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Rheinsberg: Die Idylle ist gerettet

Ferienhäuser bei Luhme sind jetzt legal Rheinsberg: Die Idylle ist gerettet

Seit 30 Jahren kommt Gabriele Fischer immer wieder zu ihrem Ferienhaus am Rochowsee bei Luhme. Der See liegt direkt an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Die Ferienhäuser stehen allerdings außerhalb des Dorfes. Was früher kein Problem war, könnte heute vielleicht sogar zum Abriss führen.

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Schöner könnte die Lage kaum sein: Die meisten Ferienhäuser liegen an einem kleinen Hang mit Blick über den See nach Mecklenburg. Viele haben einen Bootssteg.

Quelle: Reyk Grunow

Luhme. Dirk Harder ist froh, dass es endlich geschafft ist. „Ja, wir sind glücklich“, sagt er unumwunden. Etwa ein Jahr haben er und seine Nachbarn darum gekämpft, dass die Stadt Rheinsberg ihre Ferienanlage am Ufer des Rochowsees bei Luhme endlich offiziell für legal erklärt. Am Montag haben die Stadtverordneten das getan.

Der Rochowsee liegt unmittelbar an der Landesgrenze. Ein Ufer gehört zu Brandenburg, das andere zu Mecklenburg-Vorpommern. Das Fleckchen könnte idyllischer kaum sein. Es ist ideal zum Entspannen.

Legal sind nur die Bauten im Innenbereich

Seit Jahrzehnten gibt es dort eine Ferienhaussiedlung. Einziges Problem: Was nach DDR-Recht nicht illegal war, ist es nach bundesdeutschem leider doch. Legal sind nur Bauten im sogenannten Innenbereich eines Ortes. Die Ferienhäuser lagen allerdings bisher nicht darin. Ein Dilemma, das die Besitzer im Zweifel um ihr Eigentum bringen könnte.

In anderen Orten hatte die Bauaufsicht in solchen Fällen schon mit einer Abrissverfügung gedroht. „So weit wollten wir es gar nicht erst kommen lassen“, sagt Dirk Harder. Etwa 70 Bungalows und Häuschen gehören zu der Anlage am Rochowsee. Gemeinsam haben die Eigentümer mit der Stadt Rheinsberg verhandelt, um die Siedlung auch im neuen Recht zu legalisieren.

Gabriele Fischer liebt die Idylle am Rochowsee

Gabriele Fischer liebt die Idylle am Rochowsee.

Quelle: Reyk Grunow

Die Ferienhausanlage am Rochowsee ist kein Einzelfall, sagt Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau. Mit der Gebietsreform 2003 hatten sich etliche Orte mit der Stadt Rheinsberg zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen. „Das waren vorher alles eigenständige Gemeinden mit eigenständigen Regelungen“, sagt Rau. Manche hatten einen ordentlichen Flächennutzungsplan, andere nicht. Ferienanlagen und Bungalowgebiete gab es in vielen Dörfern – die Gegend rund um Rheinsberg ist seit Jahrzehnten ein sehr beliebtes Urlaubsgebiet. Manche Orte hatten es schon vor 2003 geschafft, die Ferienanlagen nach bundesdeutschem Planungsrecht zu sichern, für andere war das noch kein Problem. Wo heute Zweifel bestehen, muss nun die Stadt Rheinsberg eingreifen, wenn sie die Anlagen denn retten will. Und für Rau steht außer Frage, dass die Stadt in jedem Fall versuchen wird, sie zu retten. Auch wenn das nicht immer einfach ist.

Oft werden die Häuser heute nicht mehr so genutzt, wie sie zu DDR-Zeiten geplant oder genehmigt wurden. Auch, weil es in den vergangenen 25 Jahren ganz andere Möglichkeiten zum Bauen gab als vor der Wende. „Unser Problem ist nicht, was in den Häuser drin ist“, sagt Rau. „Unser Problem ist eher das, was nach 1990 alles aus den Baumärkten rausgetragen wurde.“

Patentrezepte gibt es nicht

Übersetzt heißt das: Die Stadt muss in jedem einzelnen Fall nach einer individuellen Lösung suchen. Patentrezepte gibt es nicht. Jedenfalls keine bezahlbaren.

Die Ferienanlage am Rochowsee hätte zum Beispiel,durch einen Bebauungsplan gesichert werden können. Rheinsbergs Stadtentwicklungsreferent Thomas Lilienthal hält den allerdings nicht für die Ideallösung. „Bebauungspläne sind eigentlich für einen ganz anderen Zweck gedacht“, sagt er. Außerdem ist die Aufstellung eines solchen Planes sehr teuer. Und zudem müssen noch etliche Behörden beteiligt werden, die alle ihr Veto gegen die Pläne einlegen können. „Da wissen wir nicht, ob wir das bekommen, was wir gewollt haben“, sagt Rau.

Geholfen hat eine Klarstellungssatzung

Für Luhme hat Lilienthal eine einfachere Lösung gefunden. Per „Klarstellungssatzung“ haben die Stadtverordneten jetzt endlich klargestellt, was zum Innenbereich von Luhme gehört. Der kleine Ortsteil ist ohnehin ziemlich zersplittert. Da bot es sich an, die Siedlung am Rochowsee gleich mit zum Innenbereich zu erklären. Damit sind die Bauten dort gesichert. Gabriele Fischer nahm das mit großer Erleichterung auf. Seit 30 Jahren kommt sie in den Ferien an den See, beobachtet Fische und Schwäne. Um ihr Häuschen muss sie sich nun nicht mehr sorgen.

Von Reyk Grunow

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