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Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg: Die Linden kehren zurück
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rheinsberg: Die Linden kehren zurück
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00:17 04.02.2016
Diese Linde ist noch zur Zeit von Kronprinz Friedrich gepflanzt worden und bleibt erhalten. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Stangen stützen den schrägen Baum. Sein Inneres ist längst hohl. Für Experten ist die alte Linde, die unweit des Knobelsdorff'schen Gartenportals wächst, einer der historisch wertvollsten Bäume im Lindenhain des Rheinsberger Schlossgartens. „Diesen Baum hat Friedrich 1736 anpflanzen lassen“, sagt Gartenleiter Mathias Gebauer.

In den kommenden Jahren will die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg dem Lindenhain das authentische Aussehen aus dem 18. Jahrhundert zurückgeben. Bis 2018 lässt Gartenarchitekt Gebauer das so genannte Lindenraster so wieder herstellen, wie es von Kronprinz Friedrich und später Prinz Heinrich in den 1770er-Jahren einmal angelegt worden war. Vor zwei Wochen hatte Gebauer bereits zwölf artfremde Bäume östlich des Portals fällen lassen. 17 in der Schlossgärtnerei herangezogene Linden sollen dafür im März gepflanzt werden.

Dass die Schlossgärtner die Linden aus altem Baumbestand selbst heranzogen, ist kein Zufall. „Wir wollten genetisch erhalten, was es damals schon gab“, sagt Gebauer. „Die neuen Linden sehen heute ganz anders aus.“

Als Gebauer 2008 nach Rheinsberg kam, waren die Gartenträume Friedrichs und Heinrichs für den Laien kaum noch zu erkennen. Studenten der Fachhochschule Potsdam machten 2012 eine Bestandsaufnahme aller Bäume. Später entwickelte ein Volontär ein wissenschaftliches Konzept zur Wiederherstellung des Ursprünglichen Lindenrasters.

Viele Arbeiten hat Gebauer längst in Angriff genommen. Er ließ Sträucher entfernen, damit Besucher wieder den Eindruck einer offenen Landschaft bekommen. Zugleich kürzten die Schlossgärtner den störenden Unterwuchs der alten Linden. Wer sich Gebauers Vorher-Nachher-Fotos anschaut, sieht, wie sehr sich das Wäldchen jetzt schon verändert hat. „Man kann den Hain wieder als Hain erkennen“, sagt Gebauer. „Und man erahnt die Weite auch wieder.“

Prinz Heinrich hatte den Lindenhain am südlichen Parkeingang deutlich erweitern lassen – auch über den so genannten Rosenplan hinaus. Dass die Linden am Gartenportal und die Linden jenseits das Landesstraße eigentlich zusammengehören, soll für den Besucher künftig wieder erkennbar sein. Schon 2014 hatte Gebauer Ahornbäume, die in Heinrichs Gartenplänen nicht vorgesehen waren, fällen und später durch Linden ersetzen lassen.

„Heinrich war immer auf Höhe seiner Zeit“, sagt Gebauer. Er verwandelte den Garten mehr und mehr in einen Landschaftspark. Weil es damals modern war, amerikanische Gehölze aus England zu importieren, lässt auch Heinrich einen amerikanischen Riesenwacholder nach Rheinsberg holen.

Drei weitere Riesenwacholder wollen die Schlossgärtner bis 2018 anpflanzen. Gebauers Pflanzplan listet zudem noch mehr Linden, Pyramidenpappeln, Weißtannen und Stieleichen auf.

Auch die Allee, die es nach den Plänen des 18. Jahrhunderts einmal gegeben hat, soll bis dahin wieder angelegt sein. Die Arbeiten setzen den Schlusspunkt im Umbau des Lindenhains.

Ideen für einen weiteren Umbau des Parks hätte Gebauer bereits. Hunderte von Obstbäumen blühten einmal im Schlossgarten, in den Heckenquartieren wuchsen Nutzpflanzen.

Heute sprießt auf den von Hecken umrahmten Flächen nur noch Rasen. Eigentlich unhistorisch, findet Gebauer. „Leere Heckenquartiere gab es nicht.“ Im Rahmen einer Bachelorarbeit werden Rheinsbergs nützliche Gärten derzeit erforscht. Das könnte der Anfang für einen weiteren Umbau sein.

Von Frauke Herweg

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