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Rheinsberg: Strubel ist neue Stadtschreiberin

Neuzugang in der Prinzenstadt Rheinsberg: Strubel ist neue Stadtschreiberin

Anfang Februar kam die Potsdamer Schriftstellerin Antje Rávic Strubel, bekannt durch die Romane „Tupolew 134“ und „Offene Blende“, als neue Stadtschreiberin nach Rheinsberg. In ihrer Zeit bis Juli wird sie sich vor allem um aktuelle Projekte kümmern, aber traditionell auch ein Stück für den „Rheinsberger Bogen“ schreiben.

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Rheinsbergs Stadtschreiberin Antje Rávic Strubel.

Quelle: Köster

Rheinsberg. Anfang Februar zog die Schriftstellerin Antje Ravic Strubel nach Rheinsberg. Aber nur auf Zeit. Als 43. Stadtschreiberin zu Rheinsberg löste sie ihre Vorgängerin Marion Brasch ab und bleibt bis Juli in der Prinzenstadt. Bekannt wurde die Potsdamerin unter anderem mit dem Roman „Tupolew 134“, der sich auf eine wahre Begebenheit stützt – die Entführung der gleichnamigen polnischen Passagiermaschine im Jahr 1978.

In den fünf Monaten, die Strubel als Stadtschreiberin in der Prinzenstadt verbringen wird, will sie sich hauptsächlich in die Schreibarbeit für ein neues Buch stürzen. Dieses fügt sich in die Reihe der „Gebrauchsanweisungen“ ein, die sie bereits über Potsdam und das Land Brandenburg sowie über Schweden geschrieben hat. Strubel verriet, dass sich der Text für den „Rheinsberger Bogen“, den sie in ihrem Amt als Stadtschreiberin verfassen muss, wahrscheinlich um ein Thema drehen wird, dass viele Rheinsberger beschäftigt.

Renommierte Autorin

Peter Böthig, Leiter des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums, hat Antje Strubel als Stadtschreiberin ausgewählt, „weil sie eine bekannte und renommierte Autorin aus Brandenburg ist.“ Er hatte sie bereits zuvor einige Male bei Lesungen oder anderen Veranstaltungen getroffen und einige ihrer Bücher gelesen. Strubel, die in Ludwigsfelde aufwuchs, zog es nach dem Abitur nach Berlin. Dort absolvierte die 41-Jährige eine Ausbildung zur Buchhändlerin, und studierte danach Literaturwissenschaften. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie über Friederike Mayröckers „Brütt oder die seufzenden Gärten“.

Für ihren ersten Roman „Offene Blende“ bekam sie 2011 den Ernst-Willner-Preis. In dem Werk geht es um eine Frau, die ihre Heimat verlässt, illegal in New York lebt und dort ein Doppelleben führt. Als dieses Buch erschien, entschied sich Strubel dazu, ihren bürgerlichen Namen um den Namen „Rávic“ zu ergänzen. Er bezeichne eine weitere Identität, die ihr während des Schreibens zukommt, heißt es auf Strubels offizieller Homepage. Momentan beschäftigt sie sich mit dem voraussichtlich Ende Februar erscheinenden Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“.

Strubel ist nicht zum ersten Mal Stadtschreiberin

Die Rheinsberger Stadtschreiberstelle ist nicht Strubels erstes Literaturstipendium. Sie verbrachte einige Zeit in der Villa Aurora, einer Künstlerresidenz in Los Angeles, und war Residenzschreiberin in Helsinki. Für den „Rheinsberger Bogen“ plant sie einen Text zum Flüchtlingsthema, auch hinsichtlich der Unterkunft im Schlosshotel. „Was sie genau daraus machen wird, weiß ich natürlich noch nicht. Vorschriften gibt es keine“, sagte Peter Bö­thig. Der erste Stadtschreiber, der von März bis Juli 1995 im Marstall des Schlosses unterkam, war Giwi Margwelaschwili. Er schrieb das Stück „Ein Stadtschreiber hinter Schloss und Riegel“.

Von Luise Fröhlich

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