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Rheinsberg: Keramikschau von Ursula Zänker

Kunst aus gebranntem Ton Rheinsberg: Keramikschau von Ursula Zänker

Ursula Zänker zeigt seit dem Wochenende ihre neusten Keramikarbeiten in der Rheinsberger Galerie von Karl Fulle. Bei der Vernissage am Sonnabend würdigte Fulle die Kunst als besonders sehenswert. Der Galerist bekam bei dieser Gelegenheit die Goldene Ehrennadel der Stadt Rheinsberg für sein Engagement überreicht.

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Karl Fulle (M.) und Ursula Zänker.

Quelle: Cornelia Felsch

Rheinsberg. Es ist lange her, dass Ursula Zänker und Karl Fulle in einer Werkstatt gemeinsam arbeiteten. Bis 1991 war die Neuruppiner Erich-Mühsam-Straße ihr gemeinsames Schaffensdomizil. In der Ateliergemeinschaft von Sigrid Artes, Ursula Zänker und Karl Fulle entstanden über zehn Jahre lang Kunstwerke aus Ton, die jeder Künstler mit ganz individueller Handschrift schuf. Zusammengefunden hatten die Drei in Halle, während ihres Studiums an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein. Und obwohl sie heute an verschiedenen Orten arbeiten – in Dresden, Karwe und Rheinsberg – ist die Verbindung zwischen ihnen nicht abgerissen. Schon mehrmals zeigten die Keramik-Künstler ihre Werke in gemeinsamen Ausstellungen – so auch in Rheinsberg.

Am Sonnabend standen Karl Fulle und Ursula Zänker wieder einmal gemeinsam im Mittelpunkt einer Vernissage – Ursula Zänker als ausstellende Künstlerin, Karl Fulle als Galerist. „Als ich im vergangenen Jahr bei Uschi war, um die Keramiken für die Ausstellung ,Fulle and Friends’ abzuholen, habe ich den erstaunlichen Fundus an Arbeiten gesehen und sofort gedacht, das muss man unbedingt zeigen“, sagte Karl Fulle zur Eröffnung der Schau in seinem Rheinsberger Atelier. „Es ist doch schade, dass die Sachen in Karwe versteckt sind, sie sehen so toll aus.“

Unermüdlich auf der Suche

Und das bestätigten auch die rund 80 Besucher, die an diesem Nachmittag in die Galerie kamen. Ursula Zänker ist keine Unbekannte in der Keramikwelt. Bereits 1986 wurde sie mit dem zweiten Hauptpreis der 10. Internationalen Keramik-Biennale von Vallauris (Frankreich) geehrt und auch in Neuruppin und Rheinsberg hat sie an öffentlichen Gebäuden künstlerische Spuren hinterlassen. Zu ihren Arbeiten zählen Gefäßkeramiken, freie Plastiken für den Außen- und Innenraum, Mosaike und die Kombination von Beton und Keramik.

Der Ton ist für Ursula Zänker die Verbindung zur Schönheit der Natur. Aus beiden schöpft sie unermüdlich fantasievolle Objekte. Sie verwendet eingefärbte, marmorierte Tone in zarten Farbabstufungen, um abstrakte Elemente mit Naturformen zu verbinden. Auf Gefäßen und Wandfliesen kann man immer wieder Tiere, Pflanzenornamente und auch stilisierte menschliche Darstellungen entdecken. Anregungen findet sie in ihrem Garten, der Ruppiner Landschaft und auf Reisen. Drei Wandreliefs, die in der neuen Ausstellung zu sehen sind, tragen den prosaischen Titel „Landschaft mit Bewässerungskreisen“. Auf einer matten, strukturierten, rötlichen Tonfläche sind grüne, glasierte Kreisformen angeordnet. Der Blick aus dem Flugzeug auf afrikanisches Territorium mit den Bewässerungsanlagen unter ihr inspirierte die Künstlerin zu diesen Werken. „Ihre Keramiken sind in den letzten Jahren eigenwilliger geworden“, sagte Fulle, der das sichere Formgefühl und die feine Art der Oberflächengestaltung an den Objekten bewundert. Doch nicht nur die Arbeit von Ursula Zänker wurde am Sonnabend gewürdigt, auch der Galerist selbst ist zu seiner Überraschung geehrt worden. Der Bürgermeister der Stadt Rheinsberg, Jan-Pieter Rau, überreichte ihm die Goldene Ehrennadel der Stadt – als Dank für sein Engagement, mit dem Karl Fulle das Kulturleben bereichert. „Sie tun das mit der Ihnen eigenen, unendlichen Zurückhaltung“, sagte der Bürgermeister. Dafür erntete er den fröhlichen Beifall der Gäste und das verschmitzte Lächeln des Keramikers.

Von Cornelia Felsch

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