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Ostprignitz-Ruppin Der Ehering als letzte Hoffnung
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11:46 13.03.2017
Rita Frodien im Juli 2013. Quelle: Polizei
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Rheinsberg

"Als wir Rheinsberg verließen, hat mein Vater sehr viel geweint. Er sagte, er spüre, dass er sie nun verlassen würde", sagt Frank Frodien, der Stiefsohn der seit September vermissten Rita Frodien. Die 78-jährige Berlinerin verschwand vor einem halben Jahr spurlos in Rheinsberg. Das Ehepaar Frodien reiste damals anlässlich des 90. Geburtstages von Karl Frodien, dem Mann der Vermissten, in ein Hotel nach Rheinsberg. "Schon auf dem Weg dorthin schien meine Mutter etwas verwirrt. Sie dachte die ganze Zeit, sie wäre in Heringsdorf", sagt Frank Frodien, der seine Eltern nach Rheinsberg fuhr. Heringsdorf war das übliche Reiseziel des Rentnerpaares. Schon seit mehr als 30 Jahren erholten sie sich an der Ostsee. Dort haben sie 1976 auch geheiratet. Wegen der dreistündigen Anreise entschieden sich die Berliner im vergangenen Jahr für eine Pension im näher gelegenen Rheinsberg. Am Sonnabend, 7. September, ließen sich die beiden bei einer Kutschfahrt die Prinzenstadt zeigen. Im Hotel wieder angekommen, legte sich Karl Frodien zur Mittagsruhe nieder. Seine Frau wollte nochmal an die frische Luft. Als ihr Ehemann eine Stunde später aufwachte, war Rita Frodien spurlos verschwunden.

"Der Gastwirt der Pension ist sofort mit dem Fahrrad los und hat die Umgebung abgesucht. Er ist zum Schloss gefahren, an den Seen entlang, zur Rhinhöhe und durch die ganze Innenstadt. Schließlich wurden wir eingeschaltet", sagt Margitta Penske, die zuständige Sachbearbeiterin der Kriminalpolizei in Neuruppin.

Hubschrauber, Suchhunde und Taucher setzte die Polizei ein, um die Vermisste zu finden. Dabei erschwerte die leichte Demenz der 78-Jährigen die Ermittlungen. "Bei Demenzkranken ist die Suche schwieriger. Sie verlieren unter Umständen die Orientierung, da muss man dann in alle Richtungen suchen", sagt Neuruppins Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Dass seine Mutter völlig orientierungslos war und nicht mehr wusste, wohin sie geht, das glaubt Stiefsohn Frank Frodien nicht. "Der Krankenhausbericht meiner Mutter lautete damals: 'Beginnende Demenz mit sehr guter Wahrung der Fassade'" sagt Frank Frodien. "Sie stand nie richtig neben sich."

Hotelgäste hatten Rita Frodien am Tag des Verschwindens aus der Unterkunft gehen sehen, anschließend gab es jedoch keine zielführenden Hinweise auf den Verbleib der Frau. "Wenn wir keine neuen Anhaltspunkte haben, wird die Suche mit der Zeit heruntergefahren. Um das ganze Land ohne jede Spur abzusuchen, haben wir einfach keine Kapazitäten", sagt Polizeisprecherin Röhrs.

Der Mangel an Hinweisen könnte – zumindest zu Beginn der Suche – auch an der teilweise falschen Personenbeschreibung liegen. Gefahndet wurde nach einer 72-Jährigen, die in der Schlossstraße in Berlin-Steglitz wohnt. Rita Frodien ist 78 und lebte in der Schlossallee in Pankow.

Die Angehörigen sind nicht nur enttäuscht von der fehlerhaften Arbeit der Polizei. Sie wollen auch neue Ermittlungen. Ende Februar wenden sie sich deshalb erneut an die Neuruppiner Polizei: Frank Frodien schließt eine Straftat nicht aus. "Dass es gar keine Zeugen gibt, die meine Mutter gesehen haben, wundert mich sehr. Wenn sie gar keiner gesehen hat, weist das vielleicht eher auf eine Straftat hin", sagt der 64-Jährige. Die Reaktion der Polizei ist für die Angehörigen ernüchternd."Wenn kein einzelnes Indiz auf eine Straftat hinweist, dann können wir in diese Richtung nicht ermitteln", sagt Kriminalpolizistin Penske.

Ad acta wird die Suche trotzdem nicht gelegt. Rita Frodien bleibt in der bundesweiten Fahndungsliste, solange die Polizei nichts gefunden hat. "Unsere Polizisten sind alle sensibilisiert und kennen den Fall Frodien. Jeder neuen Spur wird auch weiterhin nachgegangen", versichert Margitta Penske.

Inzwischen wird ebenfalls nach dem goldenen Ehering der Berlinerin gefahndet, der mit vier gleichmäßig, rundum verlaufenden Weißgoldstreifen versehen ist. Die Widmung von Ehemann Karl Frodien, "KF 12.Nov. 1973/ 1976/1996", ist vielleicht das entscheidende Merkmal zum Identifizieren: Ein Liebesschwur könnte zum wichtigsten Beweismittel auf der Suche nach Rita Frodien werden.

Von Greta Aigner

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