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Rheinsberg: Kindergärten zu kurz geöffnet

Debatte um Kiita-Betreuung Rheinsberg: Kindergärten zu kurz geöffnet

Eltern, die mehr als ein Kind in der Kita haben, sollen noch weniger als bisher weniger bezahlen. Das forderte die Rheinsberger Fraktion BVB/Freie Wähler/FDP. Für die anderen Fraktionen steht ein anderes Problem im Vordergrund: Für die Eltern wäre es wichtiger, wenn die Kindergärten längere Öffnungszeiten anbieten würden.

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Rheinsberg ist nicht Berlin: Wer in der Prinzenstadt Kinder hat, der muss für Kindergartenbetreuung bezahlen. Für Geschwister gibt es zwar Ermäßigung – die sei aber nicht hoch genug, so BVB/Freie Wähler/FDP.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Warum kostet der Schulbesuch keinen Penny, die Unterbringung in einem Kindergarten aber schon – und zwar nicht zu wenig? Diese Frage stellen ihm viele Rheinsberger Eltern in Bürgergesprächen, berichtete Frank-Rudi Schwochow in der Stadtverordnetenversammlung. Deshalb schlugen der Fraktionsvorsitzende von BVB/Freie Wähler/FDP mit seinen Kollegen vor,. dass zumindest Familien mit mehreren Kindern deutlich entlastet werden. Nur 50 Prozent des Kita-Beitrags sollten die Eltern für ihren zweiten Sprößling berappen, wenn beide Kinder die Kita besuchen. Wer noch mehr Knirpse betreuen lässt, der muss ab dem dritten Kind gar nichts bezahlten. Zum einen versteht die Fraktion diese Idee als eine Art Familienförderung. Zum anderen will sie erreichen, dass alle jungen Rheinsberger den Kindergarten besuchen. „Wir stellen fest, dass es oft nicht der Fall ist: Um Kosten zu sparen, schicken manche Eltern ihre Kinder nur im Vorschuljahr zur Kita“, so Frank-Rudi Schwochow.

Viele Betriebe übernehmen die Kita-Kosten

Mit ihrem Antrag kam die Fraktion jedoch nicht durch. Sie wurde deutlich von allen anderen Stadtverordneten überstimmt. Dabei machten sie aber deutlich, dass auch sie um das Wohl der Familien bemüht sind. Allerdings sei die Problemlage eine andere, wie CDU-Frau Lysann Gutenmorgen betonte. „Viele Betriebe übernehmen zum Beispiel schon die Kita-Kosten für ihre Mitarbeiter“, sagte sie. „Ein Problem sind aber die Öffnungszeiten.“ Gerade für die vielen Rheinsberger, die in der Tourismus-, Handel- und Gaststättenbranche tätig sind, sei der frühe Dienstschluss der Erzieher eine Belastung. Denn sie selbst müssen oft länger arbeiten. Deswegen habe sich ihre Fraktion nach ausgiebigen Diskussionen gegen den Vorschlag ausgesprochen.

Ermäßigung könnte zu weniger Personal führen

Auch sie habe festgestellt, dass es wichtiger wäre, die Öffnungszeiten zu verändern, ergänzte Marion Grefrath von der SPD. „Darüber sollten wir nachdenken.“ Sie befürchte vielmehr, dass es zu finanziellen Einbußen durch den noch höher ermäßigten Geschwisterbeitrag kommen könnte, und dass dadurch den Kindergärten, deren Personallage ohnehin nicht die beste ist, noch weniger Erzieher zur Verfügung stehen. Tatsächlich zahlen die Eltern jetzt schon beim zweiten Kind in der Kita nur 85 Prozent des vollen Beitrags. „Der Personalschlüssel ist gesetzlich vorgegeben“, entgegnete Frank-Rudi Schwochow. Und für die Bezahlung dieser Stellen sei die Kommune und nicht die Eltern zuständig. „Und eine Stadt, die sich für 75 000 Euro im Jahr einen Referenten leisten kann, kann es sich auch leisten, dass alle Kinder die Kita besuchen.“

Rheinsberg will Berlin nicht nacheifern

So schön es auch wäre, sämtliche Beiträge abzuschaffen – zielführend sei das in Rheinsberg nicht, sagte Bürgermeister jan-Pieter Rau. „Wir sind nicht in Berlin, arm aber sexy, wo alle Kinder kostenlos den Kindergarten besuchen können – da wollen wir nicht hin.“ Es sei in der ländlichen Region auch nicht notwendig, wo die Großeltern oft noch um die Ecke wohnen und häufig und gern die Kinderbetreuung übernehmen. An Geld scheitere es seiner Erfahrung nach jedenfalls kaum. wenn Kinder eine Einrichtung nicht besuchen, so Jan-Pieter Rau.

Qualifizierte Erzieher zu finden, ist das Problem

Ihm fehle vor allem die echte finanzielle Untermauerung des Vorschlags, warf Heinz Karwath von der Linken der Fraktion BVB/Freie Wähler/FDP vor. „Und jetzt wieder auf der Referentenstelle herumzureiten, macht wenig Sinn.“ Viel wichtiger erscheine ihm ebenfalls das Problem der Öffnungszeiten – aber auch aussichtslos. „Selbst wenn wir das Geld für längere Öffnungszeiten hätten, würden wir die zusätzlichen Stellen gar nicht besetzen können, weil wir kein Personal dafür finden“, sagte Heinz Karwath in Anspielung auf die wenigen qualifizierten Erzieher in der Region.

Von Celina Aniol

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