, dass er sich nun bis Dezember einen neuen Einkaufsmarkt suchen muss. Quelle: Sandra Bels

An den Regalen ist bereits zu sehen, dass hier bald nichts mehr zu haben ist. Manche sind schon leer, andere so gut wie. Seinen Tee hat Stammkunde Peter Weyer aus Kyritz noch gefunden. Er wohnt in der Poststraße und bedauert es, dass der Markt nun für einen Neubau fast ein Jahr geschlossen werden muss. „Der Weg hierher ist kurz, man kennt sich, die Atmosphäre ist familiär“, sagt der Kyritzer. Er findet alles, was auf seinem Zettel steht. Und er sagt, dass er bis Samstag sicher noch das eine oder andere mal wiederkommen wird – auch um Abschied zu nehmen. „Unsere Stammkunden wussten ja, was passiert“, so die Marktleiterin.

Mitarbeiterin Petra Oswald sortiert, was noch da ist. Zusammen mit ihren Kolleginnen bereitet sie das Ausräumen vor, das ab Samstagmittag beginnt. Quelle: Sandra Bels

Michelle Meyd kennt viele ihrer Kunden. Einige haben ihr und ihrem Team sogar versprochen, künftig in Pritzwalk einkaufen zu kommen. Dort übernimmt die Marktmanagerin am 10. Januar den Schlüssel für einen nagelneuen Rewe-Markt. Acht Mitarbeiter, darunter drei Männer, aus Kyritz gehen mit. Die anderen zehn scheiden aus Altersgründen aus, gehen mit einer Abfindung oder haben Altersteilzeitregelungen getroffen. „Alle sind mittlerweile 25 Jahre dabei“, sagt Michelle Meyd. Sie selbst arbeitet ebenfalls bereits seit mehr als 20 Jahren für das Unternehmen aus Köln.

Das Warenangebot wird sich künftig vergrößern

Für den Pritzwalker Markt muss Michelle Meyd noch 25 Mitarbeiter einstellen. Sie freut sich auf die neue Aufgabe und weiß, dass es alles, was sie jetzt in Pritzwalk aufbaut, später ähnlich auch in Kyritz geben wird. Der neue Rewe-Markt in Kyritz soll voraussichtlich noch im Dezember dieses Jahres eröffnet werden. Das Warenangebot wird sich vergrößern und es soll eine Salatbar geben. Ebenso werde wieder eine Frischfleischtheke mit Bedienung eingeführt. Die gab es noch vor ein paar Jahren in Kyritz. Dorthin möchte Michelle Meyd nach der Bauphase zurück, muss sich aber neu bewerben. Was sie von Pritzwalk aus auf jeden Fall weiterführen wird, ist der Kita-Cup im Fußball mit der DRK-Kita „Spatzennest“ in Kyritz. 2017 wurde er zum ersten Mal ausgetragen und der Termin für 2018 steht schon fest. Es ist der 8. Juni.

Für einen Ausweichverkauf in der Bauzeit habe sich laut Michelle Meyd keine geeignete Fläche gefunden. Schließlich würde ein Container dafür nicht ausreichen. „Wir müssen unter anderem Kühlmöglichkeiten vorhalten“, so die Marktmanagerin. Und der hintere Teil des Parkplatzes vom Prignitz-Center gehöre mit zur Baustelle, werde abgesperrt.

Die Bäckerei Hausbalk bleibt vor Ort

Im vorderen Bereich des Parkplatzes verkauft die Bäckerei Hausbalk, die wie Rewe bis Sonnabend geöffnet hat, während der Bauphase ihre Backwaren aus einem Verkaufswagen. Das war von Chefin Diana Hausbalk zu erfahren. „Wir wollen so die Zeit bis zur Neueröffnung für unsere Kunden überbrücken“, sagt sie. Neben Backwaren werde es auch belegte Brötchen und Kaffee geben.

Neben Hausbalk und Rewe halten derzeit auch noch Deichmann und der Big Store von Vu Manh Hung die Stellung im Prignitz-Center. Letzterer will bis zum 13. Januar bleiben und zieht dann später in die Hamburger Straße um. Die Verkäuferinnen bei Deichmann konnten am Dienstag jedoch noch nicht sagen, wie lange sie ihre Schuhe noch im Prignitz-Center verkaufen. Auch sie stehen wie das Team vom Rewe-Markt in der Bauphase nicht auf der Straße. Sie bekommen Jobs in anderen Filialen – war von ihnen zu erfahren.

Von Sandra Bels

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