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Rheinsberg: Protest gegen Neonazis

Kundgebung gegen Hetzreden Rheinsberg: Protest gegen Neonazis

Knapp 50 Demonstranten aus Rheinsberg, Neuruppin und anderen Orten protestierten am Freitagabend auf dem Rheinsberger Kirchplatz gegen eine ausländerfeindliche Kundgebung von etwa 50 Rechtsextremen. Angeführt wurde sie von Neonazis aus Neuruppin.

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Neonazis und -gegner waren von der Schlossstraße getrennt.

Quelle: Grunow

Rheinsberg. Mit ausländerfeindlichen und rassistischen Parolen demonstrierten Rechtsextreme am Freitag am Triangelplatz in Rheinsberg. Viele der rund 50 Teilnehmer stammten aus dem Umfeld der Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland. Ganz vorn mit dabei waren der NPD-Stadtverordnete Dave Trick sowie Pierre Boddin, die zu den führenden Köpfen der Neonaziszene in und um Neuruppin zählen. Anlass für die Kundgebung waren vermeintlich sexuelle Übergriffe von Flüchtlingen.

Offen hetzte Boddin gegen Ausländer. Vom „Überleben der weißen Rasse“ war da die Rede und davon, „dass wir als Volk vom Erdboden verwinden werden“. Er unterstellte der Polizei, Straftaten unter den Teppich zu kehren und rief schließlich sogar indirekt zur Selbstjustiz auf.

Keistagschef führt Protest an

Auf dem Kirchplatz hatten sich knapp 50 Rheinsberger und Neuruppin zu einer Gegendemonstration versammelt, angeführt von Kreisstagschef Manfred Richter. Rheinsberg stehe „für Weltoffenheit und Toleranz“, betonte Bürgermeister Jan-Pieter Rau. Er bezweifelte, ob die Rechtsextremen sich über den Ort ihres Aufzugs klar waren. Die Postsäule als Wegweiser in ferne Länder „zeigt Rheinsbergs Verbundenheit mit der Welt“.

Auch die Neonazi-Gegner räumten ein, dass es in Rheinsberg sexuelle Übergriffe gegeben haben soll. Zwei Frauen sollen vor einigen Tagen von einem Mann belästigt worden sein; die Polizei ermittelt gegen ihn. Doch Sexismus oder sexualisierte Gewalt gingen keinesfalls nur von Geflüchteten aus, sagte Jane Baneth vom Jugendverein Die Falken. Sexismus und Gewalt seien in Deutschland Alltag, ausgeübt auch von deutschen Männern.

Nach einer Stunde löste die Rechtsextremen ihren Aufzug. Die Polizei schritt nur einmal ein und forderte beide Seiten auf, die Musik leiser zu stellen, mit der sie sich gegenseitig übertönen wollten.

Von Reyk Grunow

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